Sonntag, 31. August 2014

Kissin' Dynamite - Megalomania

Band: Kissin' Dynamite
Album: Megalomania
Spielzeit:  39:24 min.
Veröffentlichung: 22.08.2014
Plattenfirma: Afm Records (Soulfood)
Homepage:www.kissin-dynamite.de


Wertung:  9 von 10
 
 
Tracklist: 

 
01. DNA
02. Maniac Ball
03. VIP In Hell
04. Fireflies
05. Deadly
06. God In You
07. Running Free
08. Legion Of The Legendary
09. The Final Dance
10. Ticket To Paradise 



Unter manch ach so hartem Metaller scheint es ja Mode zu sein, über Kissin' Dynamite seine Witzchen zu machen, von wegen "Kiddie-Rock" etc.. Jedem das Seine (und mir das Meiste) sag ich da immer, ich mache jedoch meinen Musikgeschmack nicht abhängig von Gruppenzwängen. Und wenn man die vorangegangenen Releases der schwäbischen Jungs einmal trocken analysiert stellt man schnell fest, dass es sich um eine sehr gute Truppe handelt, die hochwertige Songs schreibt und die auch mit Abwechslungsreichtum  agiert. Keine Kissin' Dynamite Scheibe glich bislang der vorherigen und so macht auch die neue Scheibe "Magalomania" hier keine Ausnahme.
Optisch schlicht gehalten ist auf dem neuen Rundling der Härtegrad im Vergleich zum Vorgänger "Money, Sex & Power" noch um einiges angezogen worden. 
Der Opener und zugleich das erste Video (s.u) in Form von "D.N.A." gibt gleich die Marschrichtung vor. Perfekt produziert (Sascha Paeth von Avantasia an den Reglern ist für den voluminösen Sound zuständig, alles andere als ein Top-Sound wäre also eine Überraschung gewesen) kickt der Song ordentlich Arsch, wenn auch die Keyboard-Einsprengsel etwas befremdlich wirken aber trotzdem ein guter Einstieg.
Das schleppende "Maniac Ball" hat auch eine ansprechende Melodieführung, sticht allerdings nicht allzusehr heraus. V.I.P. in Hell" als Speedgranate setzt mit ohrwurmartigen Refrain das hohe Niveau fort.
Die Bombastballade "Fireflies" kommt gerade richtig zum Durchatmen, auch dieser Song ist auf der Habenseite zu verbuchen. Insbesondere Hannes Braun hat sich stimmlich erheblich weiterentwickelt und hat nun ein etwas tieferes Timbre, das ihm gut zu Gesicht steht.
Das treibende "Deadly" erinnert etwas an Edguy und Co, ebenfalls wieder ein hitverdächtiger Chorus, der die Orwascheln umschmeichelt.
"God In You" ist der modernste Track auf "Megalomania", anfangs recht percussion-betont, hat der Track leichte Industrial-Anleihen und entwickelt sich letztlich zu einem weiteren Song jenseits des Geschwindkeitslimits.
"Running Free" ist glücklicherweise keine Iron Maiden-Coverversion, sondern ein Song mit schönen 80er Chören, ohne jedoch auf moderne Zutaten und isnbesondere eigene Note zu verzichten. Nicht jede Band kann von sich sagen., dass sie einen urtypischen Stil hat, aber Kissin' Dynamite schaffen es auf "Magalomania" trotz der unvermeidlichen Anleihen bei bekannten Genregrössen durchaus eigenständig und unverwechselbar zu klingen.

"Legion of the Legendary" wäre bei jeder anderen Truppe wohl das Highlight der Scheibe, zwar ein guter Song aber auf "Megalomania" nicht das absolute Highlight.

Mit "The Final Dance" gibt es noch eine zweite hochklassige Ballade, die sich auf dem selben Level von "Fireflies" bewegt. 
Also ob dies noch nicht genug wäre gibt es abschließend mit "Ticket To Paradise" noch einen veritablen Rock-Disco-Hit. Wer den Refrain nicht tagelang mit einem Lächeln im Gesicht vor sich hinsingt sollte sich sofort in ärztliche Behandlung geben. Mit eines der Highlights auf "Megalomania". 
Die Spielzeit der neuen CD ist zwar mit knapp unter 40 Minuten etwas mager ausgefallen, dafür gibt es aber auch keine nennenswerten "Skip"-Songs zu beklagen, was mir persönlich lieber ist als ein einständiges Album, auf dem letztlich auch nur 10 starke Songs mit kürzerer Spieldauer vorhanden sind.

Zusammenfassend kann man bemerken. dass sich Kissin' Dynamite langsam aber sicher Sprosse um Sprosse auf der Karriereleiter fortbewegen. Auch wenn der ganz große Durchbruch bislang ausblieb, gehe ich schwer davon aus, dass man von den sympathischen Jungs noch so einiges hören wird. Vor dem Hintergrund, dass sich die Truppe gerademal altersmäßig in den Anfangs-Zwanzigern befindet sowieso!

Well Done Richtung Schwaben!



Martin



Adrenaline Rush - Adrenaline Rush

Band: Adrenaline Rush
Album: Adrenaline Rush
Spielzeit:  42:38 min.
Veröffentlichung: 22.08.2014
Plattenfirma: Frontiers Records
Homepage: https://www.facebook.com/adrenalinerushofficial?ref=br_rs


Wertung:  6 von 10
 
Tracklist: 


 1 Black n’ Blue

 2 Change

 3 Generation Left Behind

 4 Girls Gone Wild

 5 When We’re Gone

 6 Want it All

 7 Too Young to Die

 8 Oh Yeah !

 9 No No No

10 Playin’ to Win

11 Hit You Like A Rock


Grundsätzlich wäre alles angerichtet: Ein Top Produzent mit Erik Martensson (ECLIPSE, W.E.T.) an den Reglern, durchaus gefällige Songs im klassischen Mötley Crüe, Def Leppard oder auch Danger Danger-Stil, aber trotzdem nur einer eher durchschnittliche Wertung ? Woran liegt das?
Ganz einfach, Songs und gute Produktion alleine reichen dann doch nicht ganz und die Bedeutung "It's The Singer Not The Song" kann man durchaus ab und an auch wörtlich nehmen. Und genau da hapert es Adrenaline Rush gewaltig. Frontlady Tave Wanning ist zwar durchaus nett anzusehen und wird optisch verständlicherweise auch als Aushängeschild herangezogen (siehe Cover), doch so hübsch die Dame ist so nervig ist ihre piesige, dünne Stimme, die beinahe jeden guten Song kaputtmacht. Muss man leider so sagen.
Wenn sie in den etwas tieferen Tonlagen bleibt wie bei "Black & Blue", dem flotten Opener, ist das ganze durchaus noch erträglich aber in den höheren Sequenzen klingt die Gute wie Mickey Maus nach Heliuminhalation und so vergeht einem nach ein bis zwei Hördurchläufen doch bald gewaltig die Lust an Adrenaline Rush.
Jammerschade, zumal die Songs wirklich Pep haben und nicht klingen wie so oft bei Frontiers-Newbies wie schwache B-Seiten von 80er Bands. Es gibt sowohl Anleihen von Dr. Feelgood Mötley wie auf "Girls Gone Wild" (mit Kickstart-My-Heart-Gedächtnis-Riff) als auch ruhigere Tracks wie das Heart-mäßige "When We're Gone" oder das typisch Skandi-AOR-lastige "Playin'To Win", die songwriterisch durchaus überzeugen.
Wenn dann aber die Stimme einsetzt ist es leider vorbei mit der Herrlichkeit. Und so werden aus (ebenfalls recht guten) Stücken wie "No No No"  oder ""Generation Left behind" angesichts der Mickey-Mouse-Vocals leider recht nervige Nummern. 
Die wenigen Leider in etwas tieferer Stimmlage sind leider die Ausnahme, so dass man zusammenfassend konstatieren muss, das Adrenaline Rush grundsätzlich ein gutes Album gelungen wäre, wenn jemand am Mikro stehen würde, der etwas vom Fach versteht. Die Dame hat sicherlich andere Qualitäten, aber die liegen sicherlich nicht im musikalischen Bereich. Ich wage gar nicht mir vorzustellen, wie das Ganze wohl live klingt, wenn es im Studio schon so danebenging.....

So kann ich das ganze nur Disney-Hörspiel-Liebhabern empfehlen so leid es mir tut. Leider eine verpasste Chance für ein sehr gutes Album.



 

Martin



Freitag, 29. August 2014

Danny Bryant - Temperature Rising



Band : Danny Bryant
Album : Temperature Rising
Spielzeit : 42:25 Min.
Veröffentlichung : 29.08.2014
Plattenfirma : Jazzhaus Records
Homepage : www.dannybryant.com

Wertung : 8 von 10

Trackliste:

  1. Best Of Me
  2. Take Me Higher
  3. Nothing At All
  4. Together Trough Life
  5. Razor Sharp
  6. Temperature Rising
  7. Time
  8. Mystery
  9. Guntown

Die Sonne versteckt sich grad hinter dicken Regenwolken und draussen lässt die schwüle Hitze der vergangenen Wochen langsam aber sicher nach...da kommt mir die neue Platte von Danny Bryant gerade recht. Temperature Rising heisst die Langrille und bringt meine leicht unterkühlten Lauschorgane hoffentlich wieder auf Betriebstemperatur...

Der Hurricane-Nachfolger würde es schwer haben, soviel war dem englischen Gitarristen und treuen Freund des auf dem Weg der Besserung befindlichen Walter Trout wohl klar. Dies mag der Grund sein, weshalb der relativ glatte Sound des Vorgängers einer wesentlich rauheren Stimmung weichen musste. Und wie erhofft, lohnt es sich erneut, in ein Danny Bryant-Album reinzuhören. Temperature Rising besticht durch einen Mix aus rauhem Bluesrock und einigen charmanten und eingängigen Ohrwürmern, die im letzten Jahr Hurricane in meiner Jahres-Rangliste ganz nach oben gedrückt haben.

Der Einstieg in die Platte fällt mit Best Of Me deutlich knackiger aus, als ich erwartet hatte. Danny Bryant macht mit seiner blau-weissen Fret-King "Black Label Corona" von Anfang an klar, dass 2014 kein Süssholz geraspelt, sondern dicke Blues-Rock Stämme gefällt werden müssen. Die Rhythmusgitarre bratzt den Weg direkt frei für Bryants gewohnt straff aber sauber gespielten Leads und gibt den Stab weiter an das langsamere, ebenso energische Take Me Higher. Nothing At All, ein harter Boogie, besticht durch seine schöne Piano-Begleitung und vollendet das toughe Trio zum Einstieg in Temperature Rising. Sämtliche Gitarren wurden übrigens von Mr.Bryant himself eingespielt, Trevor Barr bildet am Schlagzeug zusammen mit Bassist Alex Phillips, der Danny's Vater Ken ablöste, das solide Fundament.



Mit der wunderschönen Ballade Together Through Life zeigt sich Danny dann wieder von seiner softeren Seite, welche sämtliche Hörer, die mit Hurricane eingestiegen sind, bis hierher wohl vermisst haben dürften. Umso schöner, dass die Platte kein Abklatsch ist, sondern eigene Akzente setzen kann.
Aber keine Angst, Fans der ersten Stunde kommen voll auf ihre Kosten, Razor Sharp und der Titelsong rocken wieder ordentlich drauflos...Mr.Bryant hat es wohl ordentlich in den Fingern gejuckt. Und wieder begeistern mich drei Dinge an dem Briten: Sein filigranes, aber energisches Gitarrenspiel, sein unbändiges Verständnis für Hooklines, die direkt ins Ohr gehen und seine feine, sämtliche Songs bereichernde Stimme.
Und so sehe ich Temperature Rising, der mich phasenweise an Neil Young erinnert und sämtliche Glanzseiten Bryants vereint, als herausragenden Song der Platte an. Mit Time schaltet Danny Bryant nochmals einen Gang zurück und präsentiert einen Song der auch auf einem der letzten Deep Purple Album Platz gefunden hätte. Den Schlussakkord bilden das pumpende, erneut Piano-begleitete Mystery und Guntown. Die Schlussnummer, erneut eine tolle Ballade, verwirrt anfangs mit zwei Glockenschlägen á la Back In Black und endet in einem ganz feinen, langen Gitarrensolo, welches einmal mehr klarstellt, welche Stellung Danny Bryant in der Riege der herausragenden Gitarristen heute hat. Backingvocals und Keyboardbegleitung steuerte übrigens Gastmusiker und Pianist Richard Hammerton bei. 

So endet ein unspektakuläres aber empfehlenswertes Blues-Rock Album, welches eben beide Seiten der Hörerschaft zufriedenstellen dürfte, mich jedenfalls hat Temperature Rising nicht umgehauen, aber voll überzeugt.


Bernd Fischer


Donnerstag, 28. August 2014

Blood God - Blood Is My Trademark


Band: Blood God
Album: Blood Is My Trademark
Spielzeit: 53:59 min. (pro CD)
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 15.08.2014
Homepage: www.bloodgodkills.com

WERTUNG: 7,5 von 10

Tracklist:

1. Slaughterman
2. Monstermaker
3. Defenders Of The Throne Of Fire
4. Warhordes From The Underworld
5. Carnager
6. Sexy Music For Sexy People
7. Blood Is My Trademark
8. World Of Blood Gods
9. Mr. Kill
10. Dragonbeasts Are Rising

Bonus:

1. Slaughterman (Bonus)
2. Monstermaker (Bonus)
3. Defenders Of The Throne Of Fire (Bonus)
4. Warhordes From The Underworld (Bonus)
5. Carnager (Bonus)
6. Sexy Music For Sexy People (Bonus)
7. Blood Is My Trademark (Bonus)
8. World Of Blood Gods (Bonus)
9. Mr. Kill (Bonus)
10. Dragonbeasts Are Rising (Bonus)


DEBAUCHERY-Mastermind Thomas Gurrath und seine Jungs wenden sich mal wieder dem Hardrock und "normalen" Metal zu. Schon ihr eigener Death Metal unter dem DEBAUCHERY Banner ist stark durch Hardrock and NWOBHM beeinflusst. Mit den Sideprojects BIG BALL und nun BLOOD GOD huldigen sie diesen Einflüssen noch stärker. Und bringen bei BLOOD GOD abermals ihre Vorliebe für Kunstblut unter. Wer also innovatives und progressives sucht, ist bei "Blood Is My Trademark" verständlicherweise an der falschen Stelle. Denn die Huldigung an die alten Götter macht als Partymucke beim ersten Durchgang richtig Spaß. Allerdings sollte man dem Album eine gewisse Eintönigkeit nach dem fünften Durchgang nicht absprechen. Noch dazu, da BLOOD GOD nach den normalen zehn Stücken genau dieselben Songs nochmal darbieten, nur diesmal mit der "normalen" Growl-Death-Metal Stimme von Mr. Gurrath. Zuvor versucht er schon stark an Udo Dirkschneider zu erinnern, gelingt aber nicht immer.


Doch kommen wir nun endlich zu den Songs an sich. Fett produziert bollert "Slaughterman" als Opener schon mal richtig fett aus den Boxen, cooler Refrain und auch sonst hat der Song alles, was ein Hardrock Kracher benötigt, allerdings zeigt sich auch bereits das erste Problem: Er ist mit fast 6 1/2 Minuten schlicht zu lang geraten. Denn die ständige Wiederholung der immer gleichen Teile nervt eben nach dem fünften (und damit praktisch zehnten) Durchgang mächtig. Und so kann ich ein müdes Gähnen manchmal nicht unterdrücken. Die völlig sinnfreien Blut-Schlachten-Killer Texte passen sich dem Niveau durchaus an und können eigentlich nur als Satire verstanden werden. "Monstermaker" startet dann mit richtig geilen RUNNING WILD-artigen Riffs, gefällt dann auch tatsächlich besser - ein wenig mehr Abwechslung beim Drumming hätte dem Song aber auch gut getan. Bei "Defenders Of The Throne Of Fire" gehen BLOOD GOD dann vom Gaspedal runter und haben eine richtig geilen epischen Midtempo NWOBHM Kracher geschaffen, der mich trotz derselben Kritikpunkte wie zuvor (Länge, Wiederholungen, etc.) tatsächlich begeistert und nach 5 Bierchen auch beim fünften Durchlauf gefällt. Ähnlich stark ist "Warhordes From The Underwold" ehe mit "Carnager" wieder die ACCEPT oder W.A.S.P. Keule speedig geschwungen wird. Definitiv der beste Teil der Platte. Und mit "World Of Blood Gods" haben wir dann sogar einen Song, der all die bekannten Zutaten des Albums von zuvor nochmal wiederverwertet und das in überzeugender Manier. 

Doch manches Mal ist es einfach zu viel. Das textlich unterirdische "Sexy Music For Sexy People" nervt mit seinen Dauerwiederholungen und dem tumben Drumming schon beim ersten Hören. Da ich nun so viel von fünffach gesprochen habe, müsste ich dem Album eigentlich 5 Punkte geben. Rein von der Innovation und dem Songwriting hätte es auch nicht mehr verdient gehabt. Da ich "Blood Is My Trademark" jedoch auch als Huldigung an die Metal Götter der 80er Jahre empfinde und diese dafür tatsächlich gelungen ist, gebe ich die Hälfte von 5 Punkten obendrauf und das macht nach Adam Riese knapp 7,5 Punkte. Für eine längere Autofahrt zwischendurch gut geeignet und ganz nett. Nur nicht zu oft anhören, dann wird es schlicht und ergreifend langweilig.

Markus

Mittwoch, 27. August 2014

KISSIN´ DYNAMITE - Neues Album und Tour





Die Jungens (mittlerweile ja schon "Männer") der Küssenden Dynamitstangen waren wieder fleissig und sind bald mit Album Nr. 4 am Start. Die zugehörige Presseinfo liest sich so:


"Rottenburg – Sie sind mit ihren Anfang 20 bereits ein Phänomen. Wie kaum eine andere deutsche Band haben KISSIN DYNAMITE die deutsche Musiklandschaft in den letzten Jahren in Aufruhr und Erstaunen versetzt. Krachende Rock-Hymnen, eine schillernde Optik und das gewisse Etwas in ihrer Ausstrahlung bescherten ihnen neben Top 50-Chartentries und sogar einigen Radio-Playlisten auch Auftritte bei unter anderem Bülent Ceylan, dem ZDF Morgenmagazin oder SWR Late Night, sowie eine eigene TV-Show „Hairforce One“ auf dem Musiksender iM1 TV.  
„Retro“ waren die fünf Jungs aus dem Schwabenland dabei jedoch nie – ihre Musik und ihr Auftreten waren stets von ihrer ganz eigenen Definition von musikalischem Zeitgeist geprägt. Ein Zeitgeist, den KISSIN DYNAMITE mit ihrem neuen, am 5. September über AFM Records/Soulfood Music erscheinenden Album „Megalomania“ noch einmal neu definieren.
Erneut liefern die Baden-Württemberger eine beispiellose Definition dafür, wie Rockmusik anno 2014 zu klingen hat. Erneut sind es KISSIN DYNAMITE, die den Zeitgeist prägen – und nicht er sie.
Erneut legen die Schwaben, wie der Albumtitel bereits verrät, noch einmal eine Schippe drauf.

Einen Touch moderner sind sie geworden, kantiger und von ihrem Auftreten her noch selbstsicherer. Und dennoch haben sie nichts von ihrer Ursprünglichkeit, ihrer Frische und Unverfälschtheit verloren.
"Irgendwann hat das Ganze eine gewisse Eigendynamik entwickelt, gegen die wir nicht mehr ankämpfen konnten – und letztlich auch nicht wollten“, so Sänger Hannes Braun. Und sein Bruder und Gitarrist Ande Braun ergänzt:  
"Wir wollten neue Wege bestreiten, so viel ist klar."

Einst war es nur der Traum von fünf Teenagern, eine Band zu gründen und die Welt zu erobern. Seitdem ist einiges passiert: „Mit Steel of Swabia“ (2008), „Addicted to Metal“ (2010) und „Money, Sex & Powe“r (2012) haben KISSIN' DYNAMITE drei Alben weltweit veröffentlicht, haben über 500 Liveshows in Europa und Asien absolviert und hatten diverse TV-Auftritte und Chartentries zu verbuchen. Zum Zeitpunkt des Debüts Steel of Swabia waren die Bandmitglieder gerade 15-16 Jahre alt. Ihr jetziges Standing hat sich die Band seitdem hart erspielt. Die Band ist über die Grenzen hinaus für ihre energiegeladenen und mitreißenden Liveshows bekannt.
Diese Energie kommt nicht von ungefähr, denn KISSIN' DYNAMITE ist mehr als eine Band. Es ist ein Lebensgefühl. Jenes Gefühl, das die fünf Musiker seit eh und je stark miteinander verbindet und sie immer weiter antreibt, ihren Traum zu leben.

Und in dem ist es nun an der Zeit, Altes hinter sich zu lassen und das nächste Kapitel in der Karriere aufzuschlagen. Es ist an der Zeit, loszulassen, unvoreingenommen zu sein und etwas Raum zu geben, was sich sowieso nicht mehr hätte aufhalten lassen. Mit dieser Arbeitsmoral verbarrikadieren sich die Musiker im Studio, um Songs zu schreiben. Sie sind sich ihrer Sache noch nie so sicher gewesen und sie wissen: Es ist an der Zeit für „Megalomania“. 
„Megalomania“ – das heißt KISSIN' DYNAMITE in Reinform: purer, echter, unaufhaltsamer. Mit ihrem vierten Album ist die Band im Jahr 2014 angekommen, will es jetzt erst recht wissen. Im Herbst 2014 begibt sich das Quintett auf Headliner-Europatournee. Dann heißt es: Megalomania Over Europe!
Der Wahnsinn geht weiter. Es hat gerade erst angefangen..."




Tourtermine:
30.08. Oberwiesenacker, Hell ´s Kitchen Festival
06.09. Malsch, Rock Im Wald
02.10. Nürnberg, Hirsch
04.10. Leipzig, Hellraiser
09.10. Köln, Underground
10.10. Aschaffenburg, Colossaal
11.10. Bochum, Matrix
18.10. München, Backstage
23.10. Berlin, Maschinenhaus
24.10. Hamburg, Logo
25.10. Osnabrück, Bastard Club
31.10. Stuttgart, Longhorn



Ob die hohen Erwartungen erfüllt werden können lest ihr bald hier auf diesen Seiten.......


Freitag, 22. August 2014

Interview mit Astral Doors Sänger Patrik Johansson



Wieder haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut, Euren Lieblingsbands das letzte Haar aus der Nase zu ziehen...lest hier, was Astral Doors-Frontmann Patrik Johansson zu unseren bohrenden Fragen einfiel:


rockingboy:  
Patrik, zunächst möchte ich Dir und Deinen Freunden zu einem fantastischen Album gratulieren. Notes From The Shadows hat alles, was ich von einem guten Heavy Metal Album erwarte.
Patrik: 
Danke Bernd, das freut mich wirklich sehr. Wir sind echt genauso glücklich mit dem Resultat!


rockingboy:  
Um ehrlich zu sein, von Astral Doors hörte ich zum ersten mal, als ich das Päckchen von Stephan, dem freundlichen Metalville-Mensch in den Händen hielt. Vielleicht geht es ja einigen unserer Leser genauso...möchtest Du Astral Doors kurz vorstellen ?
Patrik: 
Wir fingen 2002 mit dem Ziel, echten True Metal / Hardrock zu schreiben, an. Alles ging sehr schnell und wir bekammen ruck-zuck einen Plattenvertrag. Jetzt haben wir schon sieben Alben und ein Best Of Album veröffentlicht und in ganz Europa gespielt. Solltest Du Dio vermissen, leg Astral Doors auf: Wir tragen das Dio-Vermächtnis in die nächste Generation.


rockingboy
Mitglied bei Astral Doors zu sein, ist das eine Ganztagsbeschäftigung ? Und...seid ihr Profimusiker ?
Patrik
Wir alle haben "echte" Jobs: Ich habe das große Glück, als Musiktherapeuth zu arbeiten, und mich mich so intensiv mit Musik beschäftigen zu können. Die anderen Jungs arbeiten in einer metallverarbeitenden Fabrik names SSAB. Seit die Leute keine Alben mehr kaufen, ist es schon eine Herausforderung von der Musik leben zu können. Wenn Du das möchtest, musst Du, wie Sabaton das tun, mindestens 6 Monate im Jahr auf Tour sein...


rockingboy: Lass' uns über Musik sprechen. Eure erste Platte, Of The Son And The Father erschien im Jahr 2003. Was würdest Du sagen, welche waren die höchsten Hürden, die ihr als Musiker bzw. Band in dieser Zeit erklimmen musstet ? Gab es in gar dieses "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"- Ding?
Patrik: 
Wir sind mit den Jahren auf jeden Fall bessere Songwriter und bessere Musiker geworden. In meinem Fall ist der Gesang deutlich besser als noch auf dem debut. Natürlich haben auch wir Höhen und Tiefen in all den Jahren gehabt, aber alles in allem sind wir immer noch gute Freunde. Es gibt keine großen Egos in der Band !


rockingboy: 
Die Musik auf Of The Son And The Father hört sich sehr nach dem 80er Jahre-Zeugs an. Hohe Vocals, mystische Texte und chorale Refrains  haben so rein gar nichts mit den ganzen Blues-orientierten Retro-Bands, mit ihren langen Haaren und alten Klamotten zu tun. Viele von denen kommen aus Skandinavien, habt ihr nie darüber nachgedacht, irgendwelchen Trends hinterherzurennen ?
Patrik:
Well, first I must say that I have never been a high pitch singer. A highpitch singer is for example Ralf Scheepers. I don't sing that way at all. I don't think the music on the debut is power metal either, it is more Black Sabbath and Dio-style. I believe that we walked against all trends with the debut and actually came up with something totally unexpected.


rockingboy: 
Ich befürchte, ich gehe Dir jetzt auf die Nerven, aber die Frage ist mir wichtig: 
Wie jeder schnell merkt, der eure älteren Platten hört, haben Ronnie James Dio und David Coverdale, Rainbow und Deep Purple euch sehr stark beeinflusst. Hängt das nicht manchmal wie ein Damoklesschwert über euren Köpfen ? Und korrigiere mich gern, wenn ich da falsch liege; ist Notes From The Shadows ein kleiner Schritt in eine etwas unabhängigere Richtung ? Es scheint als würdest Du Deine Stimme diesmal, was mir sehr gut gefällt, vielfältiger einsetzen...
Patrik:
Danke sehr! Nun ja, wenn die Leute mich mit Coverdale oder Dio vergleichen,
ist das echt eine große Ehre für mich. Auf der anderen Seite kann ich meine Stimme sehr vielfältig einsetzen. Wenn Du Dir das Zeugs, welches ich mit Wuthering Heights oder Civil War eingespielt habe, anhörst, wirst Du merken was ich meine. Astral Doors ist jedenfalls eine Band, mit der ich unseren Hörern ein starkes Power Metal Erlebnis im Dio/Tony Martin/Coverdale-Stil bieten möchte. Aber vielleicht hast Du Recht, ich denke ich zeige schon verschiedene Gesangs-Seiten auf diesem Album. Vielleicht lautet die einfachste Antwort aber auch, dass ich meinen Gesang wirklich verbessert habe. 

rockingboy:
Patrik, hast Du jemals einen Deiner Musiker-Helden kennengelernt ? Für viele Fans ist es ja das höchste der Gefühle, quasi das absolute Highlight, wenn sie ihren Helden, Stars, wie auch immer, die Hand schütteln, Fotos schiessen, vielleicht sogar einen freundschaftlichen Kontakt aufbauen können. Das Sammeln von signierten Platten oder Autogrammen ist vielen sehr wichtig, war das für Dich jemals wichtig und wie ist das heute, viele Jahre später ? Was ist mit eurer Astral Doors- Gefolgschaft ? Sind die Sex & Drugs & Rock'n'Roll mässig durchgedreht oder ist das ein Klischee ?
Patrik:
Nö, ich bin nie einer von dieser Sorte gewesen. Ich habe Dio mal getroffen, aber ich wollte ihn nicht nerven. Ich hasse nicht mehr als Arschkriecher und Leute, die ihren "Stars" hinterherhecheln. Ich weiss wer ich bin und was ich kann, selbst wenn einige mich als "Star" betrachten, würde ich selbst mich niemals so sehen. In Wirklichkeit sehe ich niemand als "Star" an: Wir alle sind Menschen und jeder ist in irgendetwas gut. Zum Thema Sex & Drugs & Rock'n'Roll...das existiert tatsächlich, mir reicht es aber wenn ich nach den Gigs ein paar Bier trinken kann.


rockingboy: Erzähl mir doch bitte vom Aufnahmeprozess von Notes From The Shadows, wie funktioniert so etwas in eurem Fall ? Im Studio rumsitzen, Bier saufen, Freunde sein und gemeinsam Musik ausarbeiten...ist das nicht Teil eines Musikmärchens ?
Patrik:
Wir schreiben die Songs auf diese Weise: Johan, Joachim, manchmal auch Ulf arbeiten die Musik aus. Dann schicken sie mir das Zeug und ich arbeite allein die Melodien und Texte aus.

rockingboy: Irgendwelche Neuigkeiten, Tourpläne etc. für eure deutschen Fans ?


Patrik:
Darauf kannst Du einen lassen. Wir werden das Album mit einer Menge Shows quer durch Europa promoten. Unser Schlagzeuger hat sich dummerweise die Hand verletzt (Arbeitsunfall), so dass wir die Shows auf den Winter verschieben müssen, aber dann kommen wir mit geballter Power !


rockingboy: 
Patrik, Danke dass Du meine Fragen beantwortet hast. Ich wünsche Dir das allerbeste für die Zukunft und großen Erfolg mit dem Album. Und grüße Jocke, Joakim, Ulf and Johan von mir...


Patrik:
Danke für das interessante Interview. Ich werde die Jungs grüßen :-)


Interview with Astral Doors Singer Patrik Johansson



Again, we spared no costs nor fears to tear every answer out of your favourite musicians...read here, what Astral Doors-Fronter Patrik Johansson answered :


rockingboy:  
Patrik, first of all, let me congratulate you and your friends for an awesome Album. Notes From The Shadows is exactly what I expect from a good Heavy Metal Album.
Patrik: 
Thank you Bernd, that makes me very glad. We are so happy with the result ourselves as well!


rockingboy: 
To be honest, Astral Doors came into my mind when I received the Package of Stephan, the friendly Metalville-guy. Maybe some are in the same situation and never heard of yours...would you please introduce Astral Doors to our readers ?
Patrik: 
We started out back in 2002 with the intention to write true classic heavy metal/hard rock. Things went really fast and we got a record deal very fast. Now we have released seven albums, one best of album and played all over Europe. If you miss Dio you must check out Astral Doors: we carry his legacy on to new generations.


rockingboy: 
Being a Astral Doors member, is it a fulltime job ? Are you professionals ?
Patrik: 
We all have „real“ jobs as well: I have the great fortune to actually work with music as a music therapist and the rest of the boys work for the steel company SSAB. It's tough for musicians these days to live of the music since people don't buy albums anymore. The only chance if you wanna live of the music is to tour at least six months per year like Sabaton.


rockingboy: 
Let's talk about your music. Your first record, Of The Son And The Father was released in 2003, so what would you say which were the biggest steps you climbed as musicians and as a band in this time ? Was there this „good times, bad times“ thing in-between ?
Patrik: 
We have become better songwriters I hope and also better musicians over the years. My singing for example is much better now than on the debut. Of course we have had some ups and downs through the years, but all in all have we been good friends since we started. No big ego's in this band!


rockingboy: 
The music on Of The Son And The Father sounds like 80s Power-Metal stuff with high pitch vocals, mystical lyrics and choral refrains, which totally runs against a huge wave of early 70s, blues-oriented retro-bands, wearing long hair and vintage clothes.
Many of them are from scandinavia...did you never think about following musical trends ?
Patrik: 
Well, first I must say that I have never been a high pitch singer. A highpitch singer is for example Ralf Scheepers. I don't sing that way at all. I don't think the music on the debut is power metal either, it is more Black Sabbath and Dio-style. I believe that we walked against all trends with the debut and actually came up with something totally unexpected


rockingboy: 
I fear I'm getting on your nerves, but this one's a necessary question:
As everyone's picking out while listening to your older records, Ronnie James Dio and David Coverdale, Rainbow and Deep Purple must have influenced you a lot. Isn't that hanging above your heads as a sword of damocles sometimes ? And correct me if I'm wrong, is Notes From The Shadows a little step into another, a more independent direction ? It seems, you tried to use your voice more different this time, which I like a lot btw....
Patrik: 
Thank you! Well. If people compare me to Coverdale or Dio, it's just a big honor. On the other hand I can use my voice in many ways. If you listen to the stuff I did with Wuthering Heights or Civil War you will get what I mean. Astral Doors is however a band where I really wanna give the listeners an old school powerful vocal experience in Dio/Tony Martin/Coverdale style. But perhaps you are right, I may show more sides of my voice on this album. Or perhaps the simple answer is that I have improved my singing.


rockingboy: 
Patrik, did you ever contact one of your favourite musicians ? For many fans, being in a „friendship“ to a musician, let's call him „star“, shake hands or shoot pictures, is the highest level they can reach. Collecting signed records and picture with their favourite musicians, is what they long for. Was that ever important to you and how about today, many years later ? What about your Astral Doors fellowship ? Sex & Drugs & Rock'n'Roll craziness or is that a cliché ?
Patrik: 
No, I have never been that kind of guy. I've met Dio once but I didn't wanna bother him. There's nothing I dislike more than „Ass lickers“ and people who crawls for the „stars“. I know who I am and what I do and even if other people see me as a star I would never see myself as one. As the matter of fact I see no one as a star: we're all just people and everyone is good at something. About the sex and drugs thing it exist of course in the business, but I'm happy if I can have some beers after the gig.


rockingboy: 
Tell me about the process of recording Notes >From The Shadows, how does this work in your case ? Sitting around in a studio as a group, drinking beer, being friends and working out musical stuff, isn't that part of a historic myth ?
Patrik: 
We write the songs this way: Johan, Joachim and sometimes Ulf come up with the music. Then they send it to me and I sit on my own creating the melodies and lyrics.


rockingboy: 
Any news, tour plans etc. for your friends in Germany ?
Patrik: 
You bet. We will promote this album with a bunch of European shows. Our drummer injured his hand a while ago, so the gigs are postponed to winter, but then we will come out with full force.


rockingboy: 
Patrik, thanks for answering my questions. I wish you all the best for your future and huge success with your Album. Say hello to Jocke, Joakim, Ulf and Johan...
PJ: 
Thanks for this interesting interview. I will say hello to the boys:-)

Montag, 18. August 2014

Jimmy Cornett And The Deadmen - The Ride



Band : Jimmy Cornett And The Deadmen
Album : The Ride
Spielzeit : 48:17 Min.
Veröffentlichung : 29.08.2014
Plattenfirma : Stringkiller Music
Homepage : www.jimmycornett.de

Wertung :  8 von 10

Trackliste : 

  1. Devil Got My Soul
  2.  ...For The Ride
  3. Guardian Light
  4. Kilian
  5. Lecker
  6. Another Wednesday Morning
  7. Long Way To The Bar
  8. Fields Of Stone
  9. Red Light
  10. Rip Off Your Shirt
  11. Raise The Dust [bonus track]
  12. Red Light (Remix by Bombax) [bonus track]
 
Musiker, die mit beiden Beinen fest auf ihrem Boden stehen und dazu noch handgemachte Qualitätsmucke auf den Markt kicken, werden von uns immer wieder gerne etwas genauer unter die rockingboy-Lupe genommen. Jimmy Cornett And The Deadmen sind aus diesem Holz und knallen uns Ende des Monats ein Album voller ungeahnter Perlen vor den Latz. Eins ist auf jeden Fall sicher: The Ride wird garantiert noch für Furore sorgen...

Jimmy Cornett, Wahlhamburger mit deutsch-finnischer Abstammung, wuchs in Minden (NRW) auf und wohnt seit 21 Jahren im geerdeten Hamburg-Harburg. "Das ist ein ehrlicher Ort mit ehrlichen Leuten, die einem auch gerne die Meinung sagen, wenn man komisch wird.", so Cornetts symphatische Meinung über seine Harburger Nachbarn. The Deadmen, bestehend aus Dennis Adamus (Lead Gitarre), Frank Jäger (Upright Bass) und Thomas Raabe an den Drums ergänzen Cornett und runden den ersten Cover-Eindruck einer Band die mit sich im Reinen zu sein scheint, ab.



Jimmy lieh sich irgendwann mal die Gitarre einer Nachbarin und entdeckte sein Talent für dieses Instrument, spielte mit einem trommelnden Kumpel ein wenig herum und so nahm die Sache ihren Lauf. Ergebnis dieser Entwicklung, und sicherlich viel harter Übung, ist die bereits dritte Platte des Mannes mit dem Faible für die USA und Triumph-Motorräder. Die Bikes waren auch der Grund dafür dass Cornett sich mit den Hells Angels bzw. deren musikalischen Vorlieben, beschäftigte. 2006 erschien das daraus resultierende Album Rythm Of Hells - Songs Of Angels - History, gefolgt von einer 5-Track EP namens California Session und dem ganz ganz feinen 2012er Americana-Album Raise The Dust.  

Nun erscheint also The Ride, wieder ein Album, dessen Urprung viel eher in den Staaten liegen müsste, als im Norden unserer Bundesrepublik. Cornett greift aber, und das steht ihm und der Band wirklich sehr gut, nicht nur in die prallgefüllte Kiste der US-Musikgeschichte, indem er Delta-Blues der Marke Reverend Peyton's Big Damn Band (Devil Got My Soul, Rip Off Your Shirt), das countryeske Killian oder in Lecker schmissigen Rock'n'Roll nicht nur zitiert. Nein, er drückt sämtlichen Songs seinen persönlichen Stempel auf. Hut ab die Herren !!!

Ganz nebenbei hat Jimmy Cornett dann auch noch ein ganz feines Gespür für Melodien und die harmonische, melancholische Seite der Musik, an der schon so viele gescheitert sind. Und so finden sich neben erwähnten herausragenden Songs, etwas versteckt, die kleinen, unscheinbaren Highlights auf The Ride. Mit Guardian Light zeigt Jimmy, welch hervorragender Songwriter und Sänger er ist. Mir scheint, dass die Musikwelt bisher einen schweren Fehler gemacht hat, indem sie den Mann schnöde ignoriert hat. Leute, nehmt euch einfach mal die Zeit, es lohnt sich. Vergesst einfach mal die ganze Radioscheisse und hört echte Musik !!!



Ganz nebenher befindet sich ein Track auf der Scheibe, der eine ganz besondere Geschichte hat. Raise The Dust wurde von Rupert Henning geschrieben und von Jimmy Cornett für eine Doku über eine 1300 Kilometer lange Offroad-Motorradexpedition komponiert, die von einem Kamerateam begleitet und dokumentiert wurde. Im obigen Videoclip seht ihr deshalb einen Teil dieses Films und dürft der wunderbaren Musik im Hintergrund lauschen.

Ein weiterer Song verdient Aufmerksamkeit: Red Light, ein Coversong, den ich so niemals auf der Scheibe erwartet hätte. Das Original stammt aus dem Jahre 1977 und wurde von keinem anderen als Billy Ocean (die Älteren unter uns werden sich erinnern) zum Besten gegeben.

Jimmy und die Deadmen schaffen es tatsächlich, aus der Disconummer ein ernstzunehmendes Stück Musik zu formen, sicher mit einem Schmunzeln im Gesicht. Wie auch beim für mich überflüssigen Versuch, diesen in einer remixten Version als Bonustrack als Bonus hintendranzuhängen. Grundsätzlich nicht schlecht gemacht, aber für meinen Geschmack passt das irgendwie nicht in den Kontext der ansonsten tollen Scheibe.

Ich bin höchst erfreut, endlich mal wieder ein sehr erfrischendes wie ernstzunehmendes Stück Musik aus deutschen Landen auf dem Tisch gehabt zu haben. Jimmy Cornett And The Deadmen haben, wenn nicht wieder sämtliche Organe unserer quotengeilen Musikbranche die Augen verschliessen, eine rosige Zukunft vor sich...



Bernd Fischer

Ace Frehley - Space Invader

Interpret : Ace Frehley
Album : Space Invader
Spielzeit :  54:14 min.
Veröffentlichung : 15.08.2014
Plattenfirma : Steamhammer (SPV)
Homepage :  www.acefrehley.com


Wertung :  7 von 10


Tracklist:

01. Space Invader
02. Gimme A Feelin'
03. I Wanna Hold You
04. Change
05. Toys
06. Immortal Pleasures
07. Inside The Vortex
08. What Every Girl Wants
09. Past The Milk Way
10. Reckless
11. The Joker
12. Starship



Space-Ace Frehley ist das Paradebeispiel für einen Rocker, der sich seine Karriere selbst ziemlich verbaut hat. Gleich zweimal hatte er die Chance bei Amerikas bekanntester Hardrocktruppe und zweimal hat er sie verkackt (wie auch sein Kumpel Peter Criss). Von daher gebe ich Paul Stanley und Gene Simmons völlig Recht bei dem Thema, wenn es darum geht, ob noch Platz für die beiden im aktuellen Kiss Line-up besteht. Und die Antwort darauf  ist ein klares "nein". Zumal die "Ersatzmänner" musikalisch einiges mehr drauf haben als die Originale.

Seit dem Abgang von Kiss (und was man so hört mal wieder total abgebrannt) versucht sich Ace Frehley mal wieder im Space-Ace-Gewand zu präsentieren und sein Kiss-Image dabei wieder in den Vordergrund zu rücken. Dabei benutzt er erneut einen "Space"-affinen  Titel und auch das Cover (angeblich aus der Feder des "Destroyer"-Künstlers) deutet auf seine Vergangenheit hin.

Soweit so gut-angekündigt wurde ja ein Album, dass die letzten Platten seiner Ex-Bandmitglieder verblassen lassen würden. Naja - das schafft er dann doch nicht wirklich.

Ace war bei Kiss immer gut für ein bis zwei Lieder auf Kiss-Scheiben, aber über die volle Distanz wird das Ganze dann doch etwas ermüdend. Zum einen, weil er alles andere als ein guter Sänger ist (teilweise ist es ja nur Sprechgesang) und zum anderen weil die Songs eben nur biederer Durchschnitt sind.So war es zumindest bislang, wobei ich die erste Frehley Solo-Scheibe von 1978 hier mal herausnehme.

Was bietet nun "Space Invader" ? Das Einstiegstrio lässt auf Großtaten hoffen. Der Titelsong ist ein typisch schnoddriger Ace-Rocker im Stil von "New York Groove" oder "Shock Me" mit den typischen Markenzeichen. Was mich besonders überrascht hat war der doch sehr gute und klare Sound, bei dem vor allem die knackige Les-Paul-Gitarre schön in Erscheinung tritt.

"Gimme a Feelin'" spinnt das Konzept weiter, ein flotter trockener Rocker im Kiss 70's -Style. Sehr geil die Fills und Soli, die der Spaceman da einstreut. 

Auch das ein bisschen schräg gesungene "I  Wanna Hold You" lässt sich auf der Habenseite verbuchen. Ein Fest für alle Frehley-Jünger soweit.

Nach dem famosen Einstiegs-Trio wird danach erst einmal das Tempo heruntergefahren mit "Change", einem dann doch etwas unspektakulären Song, der nicht so wirklich überzeugen kann. Das Gleiche lässt sich leider auch von "Toys" sagen, dessen austauschbarer und nichtssagender Refrain eher nervig ist. 

Bei "Immortal Pleasures" kommen erstmals Akustikgitarren zum Vorschein. Zwar auch nicht der Übersong vor dem Herrn aber durchaus besser als die beiden eher lauwarmen Vorgängersongs. "Inside The Vortex" dann auch wieder ein eher lascher rack, der zum einen Ohr rein aber genauso flott wieder zum anderen raus ist. 

Mit "What Every Girl Wants" ist dann endlich wieder ein Stück vertreten, welches auf einer Ebene mit dem Einstieg in die Scheibe ist und auch an alte Glanzzeiten anknüpfen kann. Knackiger Refrain, ein schön nach vorne treibender Rocker. 

"Past The Milky Way" lebt (wie der Grossteil der Scheibe) einzig von Aces filigranem Gitarrenspiel, dass in dieser Güte nicht zu erwarten war. Der Gute ist zwar sicherlich kein Virtuose a'la Vai oder Satriani aber er hat durchaus seinen ureigenen Stil, was nicht jeder Gitarrero von sich behaupten kann. Ansonsten ist der Milchstrassen-Song auch eher in die Ecke "gepflegte Langeweile" zu stecken.

"Reckless" ist wieder mit akustischen Klampfen untermalt, ein ganz passabler Song, der aber auch etwas am eher schwachbrüstigen Chorus leidet.

Ob es die Coverversion von Steve Miller's "The Joker" gebraucht hätte, wage ich einmal zu bezweifeln. Zwar eine ganz nette Version, ziemlich nah am Original, was mir hierbei aber besonders mißfällt ist der Gitarrensound, der sich irgendwie seltsam flach anhört im Gegensatz zum Rest der Scheibe. 

Den über siebenminütigen instrumentalen Rausschmeisser "Starship" hätte man durchaus etwas abkürzen können, der ist einfach zu lange und wiederholt das Grundthema dann doch etwas zu oft. Aber dennoch ein passender Abschlußtrack.

Fazit: Das starke Niveau der ersten drei Songs kann leider nicht gehalten werden.  Nach dem fulminanten Einstieg verliert sich "Space Invader" doch in etwas zu viel Durchschnitt. Auf der Plusseite ist der gute Sound und das sehr gute Gitarrenspiel des ehemaligen Kissmitglieds zu nennen. Wenn man die letzten Kiss-Scheiben mit einigen Songs der neuen Frehley-Scheibe ergänzt hätte, würde wohl ein wahre Killer-CD dabei herauskommen. Auf die Langdistanz ist "Space Invader" leider nicht der ganz große Wurf.

Ich würde hier neutral 6,5 Punkte vergeben, lege aber wegen dem Kultfaktor und der guten Laune noch einen halben Wertungspunkt drauf und lasse "Space Invader" mit 7 Punkten über die Ziellinie.

Martin