Dienstag, 13. Januar 2015

ORDEN OGAN - Ravenhead

Band: Orden Ogan
Album: Ravenhead
Spielzeit: 48:24 min.
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 16.01.2015
Homepage: www.ordenogan.de (aktuell keine Inhalte - 13.01.2015)

Wertung: 9 von 10

Tracklist:

1. Orden Ogan (Intro)
2. Ravenhead
3. F.E.V.E.R.
4. The Lake
5. Evil Lies In Every Man
6. Here At The End Of The World
7. A Reason To Give
8. Deaf Among The Blind
9. Sorrow Is Your Tale
10. In Grief And Chains
11. Too Soon


Als nach einem atmosphärischen Intro die ersten Gitarrenläufe in bester RUNNING WILD-Manier (zu den guten Zeiten) aus den Boxen galoppieren und schließlich der episch bombastische Chorus ertönt, steht für mich fest, dass die Vorfreude auf das neue ORDEN OGAN Album nicht unbegründet war. Kaum eine andere deutsche Metalband versteht es aktuell das Beste aus FALCONER, RUNNING WILD und BLIND GUARDIAN zu einem eigenen Stil zu mixen, der mit glanzvollen Melodien und entsprechender Härte (ohne in den Kitsch abzugleiten) punktet. 


Um es gleich mal vorweg zu nehmen: "Ravenhead" ist in meinen Augen das homogenste und ausgeglichenste Album der Arnsberger Power Metaller. Eine kleine Unterstützung in Gestalt der beiden Gastsänger Chris Boltendahl (GRAVE DIGGER) bei "Here At The End Of The World" und Joacim Cans (HAMMERFALL) bei "Sorrow Is Your Tale" veredelt das Album neben dem exzellenten Artwork zusätzlich, da beide Songs damit einen ganz eigenen Stempel bekommen. Ansonsten tue ich mir schwer einzelne Songs heraus zu heben, da alle im Kontext des Albums richtig gut funktionieren. Schwache Songs suche ich bei "Ravenhead" glücklicherweise vergebens und auch der in der Vergangenheit manchmal etwas unglückliche Keyboardeinsatz (der desöfteren die Kitschgrenze überschritt) ist anno 2015 perfekt dosiert und immer passend zum Song gestaltet.

Vielleicht kann man das mit einem gigantischen Refrain ausgestattete "Exil Lies In Every Man" extra betonen, welches nach einem ruhigen Intro mit solch einer Wucht aus den hoffentlich bis zum Anschlag aufgedrehten Lautsprechern tönt, dass es eine wahre Freude ist. Und die etwas härter gestimmten Gitarren bei "Here At The End Of The World" machen mit Chris Boltendahls gesanglicher Unterstützung ebenfalls einen besonderen Song. Schade, dass diesmal eine reine Piratenhymne fehlt, mit dem Titelsong haben ORDEN OGAN aber zumindest eine weitere hitverdächtige Hymne abgeliefert. 

Wer auf epischen Powermetal steht, kommt an "Ravenhead" definitiv nicht vorbei und muss seinen Einkaufszettel unbedingt damit bestücken. Das sind knapp 48 Minuten grandiose Mucke mit einem sehr ruhigen aber atmosphärisch gekonnten Abschluß mit dem bisher noch nicht erwähnten "Too Soon", welches bei mir für so manchen Gänsehautmoment verantwortlich war. Damit kann ich mit einem guten Gewissen gewaltige 9 Punkte zücken.

Markus

Samstag, 10. Januar 2015

Bernard Allison - In The Mix


Band : Bernard Allison Group
Album : In The Mix
Spielzeit : 57:25 Min.
Veröffentlichung : 16.01.2015
Plattenfirma : Jazzhaus Records
Homepage : www.bernardallison.com

Wertung : 9 von 10

Trackliste : 

  1. Five Long Years
  2. Call Me Momma
  3. Move From The Hood
  4. Tell Me Who
  5. Something's Wrong
  6. Lust For You
  7. I Had It All The Time
  8. I'd Rather Be Blind
  9. Set Me Free
  10. Moving On Up

Wow !  

Bernard Allison legt mich mit seiner aktuellen Scheibe In The Mix grad voll auf's breite Kreuz. Ohne jegliche Vorwarnung nimmt mich die erste Platte des noch jungen Jahres gefangen und ganz ehrlich...mir fehlen schon am Jahresanfang ein wenig die Worte.

Der jüngste Sohn der Blueslegende Luther Allison (1939-1997) hat Talente in die Wiege gelegt bekommen, die man sich meiner bescheidenen Meinung nach nie und nimmer antrainieren kann. Hört Bernard Allison einfach zu, dann wisst Ihr was ich meine. Allisons Stimme transportiert eine derart lässige Warmherzigkeit, dass bereits die ersten zwei Songs Five Long Years, Call Me Momma, insbesondere aber Tell Me Who besorgniserregendes Suchtpotential entwickeln. Unterstützt von seiner Group, bestehend aus George Moye (Bass), Mario Dawson (Schlagzeug), Mark Leach (Hammond B3), Bruce B.McCabe (Piano) und Jose Ned James (Saxophon), produzierte Allison die Scheibe in den Winterland Studios (Minneapolis) selber.  

"Ich wollte ein Album aufnehmen, dessen Songs viel Gitarre enthalten. Das ist mir und meiner Band bestens gelungen, denn das Ergebns erinnert mich an alten Memphis-Soul inklusive einer Note von Jimi Hendrix' Band Of Gypsys!", so Allison himself.

Wenn Ihr Euch also mit einer Portion R&B, reinem Blues und viel Soul anfreunden könnt, dürft Ihr Euch auf eine gute Stunde voller Emotion, Kraft und Seele freuen.



In The Mix ist Johnny Winter, der ihn in die Geheimnisse seiner Slidetechnik einweihte, und Michael "Iron Man" Burks gewidmet. Zu Johnny Winter muss nichts gesagt werden, Gitarrist Burks beschrieb sich einst mit den Worten "Wirf Freddie King, Albert King, B.B. King, Albert Collins, Wes Montgomery und Chuck Berry in einen großen Topf, koche alles durch und du bekommst mich!“ relativ selbstbewusst selbst. Die knapp einstündige Scheibe trägt den Titel In The Mix nicht zu Unrecht. Nur die Hälfte der zehn Songs stammt aus der Feder Bernard Allisons, der entspannte Shuffle Move From The Hood und die Schlussnummer Moving On Up entlieh Bernard aus dem großen Repertoire seines Vaters Luther.
 
Der Opener Five Long Years des Kanadiers Colin James (1988) ist ursprünglich eine jugendlich-lockere Uptempo-Rocknummer, die unter Allison enorm an Tiefgang und Charisma hinzugewinnt. Richtig Spaß macht dabei die Hammond im Hintergrund und das entspannte Saxophon. Auch das aus dem Jahr 1972 stammende I Had It All The Time, im Original von Tyrone Davis, dem Allison den typischen 70er Jahre Glitzer-Funk austreibt und in ein zeitgemäßes R&B Format überträgt, profitiert davon. Hier wie dort gewinnen die Songs enorm hinzu, versteht es Allison doch schliesslich wie kaum ein anderer, längst vergessenen bzw. übersehenen Songperlen neues Leben einzuhauchen.

Aber es sind auch Allisons Eigenkompositionen, die Spaß machen. Insbesondere das swampig-schwitzige Lust For You und Set Me Free, die vorletzte Nummer, begeistern mit einer herrlich relaxten Atmosphäre und einem tollen Orgelsolo. 

Leute, lehnt Euch entspannt zurück, macht ein Bier auf und schmeisst die schlechte Musik aus dem Player ! In The Mix hat ein Menge zu bieten, glaubt es mir ! 


Und jetzt noch schnell die Termine zur "In The Mix" Tour
15.01.15  Wetzlar, Franzis
16.01.15  Soest, Alter Schlachthof
17.01.15  München, Garage Deluxe
19.01.15  Kaiserslautern, Kammgarn
20.01.15  Aschaffenburg, Colos Saal
21.01.15  Leverkusen, Scala
22.01.15  Münster, Hot Jazz Club
23.01.15  Hannover, Blues Garage
24.01.15  Kassel, Theaterstübchen
25.01.15  NL - Weert, De Bosuil
27.01.15  Bremen, Meisenfrei
28.01.15  Hamburg, Downtown Bluesclub
29.01.15  Lübeck, Werkhof
30.01.15  Idstein, Die Scheuer
31.01.15  Berlin, Quasimodo
22.03.15  Friedrichshafen, Bahnhof Fischbach
23.03.15  AT - Wien, Reigen
27.03.15  CH - Rubigen, Mühle Hunziken
28.03.15  Freiburg, Jazzhaus
 
Karten:
Karten von € 16.— bis € 23.— (zzgl. Gebühr) erhältlich an den Vorverkaufsstellen. 
Abendkasse: € 23.— bis € 29.— Euro
Tourneeveranstalter:
Jazzhausbooking, Tel. 07 61 / 79 19 78-18;
Internet: www.jazzhausbookin



Bernd Fischer

Mittwoch, 7. Januar 2015

NITRODIVE - Re-Evolution

Band: Nitrodive
Album: Re-Evolution
Spielzeit: 33:26 min.
Plattenfirma: Gain Music
Veröffentlichung: 05.12.2014
Homepage: www.nitrodive.se

Wertung: 7 von 10


Tracklist:

1. Re-Evolution
2. Dance
3. Back To Stay
4. Dead Or Alive
5. Someday
6. Woman
7. Wake Up
8. Bad Blood
9. Because Of You
10. Dying To Live


Seit Wochen liegt die Scheibe hier schon rum, denn die anfängliche Begeisterung ist doch etwas Ernüchterung gewichen. NITRODIVE sind schwedische Jungspunde, die sich ganz den Stil anderer Gain Records Bands wie HARDCORE SUPERSTAR oder CRASHDIET verschrieben haben. Also dominiert rotziger Sleaze/Punkrock, der zwar mit guten Melodien teilweise echt aufhorchen lässt, dem es aber im Gegensatz zu den beiden genannten Bands etwas an der Tiefe, an der Abwechslung fehlt. 


Dafür ist die rohe Power und Energie, die aus den Boxen tönt anfangs echt mitreißend. Dies legt sich leider nach einem Dutzend Durchläufen spürbar und irgendwie kommt es auch nach dem mittlerweile 32. Hören nicht mehr zurück. Schade eigentlich. Denn mit dem flotten "Back To Stay" oder dem lässig aus der Hüfte gerotzten "Dead Or Alive", sowie dem coolen "Woman" lassen NITRODIVE sicher so manche Live Location kochen. Und genau das ist der Punkt. Live werden die Songs sicher noch mehr Charme versprühen und als halbstündiger Anheizer für den Hauptact sind NITRODIVE sicher eine gute Wahl. 

Doch viel größer werden die Schweden bei uns wohl nicht werden, denn den Kompositionen fehlt irgendwann das gewisse Extra. Ich hab das Gefühl fast 10x den gleichen Song zu hören. Bands Wie ACDC oder auch HARDCORE SUPERSTAR kriegen das verdammt gut hin, NITRODIVE leider nicht. Zu den klischeebeladenen Tralala-Texten verliere ich lieber mal kein einziges Wort mehr. 

Doch schließen wir die Rezension doch mit dem Positiven. Also da wären eine gute Produktion, treibende Drums, so manch gute Melodie, die einen anfangs wirklich mitreißt und ganz sicher viel Potenzial. Wer also den HELLACOPTERS nachtrauert, darf es gerne mit "Re-Evolution" versuchen, von einer Revolution sind die Jungs für mich aber noch weit entfernt.

Markus

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Anstatt teuer zu böllern ... Free Music zum Jahresausklang Part IV

Hallo Rockeros,

und zum Abschluß der musikalischen Jahresendböllerei gibt es was richtig fieses und räudiges ... für Leute unter Euch, die so richtig übellaunig und wütend das neue Jahr begrüßen wollen!

MY RUIN haben ihre Alben "Throat Full of Heart" (2008) und "A Southern Revelation" (2011) zur freien Verfügung gestellt.

Wenn Ihr also dem ungestümen und aggressiven NU Metal der US Formation etwas abgewinnen könnt, solltet Ihr zugreifen!

Beide Alben könnt Ihr Euch, legal und kostenlos, weiter unten anhören und downloaden (wie immer bei "name your price" die Ziffer "0" eintragen) !!!

Rock On!!




Anstatt teuer zu böllern ... Free Music zum Jahresausklang Part III

Hallo Rockeros,

OCTAVE JAW katapultieren Euch mal ganz cool, düster und staubtrocken in das nächste Jahr.

Mit ihrem tonnenschweren Heavy Rock, der leichte Tendenzen Richtung AUDIO SLAVE aufweisst, wissen die Oklahoma Boys einen wirklich guten Eindruck zu hinterlassen.

Die Band besteht aus:

Larry Carter - Vocals / Guitar
Jeremy Carter - Lead Guitar
Greg Morgan - Bass Guitar
KC Carlile - Drums


"Lost In The Music" könnt Ihr Euch, legal und kostenlos, weiter unten anhören und downloaden (wie immer bei "name your price" die Ziffer "0" eintragen) !!!

Rock On!!



Anstatt teuer zu böllern ... Free Music zum Jahresausklang Part II

Hallo Rockeros,


Ihr wollt das Jahr voller Rotz/Schweiß und richtig harten Sleaze Rock ausklingen lassen?

Dann solltet Ihr mal in das Album von EASY SLEEZY reinhören.

Der markante Gesang und die gesunde und kernige Grundhärte lässt Gruppen wie BUCHCHERRY mal ganz blaß aussehen.

"HeroInMe" könnt Ihr Euch, legal und kostenlos, weiter unten anhören und downloaden (wie immer bei "name your price" die Ziffer "0" eintragen) !!!

Rock On! 


Anstatt teuer zu böllern ... Free Music zum Jahresausklang Part I

Hallo Rockeros,

zum Jahresende gibt es wieder kostenlose und legale Mucke um die Ohren!

Den Anfang macht eine Progressive/Groove Rock Formation aus Toronto.

THE UNCHAINED haben überhaupt keinen  Vocalisten nötig und man  vermisst auch keinen!

Die Songs sind vom ersten bis zum letzten Takt super clever und abwechslungsreich arrangiert. Die 70 Minuten  Spielzeit vergehen  wie im Fluge!

Ich stehe eigentlich selten auf Instrumental Rock, aber die Band hat mich echt gefangen  genommen!

"Lost In The Music" könnt Ihr Euch, legal und kostenlos, weiter unten anhören und downloaden (wie immer bei "name your price" die Ziffer "0" eintragen) !!!

Rockt Euch mal heftigst ins neue Jahr, bleibt gesund, passt auf Euch auf und wir lesen uns nächstes Jahr wieder!!!

Rock On!


Sonntag, 28. Dezember 2014

DUST BOWL JOKIES - Cockaigne Vaudeville


Band: Dust Bowl Jokies
Album: Cockaigne Vaudeville
Spielzeit: ca. 42min.

Plattenfirma: Bad Reputation Records
Veröffentlichung: 25.09.2014
Homepage: www.dustbowljokies.com
 


Wertung: 9 von 10


Tracklist:
  1. Down To The Bone
  2. Living In The Cellar
  3. Lady Lechery
  4. Boots On Rocks Off
  5. Whore Of Babylon
  6. Vulture Culture
  7. Burlesque
  8. Hoodoo Voodoo Allstar
  9. Parody Of Paradise
  10. The Wicked
  11. Blood, Sweat And Perfume

Schon seit Jahren stehe ich auf rotzigen Sleaze und Glam Rock und diese Vorliebe begleitet mich schon fast 2 ½ Dekaden und hat sich auch nicht wirklich eingestellt – GOTT SEI DANK!!!

Denn sonst hätte ich nicht dieses Debütscheibchen, der Sölvesborger (Schweden) Combo, kennengelernt und das wäre doch mal echt total fies gewesen ... wo ich doch so sehr auf gute Musik stehe ;-).
 


Die DUST BOWL JOKIES haben sich, wie viele ihrer Landsmänner, dem dreckigen und glamigen Rock auf die Fahnen geschrieben und liefern mit „ Cockaigne Vaudeville“ ihre erste, abendfüllende Studiorelease ab. Die glücklichen Schweden lassen sich den Silberling schon seit Anfang 2012 um die Ohren schmettern und der Rest der Welt musste noch satte 2 ½ Jahre warten, bis sie die volle Glam Rock Bedienung zu gehör bekommen durfte. Die Welt ist einfach ungerecht - und besonders wenn es darum geht, dass man ein verdammt gutes Stück Unterhaltungsmusik vorenthalten bekommt!!


Formiert haben sich die Pferdeführer 2011 und haben seitdem, wenigstens national, Konzert- und Festivalauftritte absolviert. Ob die Jungs auf dem europäischen Kontinent und der restlichen Welt auch Erfahrungen sammeln konnten, entzieht sich meiner Kenntnis. Schon ein Jahr nach der Gründung enterten die Herrschaften Alexx (Gesang), Victor (Gitarre), Nicke (Gitarre), Freddan (Bass) und Action (Schlagzeug) das Studio und spielten „ Cockaigne Vaudeville“ ein. Produktionstechnische Unterstützung erhielten sie durch Nicko DiMarino und Beau Hill. Besonders Letztgenannter dürfte den lebenserfahrenen – sprich steinalten ;-) - Rockero mit 1000%iger Sicherheit ein Begriff sein. Veredelte er doch unter anderem Scheiben von ALICE COOPER und EUROPE.

Mit diesem Produktionsteam in der Hinterhand, viel Selbstvertrauen, dem musikalischen Können und einer riesigen Menge an rotzigem Material / Sondideen hat die Combo eine Scheibe eingehämmert, die an Energie, Schweiß & Rotz und massig Ohrwürmern kaum zu überbieten ist.

Und dadurch kristallisiert sich auch die enorme Stärke der Band heraus. Trotz des wirklich sleazy und harten Rockgrundgerüsts haben die JOKIES verdammt coole und mitsingbare Chorusse bzw. Refrains in die Songarrangements eingebaut. Des Weiteren sind die Songs einfach klasse komponiert! Die Schweden haben ihr Hauptaugenmerk auf rotziges, voller klasse Hooklines steckendes Songmaterial, mit Platz für melodische Einschübe, gelegt und jeder der 11 Tracks (inklusive 2 Bonussongs) ist eine Aufforderung einfach steil auf den JOKIES – Sound abzugehen. 

Der Opener „Down To The Bone“ ist ein Paradebeispiel für die musikalische Marschrichtung, welche dem Zuhörer 42 Minuten lang, nicht mehr loslassen wird. Die Musiker und der Sänger sind einfach, für mich persönlich, das Nonplusultra in Sachen Glam Rock. Ein leicht krächziger, rauer und mittelhoher Gesang, tolle mehrstimmige Chöre, zwei richtig gute Gitarristen, welche durch ideenreiches Spiel begeistern und eine knall-furz-trockende und peitschende Rhythmustruppe. Ein wirklich geiler Start! Das nachfolgende „Living In A Cellar“ setzt da noch einen drauf. Der Refrain ist einfach Sahne und der, ab und an, durchschimmernde Rock 'n' Roll Touch macht die Nummer einfach total Lecker! Ein bisschen stampfend ist „Lady Lechery“ ausgefallen und fällt besonders, durch die Intonierung des Bass/Schlagzeug-Gespanns, auf. Sehr powervoll und dynamisch wie die beiden Bengel sich da betätigen. Sie stehlen sogar dem wirklich starken Gitarren-Duo die Show. Mit „Boots On Rocks Off“ wird endgültig die ULTIMATIVE Glam Rock Party gestartet. Alexx singt, kreischt (naja eher angekreischter Gesang) und krächzt sich durch den Rocker mit voller Hingabe. Er und der Refrain – bzw. Chöre sind einfach das Highlight bei dem Track. Treibend und stampfend, mit einem sehr coolen Groove, ist „Whore Of Babylon“ ausgefallen. Die Nummer bekommt im weiteren Verlauf einen sehr rockigen Gitarrenunterton. Für mich eine der coolsten Glam Rock Nummern seit Langem! Mitfeiern ist wieder bei „Vulture Culture“ angesagt. Die Idee einen Ausflug ins Swing-Gefilde zu unternehmen geht voll auf! Passt wie der Eimer auf den Arsch. Für ein gehöriges KICK ASS Feeling sorgt „Burlesque“ und der granatenstarke Abschlusstrack „Blood, Sweat And Perfume“ (siehe Clip). Beide Nummern sind sehr hart und treibend in der Grundausrichtung und verfügen über eine exorbitant gute Gitarrenführung, klasse Backings und einem Sänger, der es wirklich, auf der ganzen Scheibe schafft einen sehr positiven Eindruck zu hinterlassen und der Mucke seinen unverkennbaren Stempel aufdrückt. 

„Cockaigne Vaudeville“ ist das coolste Glam Rock Album, welches ich seit mindestens einem Jahrzehnt gehört habe. Es steckt voller Ideen, ist sehr eigenständig und wird von den 5 Schweden, in hervorragender Manier, dargeboten. Ich bin schier begeistert. 

Wenn sich die HARDCORE SUPERSTAR auflösen, brauchen wir nicht allzu lang trauern, denn die noch besseren Erben stehen schon parat und hören auf den Namen DUST BOWL JOKIES!!

 Ein absoluter MUSSKAUF für alle Rockeros, die auf ehrlichen, coolen und sehr rotzigen Glam Rock abfahren!

Ich spucke mal 9-mal kräftig ins Eck!

Götz

Freitag, 26. Dezember 2014

Kostenlose und legale Feiertags Hartwurstmucke Part III - LOVE CREAM - "First Taste"

Hallo Rockeros,

so nun gehen wir in die dritte und - für heute - letzte Runde der Download-Vorstellungen.

Dafür habe ich mir extra ein SAHNEBONBON aufgehoben.

Die Kängurus aus Adelaide haben sich dem Spät 80iger Rock verschrieben. Und dies machen sie so EXORBITANT gut, dass man denkt, dass diese Frischlinge direkt vom Sunset Strip kommen würden.

LOVE CREAM beweisen, dass dieses Genre nicht miefig, altbacken und antiquitiert klingen muss. Ohne große Experimente zimmern die Jungs eine MEGAFRISCHE und ABWECHSLUNGSREICHE CD heraus und zeigen der Konkurrenz wo der Frosch die Locken trägt.

Mit ihrer Mischung aus Rock, Glam und Sleaze haben sie bei mir genau den richtigen Nerv getroffen.

"First Taste" macht einfach nur unwahrscheinlich viel Spaß!!!

Hier könnt Ihr euch das Album anhören und kostenlos/legal downloaden (wie immer "name your price" mit der Ziffer "0" ausstatten und schon ist es Euer)!

LOVE CREAM - First Taste

Rockt mal schön ab!

Götz

Kostenlose und legale Feiertags Hartwurstmucke Part II - STEALING EDEN - "Truth In Tragedy"

Hallo Rockeros,

Ihr habt das Problem, dass Ihr generell dem AOR nicht abgeneigt seid, aber vermisst auf der anderen Seite so ein bisschen den härteren Einschlag?

Dann solltet Ihr mal "TIT" antesten. Das Debütalbum von 2011 verbindet dieses Genre mit richtig kräftigen und guten Modern Rock der Marke ALTER BRIDGE, CREED und NICKELBACK (den ALTEN!!!).

Matermind David Ottoson (Gesang, Gitarre und Produktion) hat für 2015 ein neues Album angedroht, auf das ich schon mächtig gespannt bin.

Bis dahin kann man sich die Wartezeit, mit dem Hören des Debüts, sehr gut versüssen.

Hier könnt Ihr Euch die Songs anhören und das Album ("name your price" Ziffer "0" eingeben) legal und kostenlos downloaden.

Viel Spaß und ROCK ON!

Kostenlose und legale Feiertags Hartwurstmucke Part I - HUSH 'N RUSH


Hallo Rockeros,

über die Feiertage habe ich so ein bisschen im Netz, nach legalen und kostenlosen Hartwurst Rock Scheiben gestöbert und habe – hoffentlich - so manch interessante Formation / Scheiblette ans Tageslicht hervorgebracht.

Von manchen Sachen werde ich mit absoluter Sicherheit noch eine Rezi machen, oder auch hier kurz vorstellen.

Den Anfang macht die Combo HUSH 'N RUSH.

Die Band besteht aus:
Stavros Papadopoulos
- Gesang und Gitarre

Panagiotis Zampourlis
- Gitarre

Giorgos Filopelou
- Bass

Lazaros Simitsis
- Schlagzeug
Die Jungs sind richtige Arbeitsbienen, denn sie haben dieses Jahr schon 3 Scheiben - in Eigenregie -
veröffentlicht.

Die Griechen haben sich dem guten alten Classic Rock verschrieben, den sie immer wieder, mit Ausflüge in den Funk, aufpeppen.

Ihre knochentrockene und groovige Variante des Rocks erinnert mich ein bisschen an eine Mischung aus DEEP PURPLE + WHITESNAKE treffen auf STEVIE SALAS. Das ganze klingt einfach verdammt frisch und absolut zeitgemäß.

Auf Bandcamp stehen alle 4 bisher erschienene Alben, als kostenloser und legaler Download, zur Verfügung. (Ihr kennt das Spiel: Bei „name your price“ einfach die Ziffer „0“ eingeben).


 

Hier könnt Ihr Euch die Scheiben anhören und ziehen:

Viel Spaß beim Abrocken!!!

Götz

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Harem Scarem - Thirteen

Band: Harem Scarem
Album: Thirteen
Spielzeit: 38:25 min
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.12.2014
Homepage: http://www.haremscarem.net/




Wertung:  6,5  von 10



Tracklist:


 1 Garden of Eden
 2 Live It
 3 Early Warning Signs
 4 The Midnight Hours
 5 Whatever It Takes
 6 Saints and Sinners
 7 All I Need
 8 Troubled Times
 9 Never Say Never
10 Stardust


Wieder mal ein Abschied, der keiner war. Vor. ca 6 Jahren verkündeten Harem Scarem ihr Farewell um im letzten Jahr den Klassiker "Mood Swings" neu einzuspielen und zum Jahresabschluss 2014 nunmehr gar ein komplett neues Album einzutüten. Je nach Sichtweise kann das nun positiv oder negativ bewertet werden, für mich ist es so eine Art Mittelding. Die Neueinspielung von "Mood Swings" war für mich mehr als überflüssig und erfolgte wie so oft ausschliesslich aus monetären Gründen, nachdem keine Rechte an den Originalaufnahmen bestanden. Dass man den Spirit und das Feeling von anno dazumal nicht so einfach mir nichts dir Nichts wieder einfangen kann hört man "Mood Swings II" aber auch stark an. Die Scheibe habe ich seit der Review (siehe hier) nie mehr angehört. Die Bonustracks in Form neuer Studiostücke waren auch nicht derart ausgestattet, dass man nun lechzend einer neuen HS-CD entgegenfiebert und so ist das Endergebnis dann auch eher biederer Durchschnitt denn ein Klassiker, den ich auch nicht wirklich erwartet habe (auch wenn gewisse Webseiten es anders sehen).
Die Scheibe ist sicherlich nicht schlecht, doch wirklich neue Impulse werden nicht gesetzt. Die Songs bieten Versatzstücke von Altbekanntem, nur dass es das eben schon einmal besser gegeben hat in früheren Tagen. 
Was sich bereits auf der letzten regulären Studioscheibe "Hope" andeutete, setzt sich auch auf "Thirteen" fort: Die unwiderstehlichen Refrains, die die Band früher ausgemacht hat, gibt es leider nur noch andeutungsweise.

"Garden Eden" ist zwar ganz nett, aber für einen Opener doch etwas arg unspekatakulär."Live It" ist da schon von einem anderen Kaliber, bei dem Song hat man nicht das Gefühl, ihn bereits schon einmal gehört zu haben, und die Queen-Anleihen beim Gitarrensound sind eine schöne Hommage. Der mit Abstand beste da originellste Song des gesamten Albums
"Early Warning Signs" beginnt mit einem Thin-Lizzy-Gedächtnis-Riff, der Chorus ist durchaus gelungen und auch die Produktion kommt hier sehr fett rüber.
Für "The Midnight Hours" kann man auch  den Daumen nach oben halten, ein durchaus gelungener Uptempo Song ebenfalls mit zündendem Refrain.
"Whatever It Takes" dagegen ist eine Ballade, die man bestimmt schon  fünf Mal von den Jungs gehört hat, leider nur um einiges besser. Nett aber nicht mehr.
"Saints And Sinners" geht dann voll in die Hose, zwar ein nettes verspieltes Gitarrenriff aber leider ohne jeglichen Wiedererkennungswert, Füller durch und durch. "All I Need" macht mit seiner hymnischen Struktur zwar wieder Boden gut, ist aber auch nicht gerade als das absolute Highlight zu betrachten.
"Troubled Times" ist leider auch "Harem Scarem nach Zahlen", bereits mehrfach gehört und das besser und wieder fehlt ein Chorus, der das Wort "Chorus" auch verdient. Das getragene "Never Say Never" löst bei mir auch nur leichtes Gähnen aus. Eine durchschnittliche Nummer, sicherlich nicht übel aber auch weit davon entfernt gleich in Begeisterungsstürme auszubrechen.

Der Rausschmeisser "Stardust" holt zum Schluss dann auch keine Kohlen mehr aus dem Feuer, auch eine mehr getragene Nummer, die einen eher auf die Uhr blicken lässt.

Alles in Allem ist "Thirteen" ein Spiegelbild der Melodicrock-Veröffentlichungen 2014 für mich. Es regiert der maue Durchschnitt und allgemein werden Bands und CD's hochgejubelt, die es eigentlich nicht verdient haben. Meiner bescheidenen Meinung nach zumindest nicht. Die überdurchschnittlichen Mel-Rock-CD's 2014 kann man lockerst an einer Hand abzählen,  von Tiefschlägen wie H.E.A.T. oder Work Of Art rede ich da mal gar nicht. 
Live kann man sich Harem Scarem durchaus geben, der Auftritt 2013 in Ludwigsburg war sehr gut, aber da wurden auch fast nur alte Klassiker gespielt. "Thirteen" schreit nicht gerade danach, live gehört zu werden und ist für mich doch sehr durchschnittlich ausgefallen.

Aufgrund der Verdienste in der Vergangenheit erhält "Thirteen" gerade noch 6,5 Punkte. Hört man sich die Scheibe "Back To Back" zu Klassikern wie "Weight Of the World" oder "Mood Swings" an wird man doch leider sehr schnell ernüchtert.


Martin 




Montag, 22. Dezember 2014

Jack Bruce - Rockpalast : The 50th Birthday Concerts


Interpret : Jack Bruce
Video : Rockpalast : The 50th Birthday Concerts 2DVD
Spieldauer : ca. 235 Min.
Veröffentlichung : 05.12.2014
Plattenfirma : MIG
Homepage : www.jackbruce.com

Wertung : 7 von 10

Trackliste DVD 1:
  1. Improvisation On Minuet No.1
  2. FM
  3. Can You Follow
  4. Running Thro' Our Hands
  5. Childsong
  6. The Tube
  7. Over The Cliff
  8. Statues
  9. First Time I Met The Blues
  10. Smiles and Grins
  11. Bird Alone
  12. Neighbor, Neighbor
  13. Born Under A Bad Sign
  14. Boston Ball Game 1967
  15. Ships in the Night
  16. Willpower
  17. Never Tell Your Mother She's Out Of Tune
  18. Theme From An Imaginary Western
  19. Golden Days
Trackliste DVD 2:
  1. As You Said
  2. Rope Ladder To The Moon
  3. Life on Earth
  4. Drum Solo "Simon Philips"
  5. NSU
  6. Sitting On The Top Of The World
  7. Politician
  8. White Room
  9. Sunshine Of Your Love
  10. Blues You Can't Lose
  11. Life on Earth
  12. NSU
  13. Sitting On The Top Of The World
  14. Politician
  15. Spoonful
  16. White Room
Wir schreiben den 2. und 3. November 1993, John Symon Asher Bruce alias Jack Bruce, feiert nachträglich seinen 50ten Geburtstag und lädt Freunde und Gäste ins Kölner E-Werk ein. Zwei Abende, die damals vom Rockpalast-Team aufgezeichnet und jetzt über das deutsche MIG (Made In Germany)-Label in drei verschiedenen Versionen zugänglich gemacht wurden. Mir liegt die "DVD Edition" vor, welche zwei DVDs mit beiden Konzerten im 4:3 Format und einer Laufzeit von jeweils zwei Stunden enthält. Erhältlich sind zwei weitere Ausgaben, die "Special Edition", die 3 DVDs und eine Bonus-CD enthält und die "Extended Edition", welche die beiden DVDs der "DVD Edition" plus Bonus CD "The Lost Tracks" enthält. Puh...

Jack Bruce eröffnet seinen Festreigen mit dem Cello, welches er einst zur Seite legte, um in einer Jazzband mitspielen zu dürfen. Dieses ersetzte er seinerzeit durch einen Kontrabass und wurde zu einem der stilprägendsten und einflussreichsten Bassisten der Rockgeschichte. Bruce's Verdienst liegt darin begründet dass seine offensiv-druckvolle Spielweise und sein Auftreten aus dem Bassisten als Begleitmusiker, der hauptsächlich im Hintergrund neben dem Schlagzeug stehend agierte, einen gleichberechtigten, weil wichtigen Bestandteil einer Rockband machte. Die Legende Jack Bruce starb am 25. Oktober diesen Jahres.

Das für heutige Sehgewohnheiten ungewohnte 4:3-Bildformat trübt meine Freude zu Beginn der Livedarbietung gewaltig, jedoch lässt sich dies trotz heutiger Technik offensichtlich nicht ändern. Blendet man dies aus, bleibt eine hochinteressante Aufnahme eines Künstlers, der Generationen von Rockfans begeistern konnte. Darüberhinaus ist die Gästeliste beider Abende gespickt mit Freunden und Wegbegleitern von Jack Bruce, als da wären: Clem Clempson und Gary Moore (Gitarre), Simon Phillips und Ginger Baker (Schlagzeug), Dick Heckstall-Smith und Art Themen am Saxophon als auch Maggie Reilly und Gary "Mudbone" Cooper am Mikrophon. Bernie Worrell und Gary Husband an den Keyboards und weitere Musiker runden die hochkarätige Gästeliste ab.


Der Einspieler, den ihr hier anklicken könnt, täuscht vielleicht ein wenig darüber hinweg dass vier Stunden verdammt lang werden können. Mit einem besonders gut aufgelegten Gary Moore an der Gitarre nimmt die Sache im hinteren Drittel jedoch Fahrt auf und macht richtig Spaß. Dass an Moores Stelle Eric Clapton hätte stehen müssen, was, warum auch immer, nicht der Fall ist, stört mich kein bisschen. 

Auch wenn die Musik des gebürtigen Schotten nicht immer als leichtverdaulich zu bezeichnen ist, Anhänger seines Schaffens lieben schräges Zeugs wie Over The Cliff, hier werden die Grenzen der Rockmusik ausgelotet und überschritten. Wer damit einverstanden ist, dass Tonleitern hoch und runter und kreuz und quer gespielt werden, wird seine helle Freude haben, wer mit dem musikalischen Schaffen des Bassisten nicht vertraut ist und durchgehend Highlights der Marke White Room erwartet, wird enttäuscht sein. Bruce beginnt seine Party mit einem vier Songs andauernden Piano-Set, bevor er die Bassgitarre herausholt um, begleitet von Ginger Baker und Saxophonist Dick Heckstall-Smith, einen Rückblick seines Schaffens zu zelebrieren. Im weiteren Verlauf werden natürlich Klassiker wie Willie Dixon's Spoonful oder die magischen Ballade Ships In The Night mit Sängerin Maggie Reilly vorgetragen, auch alte Cream Nummern kommen nicht zu kurz, Politician, Sunshine Of Your Love oder NSU fehlen ebenso wenig wie Drumsoli von Simon Phillips oder Ginger Baker und selbstredend immer wieder die vom Publikum beinahe in sakraler Ehrfurcht angehimmelten Fretless-Bassläufe eines Jack Bruce.

Doch Jack Bruce wäre nicht Jack Bruce, wenn er nicht mehr als all das zu bieten hätte. Er wechselt wie selbstverständlich vom Jazz in den Blues und durch den Funk wieder dorthin zurück. First Time I Met The Blues macht deutlich, dass in dem Mann mehrere Geister wohnten, schliesst bitte die Augen und hört ihm zu. Seine Stimme hat eine tiefschwarze Seele, und sie hat etwas zu sagen. Mit dem Auftritt des ehemaligen Sly Fox / Parliament Funkmonsters Gary "Mudbone" Cooper gibt eine weitere musikalische Facette ihr kurzes Stelldichein. 

Kurzum, Jack Bruce überzeugt das ruhige, weil gefesselte Publikum auf ganzer Linie mit einem Rundum-glücklich-Paket für das ich mir gerne die Zeit genommen habe. Wer von Euch mal Abwechslung braucht, sollte sich auf Jack Bruce einlassen, es lohnt sich !


Bernd Fischer

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Vargas Blues Band - From The Dark


Band : Vargas Blues Band
Album : From The Dark
Spielzeit : 50:52 Min.
Veröffentlichung : 21.11.2014
Plattenfirma : Off Year Rocka Recordings
Homepage : www.vargasblues.com

Wertung : 8 von 10

Trackliste :
  1. Bye Bye Zombie
  2. Let It Go
  3. Moon Light Blues
  4. Runaway
  5. Palace Of The King
  6. Radioactivity
  7. Inner Sun
  8. Stealer Of Love
  9. Out Of The Dark
  10. Roy's Blues
  11. Esperanto
Das Jahr 2014 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und Javier Vargas' aktuelles Album From The Dark könnte schon meine letzte Empfehlung eines an Höhepunkten nicht gerade armen Jahres sein. Der fleissige Spanier kredenzt uns zum Jahresausklang mit seiner Vargas Blues Band nämlich noch schnell ein paar herzhaft angerichtete Häppchen für Bluesrock-Feinschmecker...


Studioalbum Nr.16 hört auf den Namen From The Dark, will aber im Gegensatz zum Albumtitel überhaupt nicht melancholisch oder gar dunkel wirken. Im Gegenteil, mit dem Opener der Scheibe, Bye Bye Zombie, haut Vargas ein paar deftige Gitarrenriffs raus und begeistert mich vom Fleck weg mit knallhartem Bluesrock. Vargas wirft seit 1991 regelmäßig frisches Material auf den Markt, seit 2007 jährlich. Was diese knappe Stunde Musik jedoch hörenswert macht, ist das feinsinnige Gespür des Gitarristen für harte Riffs als auch melodische Songstrukturen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Moon Light Blues, ein Song voller emotionalem Gesang des Briten Gaz Pearson, fein abgeschmeckt und aufgewertet durch Dani Wilde's zurückhaltende Backgroundvocals. Mrs. Wilde ist es denn auch, die dem ohnehin wunderschönen Palace Of The King-Cover (Freddie King) eine Extraportion Glanz verleiht.
Vargas' hervorragende Gitarrenarbeit darf als angenehm unaufdringlich, jedoch stets präsent, bewertet werden. Schön, denn so ist die Scheibe kein Alleingang eines Bandhäuptlings, sondern ein echtes Bandprojekt. Vargas-Kenner wissen dies aber ohnehin seit Jahren zu schätzen.
Die Vargas Blues Band drückt dankenswerterweise nicht unablässig aufs Gaspedal, sie streut immer mal wieder Abwechslung in das harmonische 11-Songs umfassende Paket. So startet Radioactivity mit einem Drum-Lick, wie es ZZ Top einst für ihren Überhit Gimme All Your Lovin' verwendeten, um sich danach in eine lässige, leicht angefunkte Rocknummer zu verwandeln. 



Inner Sun lädt in der Folge eher zum Relaxen ein, doch letztlich sind es Nummern wie Roy's Blues, die mich persönlich ansprechen. Sicher, hier dominiert Vargas als Gitarrist das Geschehen, lässt seinen Ideen in Form eines fast 5-Minütigen Solos freien Lauf und wird dabei von einem schönen Keyboard als auch einem groovenden Rythmusfundament unterstützt. Dieser wunderbare, rein instrumentale Blues würde From The Dark allerfeinst beenden, wäre da nicht noch Esperanto, die Schlussnummer. Ach wie schön...darauf warten doch alle, die Vargas mögen. Er pumpt seine spanischen Wurzeln in einen fett wummernden Basslauf und heraus kommt ein feiner, instrumentaler Abgang. Flamenco meets Bluesrock, mit dieser Formel beendet Javier Vargas ein tolles Album, dessen beiden Schlussnummern leider unter einem krächzenden Nebengeräusch leiden, welches ich mir nicht schönhören konnte. Zwei CD Player geben dieses Geräusch wieder, insofern scheint dies produktionsbedingt zu sein, was ich echt schade finde, aber nicht überbewerten möchte.

Wer noch auf die schnelle ein schönes Geschenk für den Blues-Fan sucht, liegt mit From The Dark vollkommen richtig. Eine knappe Stunde feiner, moderner Bluesmusik kann ohne Risiken und Nebenwirkungen verschenkt werden.   


Bernd Fischer

Sonntag, 14. Dezember 2014

20 DARK SEVEN - Roar



Band: 20 DARK SEVEN
Album: Roar
Spielzeit: ca. 46 min.
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 31.10.2014
Homepage: www.reverbnation.com/twentydarkseven


Wertung: 9,25 von 10


Tracklist:

    1. Do You Like The Dark
    2. Come Undone
    3. Heart Of A Lion
    4. So Damn Insane
    5. Killing With Kindness
    6. Edge Of A Knife
    7. You Don´t Know Me
    8. Stand Your Ground
    9. Back In The Dirt
    10. Hard Times Coming


Glückwunsch, Herrschaften … Ihr habt es geschafft, dass ich mit meinen fast 43 Jahren wieder wie ein junger Derwisch durch mein Wohnzimmer tobe, mich auf die Knie fallen lasse und zu Euren Tönen ein Luftgitarrensolo nach dem Anderen zum Besten gebe.

Warum?
1. Weil ich es kann!
2. Weil Ihr so ein geiles Scheibchen auf den Markt geschmettert habt!!!!!

Sooo... jetzt habe ich mal gleich mein Fazit an den Anfang gesetzt und vermutlich wird es wohl eine der kürzesten Rezensionen, welche ich je geschrieben habe!

Das „junge“ deutsch/niederländische Projekt (oder ist es gar eine feste Band??) 20 DARK SEVEN haben ein überdurchschnittliches Debüt in Form von „Roar“ abgeliefert, welches eine Zeitreise, in die glorreichen Mid/End Eighties, darstellt und jedem Fan vom harten, authentischen, kompromisslosen, 100% maskulinen und Medizinball-großen Eier Heavy Rock, in Ekstase versetzen wird!!!

Die Kerle haben die Eierschalen hinter den Ohren schon seit etlichen Jahren abgeworfen, tummeln sich schon seit Längerem in der internationalen/nationalen Rockszene herum und haben sich, als Einzelmusiker, einen hervorragenden Ruf erspielt.

Ein Line-Up sagt zwar nichts über die Qualität des Endproduktes aus, lässt den Heavy Rock Kenner aber hoffen … und in diesem Falle einfach zu Recht!

Die Formation besteht aus:
Marcus Jürgens – Gesang (Ex-PUMP, Ex- BRAINSTORM),
Peter Wagner – Gitarre (Ex-WICKED TEMPTATION, PILEDRIVER)
Alex Jansen - Bass (Ex-MENNEN, FOX)
Hans in 't Zandt – Schlagzeug (Ex-VENGEANCE, PRAYING MANITS)
Die Bengel sind also wahrlich keine Grünschnäbel und wissen zu 100%, was sie wollen! Und zwar rocken, bis sie umkippen und dies gelingt ihnen einfach fantastisch. Sie erfinden das Hardrock-Rad nicht neu, dies wäre, aber für diese Art von Mucke, auch einfach total unnötig. Ihr frischer, harter Heavy Rock, welcher immer wieder genügend Freiräume für melodische Ansätze lässt, knallt extrem wuchtig und gut produziert aus den Speakern und offenbart seine Wurzeln. Diese liegen im internationalen Musikzirkus des harten Rocks und lässt Erinnerungen an Bands wie SINNER, VICTORY, DOKKEN und OZZY OSBOURNE wach werden. All die positiven Eigenschaften der aufgeführten Bands verbindet die Combo mit eigenen Ideen und einem zeitgemäßen/einfallreichen Songwriting. Zwar können sie das Niveau nicht auf ganzer Strecke halten, aber die Schwachstellen bewegen sich in einem nicht zu berücksichtigen Bereich und sind kaum erwähnenswert.

Das richtig raue, vor kraft nur so strotzende Organ von Marcus, das coole Gitarrenspiel von Peter - welches mich sehr, sehr stark an die Saitenzupfer Lynch und Wylde erinnert - und die gnadenlos perfekt aufeinander abgestimmte Rhythmus-Maschinerie Alex & Hans machen „Roar“ zu einem einfach tollen Hörvergnügen der EXTRAKLASSE.

Empfehlung zum Reinhören???
Auf FB habe ich gestern den Clip zu „ Heart Of A Lion“ gepostet – ansonsten die ganze Scheibe rauf und runter, von unten nach oben und von rechts nach links!!!

Schmiert Euch Butterbrote, kocht frischen Kaffee auf, reißt die CD aus dem Regal Eures Plattendealers und belagert den Player.

ABSOLUTER PFLICHTKAUF für Fans der o.g. Bands und all den Rockeros, mit einem fantastischen Musikgeschmack ;-).

Für mich das Heavy Rock Album des Jahres!!!!

Ich brülle den Jungs mal 9,25 Punkte entgegen!

Götz

Mittwoch, 10. Dezember 2014

VANADINE - Liar


Band: Vanadine
Album: Liar
Spielzeit: ca. 43 min.
Plattenfirma: Lictoc Music
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage:
www.vanadine.net


Wertung: hauchdünne 6 von 10


    01. DISPLEASED
    02. FUCK U
    03. MAKE MY DAY
    04. FEEL 4 YOU
    05. DA BOOBS
    06. RAINY DAY
    07. LIAR
    08. WANNA CRY
    09. HURTS
    10. PASSED AWAY
    11. ROCK YOU
Herrschaften, nehmen Sie sich doch 'nen Keks und anschließend einfach Platz …



zwischen den Stühlen.


Dies könnte das Motto der Eidgenossen gewesen sein, als sie sich an das Songwriting begeben haben, aber starten wir doch ganz vorne und tasten uns immer weiter voran, um „Liar“ zu verstehen bzw. besser kennenzulernen.

Die Schweizer „VANADINE“ servieren uns mit dem Debüt eine große Stilvielfalt, welche Melodic Rock, kernigen Hardrock, Heavy Metal, mit modernen Elementen, und NU Metal beinhaltet. Diese Mixtur kann sehr gut funktionieren, wie die Vergangenheit schon gezeigt hat.

Die Band aus dem Kanton Thurgau hat sich keine musikalischen Grenzen aufgesetzt und versucht durch eine enorme Vielseitigkeit zu glänzen … oder ist es einfach nur plumpe Anbiederei um, auf biegen und brechen, den möglichen Erfolg herauf zu beschwören?!

Was nun die Hauptmotivation des Quartetts ist, kann ich noch nicht wirklich beurteilen. So ganz schlüssig bin ich mir, bei dem Quartett, noch nicht, tendiere aber zur Meinung, dass beide der o.g. Faktoren einen starken Einfluss auf das Songwriting genommen haben.

Die Band bestehet aus:
  • Mitch – Gesang
  • Chris – Gitarrenarbeit
  • Tom – Bass
  • Andy – Schlagzeug
Liar“ wurde von Yps Limburg (BONAFIDE) produziert und kommt mit mächtig viel Schmalz aus den Boxen gedonnert. Kraftvolle Riffs, ein ausdrucksstarker Sänger und eine sehr stabile Rhythmusfraktion erreichen den Zuhörer und der Opener „Displeased“ erinnert mich an eine moderne und junge „OZZY“ Variante. Moderne Tunes / elektronische Spielereien treffen auf klassischen Heavy Rock. Die Gitarrenarbeit ist einwandfrei und die Rhythmus-Musikanten treten sehr ordentlich und kräftig Popo. Sänger Mitch hinterlässt mit seiner Stimmmischung aus OZZY und UDO + moderne Gesangsparts einen ordentlichen Eindruck. Gefällt mir wirklich gut. „FUCK U“ ist einfach GRÜTZE! Punkige Töne mit einem bisschen schweren Rock, ein paar „Lalalala Singalongs“, ultrapeinliche Lyrics. Musikalisch könnte das spät pubertierenden Endvierziger vielleicht gefallen. Einen Ausrutscher könnte ich den Schweizern ja verzeihen und tu dies im ersten Moment auch, da das „Make My Day“ einfach schweinegeil ausgefallen ist. Moderner Hardrock, Akustik - Gitarreneinsätze, Modern Rock Einschübe, Shout Chöre und einfach eine tolle und mitreißende Intonierung der Formation. Alle Daumen nach oben! Warum die Band gleich 3 (!!!) ultra-peinliche und langweilige Balladen („Feel 4 You“, „Wanna Cry“ und „Passed Away“) auf „Liar“ gestellt haben, möchte ich erst gar nicht wissen … Fakt ist: Die hätte schon niemand, vor 30 Jahren, hören wollen! Was zur Hölle soll denn bitte „Da Boobs“ sein?! Riffcollagen, kranker, schräger Gesang und NU Metal Nuancen.Total uninspiriert, unnötig und schlecht. Um es mal mit dem Songtitel von VANADINE auszudrücken: FUCK U!!! Gut ist auch wieder „Rainy Day“ ausgefallen. Es ist echt verwunderlich, aber die Band funktioniert, für mich persönlich, nur wenn sie sich auf gradlinige modern angehauchte Songs versucht, der Rest geht irgendwie total in die Hose. Dies trifft auch auf den Titelsong zu. Sehr groovy, straight und einprägsam gehalten. Neben dem Opener. "Rainy Day" und „Make My Day“ der einzige Song, welcher mir bisher wirklich auf Anhieb gefiel! „Hurts“ ist tonnenschwer, stampft und lädt zum „SLO-MO Headbangen“ ein. Eine nette wuchtige Nummer mit einer coolen Percussion/Gitarren-Arbeit. „Rock U“ ist GRÜTZE Part II – die Raketenwissenschaftler haben das „FUCK U“ durch „ROCK U“ ersetzt. Mannomann …

Auch mit viel wohlwollen und viel Sympathie, für den Versuch klassischen Heavy Rock mit modernen Klängen zu verbinden, kann ich hier keine gute Wertung abgeben. Dafür ist die Qualität einfach zu schwankend und so mancher Versuch endet halt auch in der totalen Peinlichkeit!

5 richtige Knallernummern rechtfertigen einfach keine gute Benotung, wenn mindestens 3 Songs voll nach hinten losgehen und 3 weitere Tracks auch nicht wirklich vor Ideenreichtum glänzen und heute keinen mehr begeistern können.

Wirklich schade! Die Idee war gut, die Ausführung aber nur ausreichend, um nicht in die niedrigere Bewertungsskala abzurutschen.

6 laue Pünktchen.

Götz