Samstag, 18. Mai 2013

Supermachine - Supermachine

Band: Supermachine
Album: Supermachine
Spielzeit: 43:04 min.
Plattenfirma: Small Stone Records
Veröffentlichung: 17.05.2013
Homepage: www.supermachine.us

WERTUNG: 9 von 10

Tracklist:

Solution
Broker
Transformer
MT
Josey Wales
Flesh Farm
Buffalo
Pill Cruise
Crutch
Heavy Bullet
Warlord

Bei aufkommenden Suchterscheinungen meiden Sie das Konsultieren Ihres Arztes und / oder Apothekers ... drehen sie den Lautregler, Ihrer Anlage, auf das Maximum und geben Sie sich wieder und wieder den Klängen dieser Super - Sound - Maschine hin ...
Das kleine und sehr feine Label Small Stone Records hat, mit den 4 New Hampshire Jungs, einen ganz dicken Fisch am Angelhaken , welcher, in naher Zukunft, für einiges an Aufsehen sorgen wird. Da lass ich mich auf die noch so verrückte Wette ein! SUPERMACHINE haben gleich mit ihrem Debüt ein sehr starkes, modernes Rockalbum eingespielt, welches sowohl dem klassischen Hardrock-, Slugde-, Grunge-, Blues-, Southern und Stoner Rock Fan gefallen und begeistern wird. Die Kerle haben einfach Balls, die so groß wie Medizinbälle sind und feuern ihre mächtig kraftvollen und abwechslungsreichen Songs, mit einer enormen Spielfreude, in Richtung des ahnungslosen Zuhörers.

Anfang des Jahres veröffentlichten SUPERMACHINE ihr selbstbetiteltes Debüt und fanden in Small Stone den idealen Partner, um die Scheibe ordentlich zu distribuieren. Jay Fortin (Gitarre) und Paul Jarvis (Bass) sind mir nicht unbekannt, da sie mich schon bei SCISSORFIGHT begeistern konnten. Die Zukunft der Band ist etwas nebulös. Offiziell hat sich die aus Portsmouth stammende Band nie aufgelöst, aber seit dem letzten Album "Jaggernaut" sind inzwischen 7 Jahre ins Land gezogen. Das letzte musikalische Lebenszeichen von SCISSORFIGHT war die 2012 veröffentlichte "Greatest Hits" Sammlung. Vielleicht hatten die beiden Musiker es einfach satt auf dem Abstellgleis zu stehen und suchten sich neue Kumpanen, um endlich wieder eine volles Rockbrett hinzulegen. Diese fanden sie in Mike McNeill (Schlagzeug) und dem Sänger David Nebbia.


Musikalisch verarbeitet die Band die unterschiedlichsten Genre-Elemente (siehe weiter oben) und erinnern dabei, nicht selten, an eine gnadenlos geniale und zugängliche Mischung aus DOWN, ALICE IN CHAINS und LYNYRD SKYNYRD. Diese Bands stehen für Qualität und diese bekommt man auch von der NH Combo zu genüge geboten!

Die Songs werden alle recht flott vorgetragen und einen Midtempo-Song oder gar eine Ballade sucht man vergeblich auf "Supermachine". Dafür findet man aber elf herrlich frische, druckvolle und kernige Rocker, welche sofort ins Ohr gehen und jeder für sich einen kleinen Hit darstellt. Die Kombination aus Härte und genügend Melodien ist sehr angenehm ausgefallen und das Material ist als eingängig einzustufen. Dafür sorgt schon alleine der Gesang von David Nebbia. Er hat ein einzigartiges Organ, welches er vielseitig einsetzt. Ob es eher Grunge-inspirierte Songs sind oder straighte Rocker, der Mann setzt sich stimmlich im Ohr fest und bleibt, positiv, in Erinnerung. Fortin schmetterte seine Riffs in Richtung des Zuhörers und überzeugt auch in ruhigeren Momenten mit seinem Spiel. Ob er nun den breitbeinig stehenden, hart aufspielenden Rockgitarristen miemt oder mal seine Southern Rock beeinflusste Riffs rauslässt, er überzeugt auf ganzer Linie. Auch den Rhythmus-Tieren Jarvis und McNeill wird extrem viel Freiraum geboten, um sich von ihrer verspielten/vielseitigen Seite zu zeigen.

Gleich der Opener "Solution " kommt wuchtig aus den Boxen gedonnert. Dafür sorgt schon das treibende Schlagzeugspiel von Mike. Jay feuert wohldosierte Sechsaiten - Salven auf die Rhythmussektion ab, welche mit opulenten Tönen genügend entgegen zu setzen hat. David agiert mit einer kräftigen und klaren Stimme und wirkt fast wie ein Schlangenbeschwörer. Eindringlich singt auf auf den Hörer ein, der sich dem Bann des Sängers, nicht entziehen kann. Die Kombination aus hartem Grunge, Blues und Southern Rock funktioniert bei "Broken" sehr gut. Besonders die feinen Riffs des Gitarristen werten den Song auf. "Transformer" und "MT" servieren uns eine sehr tighte Bass/Schlagzeug Konstellation, welche die Tracks beherrschen und zu sehr leckeren Groovern machen. Stimmlich erinnert mich Nebbia ein bisschen an eine Mischung aus Cobain und Cornell. Fluffig locker und fast schon entspannt southert "Josey Wales" am Beginn um an Fahrt zu zunehmen und sich zu einem funky/southern/grungy/groovy OHRWURM-MONSTER zu entfalten. Sehr geil und will nicht mehr aus meinem Gehörgang. Dafür ist das Sänger/Gitarristen Gespann verantwortlich. Hört euch einfach mal das Solo an ... echt herrlich!!! Richtige KRAFTMEIEREI-Rocker sind "Phil Cruise" und das folgende "Crutch". Diese beiden Tracks überzeugen durch die sensationelle Arbeit des Gitarristen und der Powerhouse Rhythmusgruppe - so sehr ich hier lobende Worte für die Musiker finde, es ist noch untertrieben!! Bis dahin dachte ich, dass diese die Highlights darstellen würden, aber weit gefehlt! Mit dem vorletzten Song "Heavy Bullet" setzt die Combo, dem Silberling, die musikalische Krone auf. Schwer bluesig präsentiert sich die Gitarre und Bassist + Drummer grooven mit einem zentnerschweren Sound. Dabei lassen sie Fortin immer wieder die Möglichkeit, mit seiner Sechsaitigen, sich genügend Platz zu verschaffen.

"Supermachine" trägt den Titel absolut zu recht! Die Scheibe begeistert durch eine verdammt beeindruckenden Performance der Musiker/des Sängers und sehr starkem Songmaterial.

Wer auf modernen, mitreißenden Rock steht, muss hier unbedingt zugreifen!!

Sehr geiler Shit und ist mir schweißtreibende 9 Brocken wert.

Götz

Hier könnt Ihr reinhören und auch bestellen:

 

Freitag, 17. Mai 2013

Chasing Violets - Jade Hearts


Band: Chasing Violets
Album:Jade Hearts
 
Spielzeit: 64:07 min.
Plattenfirma: AOR Records
 
Veröffentlichung: 14.06.2013
Homepage: http://www.chasingviolets.fr




WERTUNG:  3 von 10



Track List:

01. The Main Attraction
02. Web Of Lies
03. A Shot In The Dark
04. Silent Victory
05. Deception In Heaven
06. Jade Hearts
07. Secrets In The Shadows
08. Hollow Triumph
09. Exile In Sadness
10. The Scarlet Nymph
11. Halo Of Light
12. I Owe It To Myself


Der weibliche AOR-bzw. Melodicrock ist ja ein sehr überschaubarer Markt. Hatte man früher Hochkaräter wie Heart oder auch Vixen, die gute bis geniale Scheiben abliefert so halten heutzutage nur noch Robin Beck oder auch Issa (naja) die Flaggen hoch.

Die beiden französischen Schwestern Sarah & Melissa Fontaine stammen aus Frankreich und firmieren unter dem Banner "Chasing Violets". "Jade Hearts" ist bereits ihr zweites Album und wenn man rein nach den Namen geht, wer daran beteiligt war, müsste eigentlich Grosses herauskommen:
Tommy "IchspieleaufjederAOR-Scheibe" Denander, Paul Sabu sowie Mitglieder von Alien und Hardline, produziert und geschrieben von Frederic Slama von AOR.

Unvoreingenommen geht man dann ans Hören und der erste Track "The Main Attraction" geht auch ganz gut ins Ohr. Geschmeidiger AOR, zwar sehr seicht produziert ohne jegliche Ecken und Kanten, aber mit ganz netten Stimmen. So zumindest mein erster Eindruck. Die Keyboards tönen wie in den frühen 80ern und der Song hat durchaus Charme. "Web Of Lies" ist auch noch hörbar, wobei einem schon langsam klar wird, dass es mit Stimmumfang bei den zwei Mädels nicht allzuweit her ist. 
" A Shot in The Dark"  ist ein Duett mit (nehme ichan - Infos liegen mir nicht vor!) Paul Sabu, was man auch noch als einigermaßen gelungen bezeichnen kann.

Danach geht es aber leider sehr rapide den Bach runter. Fast sämtliche Songs sind im Midtempobereich angesiedelt und plätschernn ins rechte Ohr rein und von dort wieder heraus. Es gibt nicht ein bisschen Abwechslung in Form einer Ballade oder vielleicht einmal eines flotteren oder härteren Stücks. Alles ist nach der gleichen Machart aufgezogen und langweilt den Hörer spätestens nach dem dritten Durchlauf.

Ich habe mir extra Zeit genommen, die Scheibe wirken zu lassen, doch mit jedem Neudurchgang hat sie mich irgendwie mehr genervt. Das geht los mit den dünnen Stimmchen der beiden, die manchmal ganz schön neben der Spur liegen. Besonders schlimm wird das Ganze, wenn es auf über sieben Minuten gezogen wird wie auf "The Scarlet Nymph", mit schiefem Gesang und einem Langweiler-Refrain, wie es schlimmer nicht geht. Das ist wirklich gruselig und rollt einem die Fussnägel hoch.

Höhepunkte suche ich bei diesem komplett in die Hose gegangenen Machwerk leider vergeblich.   
Die Produktion lässt bei manchen Songs auch sehr zu wünschenübrig, und die beiden Ladies singen mit so viel Emotion wie eine Grossmutter beim Gassigehen mit ihrem Pudel. Wirklich jedes Lied hat einen identischen Aufbau, die Drums klingen wie ein Metronom stumpfsinnig vor sich hin und im Hintergrund säuseln sich die beiden Damen einen ab. Zudem sind die Songs viel zu lang, so dass das Album bei 12 Liedern auf eine Spielzeit von weit über einer Stunde kommt

Tut mir wirklich leid aber das ist eine der schlechtesten Scheiben, die ich in letzter Zeit gehört habe. Wie so etwas bei eienr Plattenfirma unterkommen kann, ist für mich wirklich ein Armutszeugnis. Und wieder mal wird klar, dass auf den ersten Blick große Namen leider kein Garant für eine gute oder gar sehr gute Scheibe sind. Dagegen ist selbst Issa grammy-verdächtig und das will mal wirklich etwas heissen.

So kann ich nur jeden vor dieser Scheibe warnen und lege mir zur Abwechslung mal wieder Heart's "Brigade" oder die letzte Robin Beck-CD auf.  

Für die drei einigermaßen passablen Stück des Silberlings gibt es auch die drei Gnadenpunkte und dann ist gut....... 


Martin 

Donnerstag, 16. Mai 2013

Burning Rain - Epic Obsession








Band: Burning Rain
Album:Epic Obsession

Spielzeit: 71:53 min.
Plattenfirma: Frontiers

Veröffentlichung: 17.05.2013
Homepage: http://www.burningrain.net/




WERTUNG:  7 von 10


Track List:


1. Sweet Little Baby Thing
2. The Cure
3. Till You Die
4. Heaven Gets Me By
5. Pray Out Loud
6. Our Time Is Gonna Come
7. Too Hard To Break
8. My Lust Your Fate
9. Made For Your Heart
10. Ride The Monkey
11. Out In The Cold Again
12. When Can I Believe In Love
Bonus tracks.
13. Kashmir
14. Heaven Gets Me By (acoustic)



13 Jahre nach dem Debut kommen Doug Aldrich und Keith St John zusammen mit zwei neuen Mannen wieder zusammen, um eine neue Burning Rain CD einzuspielen. Die Pause von Whitesnake will genutzt werden und so kommt unverhofft für Aldrich Fans neues Futter aufs Tablett.

Wer meine Review zum Debut (als Re-Release erhältlich - siehe hier) kennt, wird gemerkt haben, dass ich besagtem Erstling nicht wirklich viel abgewinnen konnte. Der zweite Streich war da schon um Längen besser (ebenfalls nachzulesen unter *klick*). Leider, leider haben sich Aldrich und sein Sangeskollege jedoch ziemlich nahtlos am Debut orientiert. So ist "Sweet Little Baby Thing" die kleine Schwester von "Smooth Locomotion"  und auch Track zwei groovt wie der Anschlusstrack des Debuts, kommt aber eine Ecke cooler rüber. Was jedoch gleich am Anfang sehr negativ zu Buche schlägt ist der absolut übersteuert klingende Sound. Ich gebe zu, bei mp3-Vorabkopien muss man vorsichtig sein, aber auch das Video zur Single "My Lust Your Fate" klingt ebenfalls grausamst übersteuert so dass man davon ausgehen muss, dass der Sound wirklich so gewollt ist. Ähnlich klingt auch die letzte Whitesnake und die fand ich soundtechnisch auch nicht wirklich prall. So gut Aldrich an der Klampfe ist, das Produzieren ist nicht wirklich seine Stärke.

Wie auch beim Debut sind die wirklich guten Songs doch etwas rar gesäht. Meist beginnt ein Track mit einem spektakulären Gitarrenintro, bei dem man einen gewissen "Wow"-Effekt nicht verneinen kann, der nachfolgende Song gleitet dann aber schnell wieder in den biederen Durchschnitt ab. So kann ich Stücken  wie "Our Time Is Gunna Come" (wiederum sehr Whitesnake-lastig mit Versatzstücken aus "Still Of The Night") oder der oben genannten  "My Lust Your Fate" nicht allzuviel abgewinnen. Und der Sound lässt einen wirklich manchmal zur Skip-Taste greifen. "Loudness War" der üblen Sorte und teilweise unhörbar. Am besten sind Burning Rain auch bei ihrem neuen Silberling wenn es an die ruhigeren Songs geht:  Das AOR-geschwängerte "Too Hard To Break" oder die klasse Ballade "Made For Your Heart"  sind die Highlights von "Epic Obsession". So sehr man Coverdale live nicht mehr haben kann, im Studio ist er nach wie vor eine Bank und auch beim Songwriting  wird klar, wer einem Aldrich-Track das gewisse Etwas verpasst, welches hier über weite Strecken leider fehlt. "When Can I Believe in Love" ist eine erneute Ballade, die aber fast schon die Kitschgrenze überschreitet. Ein paar nette Momente gibt es noch bei "Ride The Monkey", bei dem aber auch die Weisse Schlange von hinten nach vorne durchzuhören ist und beim bluesbetonten "Heaven Gets Me By". Die übliche Zeppelin-Hommage (oder böser gesagt:"Blaupause") gibt es auch hier und sie lautet auf den Namen "Out In The Cold Again".

Irgendwie klingt "Epic Obsession" wie eine Ansammlung übriggebliebener, von Coverdale zurückgewiesener Fast-Whitesnake-Songs, sicherlich handwerklich gut eingespielt aber doch zu wenig um auf ganzer Linie zu punkten. Dass man manche Songs einfach nicht covern soll beweisen die Jungs mit einer ziemlich lausigen Version von "Kashmir"- zum "Glück" nur Bonustrack aber der geht nun mal so was von gar nicht.

Das ganze ist marginal besser als das Debut, mit einem besseren Sound wäre vielleich noch ein halber bis ganzer Punkt mehr dringewesen. Manche Lobeshymnen der sogenannten "Fachpresse" zu der Scheibe kann ich persönlich nicht nachvollziehen, so dass mit Wohlwollen grade mal eine 7 verbleibt. 


Martin

Burning Rain - Burning Rain (2013 Re-Release)


Band: Burning Rain
Album: Burning Rain (2013 Re-Release)

Spielzeit: 52:45 min.
Plattenfirma: Frontiers

Veröffentlichung: 17.05.2013
Homepage: http://www.burningrain.net/



WERTUNG:  6,5 von 10
  

Tracklist:

1. Smooth Locomotion
2. Superstar Train
3. Jungle Queen
4. Making My Heart Beat
5. Fool No More
6. Cherry Grove
7. Can't Cure The Fire
8. Can't Turn Your Back On Love
9. Heaven's Garden
10. Tokyo Rising
11. Seasons Of Autumn
12. Smooth Locomotion (Acoustic)
13. Can`t turn your back on love (Acoustic)




Im Zuge der Popularität von Doug Aldrich bei Whitesnake und anlässlich des komplett neuen "Epic Obession" Albums kommen die ersten beiden Scheiben von Burning Rain, das selbstbetitelte Debut aus dem Jahr 1999 und der Nachfolger "Pleasure To Burn" (2000) als Re-Releases zu neuen Ehren. Aufgepimpt wird das ganze durch ein Remastering und Bonustracks.
Bislang war die Truppe ja doch eher ein Geheimtipp und ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Ob dies zu Unrecht geschah oder nicht, gilt es im Folgenden zu untersuchen. Mir war zugegeben die Band auch nur lediglich vom Namen her ein Begriff.

Trotz Remastering klingt der Sound nicht ganz so dolle. Ziemlich dünn und flach das Ganze. Burning Rain gehen in etwa durch als Schnittmenge aus Whitesnake neueren Datums (natürlich!) sowie Einflüssen von Badlands und Mr. Big. Dass deren Klasse jedoch bei weitem nicht erreicht wird liegt jedoch schlichtweg daran, dass es an den ganz grossen Songs doch ziemlich hapert.
Standesgemäß wird die Scheibe mit dem sehr flotten "Smooth Locomotion" eingeläutet. Dass Keith St John seinen Coverdale und Plant öfter als nur einmal gehört hat wird schnell klar. Jedoch hat er das zweifelhafte Talent, manchmal (und das nicht zu wenig) ein bisschen zu arg zu "judern", und das geht einem nach gewisser Dauer doch leicht an die Nerven. Das sehr bluesige "Superstar Train" ist eine recht lässige Nummer, die aber - wie einige der Tracks - daran krankt, dass die Refrains mehr versprechen als der letztlich recht platte Refrain hergibt. Leider kein Einzelfall bei Burning Rain. "Jungle Queen" kann man auch in diese Kategorie einreihen, Aldrich rifft sich einen ab, aber der Song selber ist dann doch eher ohne Höhepunkte und plätschert nur vor sich hin.
Am besten sind Burning Rain, wenn es weg von den bluesigen Tönen hin zu AOR- oder balladeskeren Tönen geht. "Making My Heart Beat" ist ein richig kleiner Hit, toller Refrain (endlich), der auch wieder etwas an Aldrichs aktuelle Brötchengeber zu "1987"- Zeiten erinnert. Starker Song.
Das funkig angehauchte Riff zu "Fool No More" zieht sich wie ein roter Faden durch den Song, aber erneut wartet man vergeblich darauf, dass sich der Song noch steigert. "Cherry Grove" borgt sich gleich ein komplettes Led Zeppelin Riff aus, nur dass man das vom Original eben lieber hört als nachgespielt, und Robert Plant ist da leider auch nicht am Mikro. Nette Kopie aber wenn ich Led Zep hören will greife ich zum Original. 
"Can't Cure The Fire" drückt den Fuss dann mal wieder ganz flott aufs Gaspedal, diesmal auch mit einem einigermaßen gelungenen Refrain, der den Song zu den besseren der Scheibe gehören lässt.
Bei "Can't Turn Your Back On Love" ist dann wieder Feuerzeug hochalten (oder heutzutage eben Handies) angesagt, eine gelungene Ballade im "Is This Love"-Stil. Wunderschön.

"Heaven's Garden" ist dann aber wieder einer der Durchschnittsrocker, die zwar grooven, aber einen nicht sonderlich von Hocker reissen. Auch das nachfolgende "Tokyo Rising" zieht da nicht mehr viel und spätestens beim Abschlusstrack "Seasons Of Autumn" macht sich dann doch etwas Ernüchterung und mehr oder weniger Langeweile breit. Ich hätte von der Truppe dann doch etwas mehr erwartet.

Als zusätzlichen Kaufanreiz (wenn überhaupt) gibt es die Akustikversionen von "Smooth Locomotion" und "Can't Turn Your Back On Love", die zwar ganz spassig sind aber die Kohlen auch nicht mehr aus dem Feuer holen.

Alles in allem wird hier zuviel Durchschnitt geboten. Klar ist die Gitarrenarbeit klasse, aber was nützt das, wenn ein Grossteil der Lieder nicht wirklich zündet. Und das ist bei "Burning Rain" nun für mich einmal der über weite Strecken der Fall.

Obige Frage muss ich somit wie folgt beantworten: Die Scheibe hat zu Recht für nicht wirklich viel Furore gesorgt. Drei bis vier gute Songs sind dann doch etwas arg wenig und so vergebe ich für das Burning Rain Debut leider nur eine 6,5. 

Steinigt mich......


Martin


Burning Rain - Pleasure To Burn (2013 Re-Release)





Band: Burning Rain
Album: Pleasure To Burn (2013 Re-Release)

Spielzeit: 59:58 min.
Plattenfirma: Frontiers

Veröffentlichung: 17.05.2013
Homepage: http://www.burningrain.net/




WERTUNG:  8 von 10


Tracklist:

1. Fireball
2. Love Emotion
3. Stone Cold N' Crazy
4. Cherie Don't Break My Heart
5. Shot Down
6. Love De Jour
7. Faithfully Yours
8. Sex Machine
9. Metal Superman
10. Judgement Day
11. Devil Money
12. Live for that rush (Demo)
13. Cherie Don`t break my heart (Akustik)



Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Burning Rain-Album zu besorgen, dem kann man ohne Umschweife empfehlen, auf "Pleasure To Burn" (ursprünglich erschienen im Jahr 2000) zurückzugreifen, welches zusammen mit dem Debut und der neuen, auch eher durchwachsenen Scheibe "Epic Obsession" als Re-Release erscheint. Stilistisch ist bei Burning Rain zwar auch hier bluesbetonter, grooviger Hardrock angesagt, doch im Gegensatz zu den anderen beiden Scheiben stimmen hier auch weitgehend die Songs, die das Teil dann über den Durchschnitt heben und zur besten Burning Rain-Scheibe machen.

Getreu dem Motto "hauen wir mal voll rein" steht am Anfang wiederum ein Song der Marke "Speed" in Form von "Fireball", der zwar nicht an gleichnamigen Deep-Purple Song sondern witzigerweise an deren "Burn" erinnert. Dennoch ein sehr guter Einstieg. Das Niveau wird weiter hochgehalten mit "Love Emotion", einem erneutgroovigen Rocker, der bei allen drei Burning Rain-Scheiben an zweiter Stelle steht. Irgendwie sind alle drei Scheiben von der Songreihenfolge her sehr, sehr ähnlich aufgebaut. "Stone Cold N' Crazy" kann man auch noch durchgehen lassen, ehe mit "Cherie Don't Break My Heart" der beste Burning Rain Track überhaupt am Start ist. Das klingt irgendwie nach relaxten Foreigner zu deren besten Zeiten. Ein Killertrack der "Hit" von oben bis unten schreit.
"Shot Down" zieht den Härtegrad wieder etwas nach oben an, hier wieder die obligatorische Whitesnake-Hommage, ohne jedoch deren Klasse zu erreichen. 

"Love De Jour" gibt mir persönlich nicht wirklich viel, ein richtiger "Füller" vor dem Herrn. "Faithfully Yours" ist  wieder eine gewohnt schöne Burning Rain-Ballade, die die Jungs durchaus gut drauf haben. 
In  "Sex Machine" macht uns Keith St. John nicht nur textlich den Coverdale, eine recht hartes Stück mit knochentrockenem Stakkato-Riffing ausgestattet. Das etwas vertrackte "Metal Superman" kann man auch als äußerst gelungene betrachten, ehe "Judgement Day" nicht nur vom Titel her an den gleichnamigen Whitesnake Song von "Slip Of The Tongue" erinnert, jedoch auch nicht ganz so gehaltvoll wie der epische Song anno 1990. 

"Devil Money" beschliesst schick groovend die beste Burning Rain - Scheibe, auf der sich noch als Zusatzstücke der Demosong "Live For That Rush" (ein bisschen wie "Addicted To That Rush" von Mr. Big) sowie die Akustikversion von "Cherie Don't Break My Heart" befinden.

Soundtechnisch werden auch hier keine Bäume ausgerissen, aber immerhin ist hier kein "Loudness War" wie auf der neuen Scheibe angesagt sondern eher ein knochentrockener Klang, der mir etwas zu schroff ist an manchen Stellen.

Wie erwähnt für mich das Highlight der Burning Rain Diskographie. SIcher kein Klassiker aber durchaus gute 8 Punkte wert das Teil.  

Martin


Sonntag, 12. Mai 2013

Guerilla Rocker Shearer mit ihrem neuen Album "Duck On Cover"

Hallo Rockeros,

seit gestern ist das neue Werk der Berliner SHEARER erhältlich.

Fleißige "Talent - Schuppen" - Leser dürfte die Band nicht ganz unbekannt sein, da ich sie kurz vorgestellt und auf ihre vorzüglichen Veröffentlichungen hingewiesen habe.

Die Power - Rock - Formation hat sich noch weiter steigern können und bietet uns 12 vorzügliche Songs, im typischen Soundgewand.



Tracklist:

1. War Machine 03:10
2. Without Your Ghost 03:12
3. No Love 03:28
4. Let Go 05:05
5. The Future Is Lost 03:36
6. Nothing To Keep Me 03:22
7. I'll Be Right Behind You, Josephine  04:00
8. Insides, Outsides 03:03
9. Miniscule 03:35
10. Julia 03:07
11. Mindset 03:56
12. Brown Eyes 02:46



Das Album erscheint als CD (7.00 €) und digitaler Download (5.00 €) und kann via Bandcamp geordert werden.

Für Rockfans, die chronisch pleite sind, gibt es auch noch die kostenlose Variante.
"Duck On Cover" kann sich kostenlos und legal, auf Soundcloud (Track by Track) und / oder als Zip-Datei, auf archive.org, gezogen werden. Eine Veröffentlichung auf Jamendo.com folgt bald.

Dazu das Band-Statement:
Wem das nötige Kleingeld fehlt, um uns
via Bandcamp zu unterstützen, kann das Album
auch kostenlos runterladen, denn es ist frei! (Quelle: Shearer.de)
Hier die Downloadlinks:
Soundcloud (Track by Track)
archive.org (Zip)

Die Band sollte man unbedingt supporten! Besser geht ehrlicher Rock aus Deutschland, beim besten Willen, nicht!!!

Hier könnt Ihr das Album anhören und - falls Ihr die CD / digitalen Download kaufen möchtet - ordern.

 
Einfach eine großartige und sympathisch auftretende Formation!!

Götz

Samstag, 11. Mai 2013

Anvil - Hope In Hell



Band: Anvil
Album: Hope In Hell
Spielzeit: 53:42 min.
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 24.05.2013
Homepage: http://anvilmetal.com/

 

WERTUNG:  7 von 10

 

Tracklist:


01. Hope In Hell
02. Eat Your Words
03. Through With You
04. The Fight Is Never Won
05. Pay The Toll
06. Flying
07. Call Of Duty
08. Badass Rock N Roll
09. Time Shows No Mercy
10. Mankind Machine
11. Shut The Fuck Up
12. Hard Wired (bonus track)
13. Fire At Will (bonus track) 



Seit "The Story Of Anvil", einem wirklich genialen Doku-Film über die Truppe aus Kanada, sind Lips & Co. wieder besser im Geschäft. Zum Megaseller und Stadionfüllen wirds nun sicher nicht mehr reichen aber zu ihrem letzten Album "Juggernaut Of Justice" waren die Jungs ganze 18 Monate um den Erdball unterwegs. Die Band kann man eigentlich aufgrund ihres augenzwinkernden Charmes und ihrer Einstellung, nie aufzugeben, liebhaben. 
Andererseits machen sie es einem aber auch nicht leicht, denn nicht alle Anvil-Platten sind wirkliche Highlights. "Hope In Hell" liegt irgendwie dazwischen.  Auf der einen Seite gibt es Perlen wie den stampfenden Titelsong oder das speedige "Eat  Your Words", auf der anderen Seite sind manche Songs eher im Durchschnittsbereich anzusiedeln oder recyclen Altbekanntes. Schlimmtes Beispiel ist in diesem Fall "Through With You", der das "Smoke On The Water"-Riff schamlos nahezu 1:1 übernimmt. Das nachfolgende "The Fight Is Never Won" entschädigt dafür dann wieder etwas, ein ebenfalls sehr schneller Song, der erst beim Chorus das Tempo herausnimmt. Auch "Pay The Toll" ist ein Banger vor dem Herrn. Der neue Bassist Sal Italiano (echter Name???) reiht sich nahtlos ein und die Produktion ist herrlich fett und druckvoll, was man von einem Profi wie Bob Marlette (Black Sabbath, Airbourne, Alice Cooper)auch erwarten darf, der Anvil so gut wie noch nie soundtechnisch in Szene setzt. 
"Flying" ist ein locker-flockiger Rocker, der offenbar vom Touralltag handelt, während  "Call Of Duty" eher wieder eine Durchschnitts-Stampfnummer darstellt. "Bad Ass Rock'n Roll" hat einen leichten Punk-Einschlag. Lip's Vocals klingen ausgezeichnet, der Mann wird zwar nicht mehr zu einem Heldentenor, aber das weiss er sicher auch selbst und er schlägt sich auf "Hope In Hell" mehr als wacker. Am Schluss geht den Sympathieträgern dann aber doch etwas die Luft aus. "Time Shows No Mercy" und "Mankind Machine" sind keine echten Highlights. Bei mir kommt "Shut The Fuck Up" in der Vorabversion als gut 10-minütiges Stück daher, ist das nun "Anvil-does-Dream-Theater" ? Nein - es wurden (offenbar irrtümlich) die beiden Bonustracks "Hard Wired" und "Fire At Will" ohne Pause mit dem offiziellen letzten Track zusammengefasst. "Shut The Fuck Up" selber ist wieder ein klasse Abschluss der Scheibe, schnell mit genialer Gitarrenarbeit, der mich etwas an Metallica zu ihren besseren, thrashigeren Zeiten erinnert. Die beiden Bonustracks sind nicht weiter auffallend-weder positiv noch negativ.
Es bleibt eine überdurchschnittliche Metal-Scheibe mit guten Songs aber auch ein paar Füllern. Letztlich gibt es mit dem für Anvil traditionellen Sympathiebonus solide 7 Punkte. Vielleicht gelingt Ihnen ja doch noch mal eine durchgehend starke Knallerscheibe. Zu gönnen wäre es Ihnen auf jeden Fall.

Martin   

Mittwoch, 8. Mai 2013

HIM - Tears On Tape KOMPLETT-STREAM!

Hallo Rockeros,

die Düster-Rock-Spezialisten HIM haben, am 26. April, ihr 8. Studioalbum "Tears On Tape" veröffentlicht.



HIER könnt Ihr Euch das gesamte Album, in voller Länge, anhören.


Tracklist:

01. Unleash the Red
02. All Lips Go Blue
03. Love Without Tears
04. I Will Be the End of You
05. Tears on Tape
06. Into the Night
07. Hearts at War
08. Trapped in Autumn
09. No Love
10. Drawn & Quartered
11. Lucifer’s Chorale
12. W.L.S.T.D.
13. Kiss the Void


Unsere Meinung findet Ihr hier.

Viel Spaß und Rock On!

HIM - Tears On Tape

Band: HIM
Album: Tears On Tape
Spielzeit: 43:04 min.
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 26.04.2013
Homepage: www.www.facebook.com/theheartagram

WERTUNG: 7,5 von 10


Tracklist:

01. Unleash the Red
02. All Lips Go Blue
03. Love Without Tears
04. I Will Be the End of You
05. Tears on Tape
06. Into the Night
07. Hearts at War
08. Trapped in Autumn
09. No Love
10. Drawn & Quartered
11. Lucifer’s Chorale
12. W.L.S.T.D.
13. Kiss the Void

Hässliche Männer und Neider hassen ihn, fast alle Frauen lieben ihn und Musikliebhaber respektieren ihn ...

Der Finnen ISAAK - auch als Ville Vallo bekannt - und seine Komplizen melden sich, nach etwas mehr als 3 Jahren, wieder zu Wort. In den letzten Jahren wirkten HIS INFERNAL MAJESTY orientierungslos und das hörte man auch den Studio-Outputs an. Die Mucke war zwar Bandtypisch, aber die Finnen schafften es nicht mehr an die Glanztaten von "Greatest Love Songs Vol.666" und "Razorblade Romance" anzuknüpfen. Es fehlte das wunderbare und schlüssige Zusammenspiel aus zuckersüßen, harmonischen, stets Sentimentalität versprühenden Gesang + Melodiestrukturen und die reizvolle, metallische und getragene Düsternis, welche auf den ersten beiden Alben, auf eine perfekte Art zelebriert wurde. Nach der Vollkatastrophe - und dem einzig wirklich schlechten Album in der ganzen Band - Diskografie - "Venus Doom" hatte ich die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder, ein richtig gutes und an die Vergangenheit anknüpfendes Werk zuhören. Doch HIM bäumten sich auf und veröffentlichten "Screamworks - Love in Theory and Practice". Band-Skeptiker und Fans ließen nur gute Worte, über den Silberling, verlauten. Ich war also sehr gespannt, ob "Tears On Tape" den positiv eingeschlagenen Weg weiter verfolgt, oder eher eine Zukunft als schmucker Bierglas-Untersetzer, in meinem Wohnzimmer, bevorstehen wird.

Eines steht fest, ich werde weiterhin die handelsüblichen Bierdeckel kredenzen! Die finnische Formation macht genau da weiter, wo sie mit dem formidablen Vorgänger aufgehört hat. D. h. es gibt wieder mächtig viele Ohrwürmer mit einer gesunden und frischen Metal-Schlagseite! Wie bei "Screamworks- ..." stimmen die Kompositionen wieder. Ville's Gesang wird auf akzentuierten Keyboardwolken gebettet und die Saiten-Zupfer-Zunft und der Kesselverdrescher schmecken, den Potpourri aus Pop, Goth Rock und Metal, sehr kompetent, wuchtig und metallisch ab.

Man mag gefallen an Ville's Stimme/Gesang finden oder nicht, aber man kann ihm nicht unterstellen, dass er es nicht versteht zu entertainen. Dies beweist er wieder zu genüge durch seine ausdrucksstarken Vocals, welche jegliche Form von Leid / Traurigkeit (Herz, Seelen etc.) an das Ohr des Zuhörers übermitteln. Mal hauchend, dann wieder kieksend oder einfach nur einfühlsam. Er ist HIM und ohne ihn würden die Songs einfach nicht so gut funktionieren!! Soviel zum Gesangsspektrum des Mr. Vallo.

Nach dem Intro "Unleash the Red" folgt direkt einer der besten Songs, nämlich "All Lips Go Blue". Der abwechslungsreiche und rockende Ohrwurm lebt, neben dem Gesang + Refrain, durch eine phantastische Gitarren Instrumentierung, welche sogar ein feines Solo bietet. "Love Without Tears" wirkt schon fast locker und unbeschwert - für Bandverhältnisse - , kommt härtegrad technisch aber nicht an seinen Vorgänger heran. Aufgrund Ville's Gesang und dem treibenden Drums zählt der Track zu den Highlights. Anschließend folgen Nummern, welche auf dem üblichen und soliden Niveau dargeboten werden und den Zuhörer auch unterhalten. Mit "Hearts At War" kann die Band noch einmal aus dem "Standard - Dschungel" ausbrechen und serviert uns einen kernigen, metallischen Rocker, welcher durch eine schwermütige Gitarren- und Rhythmusarbeit glänzt. Ein richtiger POP'N'DOOM Knaller!

"Tears On Tape" ist mit Sicherheit kein Über-Album, aber dafür wirklich sehr ordentlich ausgefallen. HIM schaffen es, denn guten Eindruck, welchen sie mit dem Vorgänger wieder hinterlassen konnten, weiter zu festigen.

Fans werden nicht enttäuscht sein und aufgeschlossene Rockfans können gerne einmal reinhören.

Von meiner Seite gibt es ordentliche 7,5 Punkte.

Götz

Popa Chubby - Universal Breakdown Blues




Interpret: Popa Chubby
Album: Universal Breakdown Blues
Spielzeit: 58:35 Min.
Veröffentlichung: 19.04.2013
Plattenfirma: Provogue Records / Mascot Label Group / Roughtrade
Homepage: www.popachubby.com

Wertung: 7 von 10

Trackliste:

  1. I Don't Want Nobody
  2. I Ain't Giving Up
  3. Universal Breakdown Blues
  4. The Peoples Blues
  5. Rock My Baby
  6. 69 Dollars
  7. Over The Rainbow
  8. I Need A Lil' Mojo
  9. Danger Man
  10. Going Back To Amsterdam (Reefer Smokin' Man)
  11. The Finger Bangin' Boogie
  12. Mind Bender

Was gibt es Schöneres als sich an seinem freien Tag entspannt vor die Anlage zu setzen und ein neues Album auszuprobieren ? Insbesondere wenn es sich um Popa Chubby handelt, der laut Info-Text seines Promoters nach fast 20 Jahren zum Blues zurückkehrt, den er wegen seiner Vorliebe für Hardrocksongs einstweilen verlassen hätte. Ob dies mit der jüngsten Trennung von seiner Ehefrau Galea zu tun hat, wer weiss...

Ohnehin möchte ich dem nicht ganz zustimmen, denn Popa Chubby hat sein Blues-Fundament niemals wirklich verloren, und seine Vorliebe für harte Sounds haben die Fans immer gerne mit ihm geteilt.

Mit "Universal Breakdown Blues" kehrt Mr. Chubby nun also zurück zum schweren Bluesrock und präsentiert uns mit 12 Songs in knapp 60 Minuten ein durchaus volles Programm. 
Der Einstieg gelingt mit "I Don't Want Nobody", einem fetten Blues-Stampfer, der Live sicher grandios herüberkommt, sehr souverän. Popa Chubby brilliert wie gewohnt durch seine Fingerfertigkeiten an der Gitarre und seine sehr angenehme Stimme. Ebenso fällt sofort auf dass hier eine technisch versierte Backing-Band auf den Punkt mitspielt, dem Chef aber ganz klar das Feld überlässt. 
Das Tempo wird mit "I Ain't Giving Up" leider direkt wieder gedrosselt um in eine nahezu balladeske Blues-Gospel Stimmung zu kommen, was mir persönlich eher weniger gefällt. Der soulige Backgroundgesang ist zwar sehr angenehm und passend, die ganze Nummer ist für meinen Geschmack aber deutlich zu langatmig. Das ist allerdings Geschmacksache. 

Der Titelsong glänzt dann wieder durch Chubby's Gitarrenkünste, die teilweise sehr an Jimi Hendrix erinnern und einfach Spaß machen. Spaß macht übrigens auch der sehr saubere, klare Sound und der tolle Mix. Dieses Gesamtpaket hat Klasse, alle Instrumente sind klar zu orten. Auf "The Peoples Blues" kommt nebst Chubby's Gitarre die Orgel deutlich zum Einsatz, der Slow-Blues geht sehr tief und wird viele Freunde finden, hier entsteht Gänsehaut-Atmosphäre und auch diese Nummer wird Live sicher richtig Spaß machen.
Mit dem darauffolgenden "Rock Me Baby" zieht Mr.Chubby wieder an, und "69 Dollars" ist dann auch mein persönliches Highlight. Chubby's Gitarrenspiel erinnert nun leicht an Carlos Santana, das entstandene Latin-Feeling sorgt für reichlich Abwechslung und steht der Platte sehr gut zu Gesicht. Doch damit nicht genug, Popa Chubby entführt uns mit seiner Interpretation des Klassikers "Over The Rainbow" in eine andere Zeit, transformiert diesen jedoch dermaßen locker und leicht ins Heute, dass kaum jemand merken wird dass die Nummer fast 9 Minuten dauert. Chapeau.

Mit "I Need A Lil' Mojo" knüpft Chubby dann thematisch an längst vergangene Phasen dieser wundervollen Musikrichtung an, um uns im treibenden "Danger Man" augenzwinkernd an seine vermeintliche Gefährlichkeit zu erinnern. Die Reise führt uns jetzt nach Amsterdam, wo sich Mr. Chubby einen "Reefer" rauchen möchte. 
Mit seiner Vergangenheit, die auch durch den Konsum durchaus härterer Drogen geprägt wurde, hat er ja augenscheinlich gebrochen. Wollen wir hoffen dass das so bleibt. Der stampfende Blues-Boogie "Take Me Back To Amsterdam (Reefer Smokin' Man)" jedenfalls zeigt uns wie gut ihm diese Enthaltsamkeit tut, auch wenn am Ende reichlich gehustet wird.

"Universal Breakdown Blues" beschert uns dann noch den locker-leichten "The Finger Bangin' Boogie", eine eher unspektakuläre Nummer, die zurecht weiter hinten platziert wurde.

Die Schlussnummer "Mind Bender" zeigt den Ami dann weider von seiner deutlich härteren Seite und beschliesst eine starke Platte, mit der es Popa Chubby, dem ich es sehr gönnen würde, vermutlich aber wieder nicht an die Spitzenplätze schaffen wird. 

Was vielleicht fehlt, sind die herausragenden Nummern. Popa Chubby hat alles wovon viele andere träumen würden, wenn er es eines Tages auch noch schafft sich dem breiteren Publikum zu nähern, wie es ein Danny Bryant dieser Tage getan hat, könnte es vielleicht klappen die ganz großen Hallen zu bespielen. Er selber wird aber am besten wissen ob er das überhaupt will.

Einstweilen empfehle ich Euch "69 Dollars", mit dem Popa Chubby schon recht nah an die von mir geforderten eingängigeren Songs herankommt und das herrlich entspannte "Take Me Back To Amsterdam (Reefer Smokin' Man)"

Blues-Fans und solche die es werden wollen, sollten auf jeden Fall in "Universal Breakdown Blues" reinhören. Es lohnt sich.


Bernd Fischer


Dienstag, 7. Mai 2013

Gingerpig - Hidden From View

Band: Gingerpig
Album: Hidden From View
Spielzeit: 43:14 min.
Plattenfirma: MiG Music / Sony
Veröffentlichung: 26.04.2013
Homepage: www.gingerpig.nl

WERTUNG: 9 von 10

Tracklist:

1. Run
2. Dangling Man
3. Backlash
4. A Touch
5. Nothing
6. Oceans
7. Smile
8. Pride
9. Ugly Heart

Schlaghosen - Gedächtnis - Rock ist präsent wie schon lange nicht mehr und die sehr guten Bands wie KADAVAR, SPIRITUAL BEGGARS, ORCHID, ZODIAC und etc. etc. et. erfreuen sich einer großen Anhängerschaft. Eine Band, welche sich Retro Rock Jünger ganz groß auf den Einkaufszettel schreiben sollten, ist GINGERPIG. Ähnlich wie FIREBIRD's / GENTLEMAN'S PISTOLS's Bill Steer (ex-NAPALM DEATH und CARCASS) und SPIRITUAL BEGGARS's Michael Amott (ex- CARCASS, ARCH ENEMY) hat der Niederländer Boudewijn Vincent Bonebakker (ex- GOREFEST) eine musikalische "Krachmaten" Vergangenheit und frönt, seit einigen Jahren, den moderateren Tönen. Nach dem interessanten und für meinen Geschmack soulig / funkig inspirierten, aber leider auch konfus / orientierungslos wirkenden Debüt "The Ways Of The Gingerpig" - man wollte einfach zu viel und packte eine schier schon zu große Anzahl von Einflüssen auf das Album - erschien, am 26. April, das Nachfolgewerk "Hidden From View". Und dieses hat es wahrlich in sich!!! Gradliniger, voller Spielfreude, ideenreicher, hart rockend und mitreißend ist der Silberteller ausgefallen.

Dies bedurfte aber einiger Änderungen im Band-und Soundgefüge. War das Debüt eine Mischung aus Blues- / Classic- / Funk- bzw. Soul Rock mit einem starken Hang zu Improvisationsparts, hat man eine Entschlackungskur vorgenommen. Die Jungs haben die omnipräsente, an DEEP PURPLE erinnernde, Hammond Orgel ein wenig reduzierter - Keyboarder Jarno Van Es verließ die Gruppe letztes Jahr - und die Soul und Funk Anleihen spärlicher / akzentuierter eingesetzt. Gleichzeitig haben die Musiker neue und sehr leckere Einflüsse mit aufgenommen. So erinnert ein Teil des Materials unweigerlich, aufgrund des Einsatzes einer Querflöte (geschah auch schon auf dem Debüt, konnte aber nicht so einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wie auf dem aktuellen Werk), an JETHRO TULL. GINGERPIG vergessen dabei aber nicht, den Kompositionen eine gepfefferte Ladung schweren, harten Rock zu verpassen. Was die Jungs hier abliefern ist "moderner", authentischer und frischer Classic Rock, der ein unwahrscheinliches Hörvergnügen bereitet.

Die Niederländer werden, nach Jarno's ausscheiden, als Trio weiter musizieren und für "Hidden From View" griffen sie auf die Hilfe von Keyboarder Arno Krijger, Marjolein Kempen (Querflöte) und George Pelupessy (Percussion) zurück.

Die Band besteht aus:

- Boudewijn Bonebakker - Gesang und Gitarre
- Sytse Roelevink - Bass
- Maarten Poirters - Schlagzeug

Schon beim ersten Durchgang fallen die o.g. Modifikationen positiv ins Gewicht und zeigen, dass das Sprichwort "Weniger ist mehr" sich durchaus bewahrheiten kann. Des weiteren ist Boudewijn, als Sänger, stimmlich ein Stück gewachsen. Sein Gesang ist gefestigter als noch auf dem Erstling und er überzeugt durch sein vielseitig eingesetztes Organ. Gillan-ähnliche Schreie, soulige Momente oder einfach nur rau und rockig, er verfügt über ein großes Stimmvolumen. Über sein Flitzefinger - Gitarrenspiel braucht man nichts schreiben, denn es ist einfach stark! Syste agiert sympathisch zurückhaltend bzw. unauffällig. Er versorgt den, extravagant aufspielenden, Drummer Poirters mit voluminösen, tiefen Tönen. Maarten zelebriert ein Schlagzeugspiel, welches facettenreicher / einfallsreicher nicht hätte ausfallen können. Einfach SAGENHAFT gut!

Die Gitarre kreischt und dazu gesellt eine dröhnende Orgel und der Opener "Run" startet voll durch. Schöner kann Retro Rock "fast" nicht klingen. GINGERPIG sind drei hochklassige Musiker und verpassen, dem URIAH HEEP und DEEP PURPLE ähnlichen Rocker, eine individuelle und verspielte Note. Fast schon basisch klingt der schwere, bluesige Song "Dangling Man" (siehe Clip). Bonebakker lässt ein sehr feines Solo vom Leder, welches auch als Highlight der Nummer zu werten ist. Es macht Spaß den Track zu hören, ist aber ein wenig zu unauffällig gegenüber dem restlichen Material. Dies ändert sich mit dem folgenden "Backlash". An welche 2 Bands erinnert er mich wohl :-)?! Es wird kraftvoll gerockt und der Sänger nähert sich an seinem Stimmvorbild Ian Gillan. Hohe Screams wechseln sich mit seiner normalen Tonlage ab. Direkte Duelle zwischen dem Gitarristen und Gastkeyboarder Krijger gibt es zwar nicht, aber trotzdem erinnert mich die Zusammenarbeit, der beiden Herren, an das Gespann Blackmore / Lord. Sehr schön ist auch der "Improvisationspart" in der Mitte des Songs. "Touch" ist ein getragener Rocker, welcher neben einer erstklassigen Schlagzeugarbeit über eine enorme atmosphärische Dichte/Melancholie verfügt. Mitverantwortlich dafür ist die zutiefst traurige Hammond Orgel. Tiefblau, traurig und wunderschön! "Ocean" ist an Ideenreichtum, packenden Melodien und einem unbeschreiblich guten Gesang nicht zu überbieten. Neben JETHRO TULL Songarrangements und Querflöteneinsätze, vertrackten bzw. progressiven Einsprengseln und klassischen Rockzitaten gibt es noch viel mehr, aufregende und wunderschöne Klänge, zu entdecken. Spannend, packend und das absolute Highlight auf "Hidden From View". Das folgende "Smile" führt, die Band, wieder in die Ende '60er / Anfang '70er Rock - Ära zurück und bietet feinen, leicht psychedelischen Rock, mit einer phantastischen Gitarrenarbeit. Die enorme Vielseitigkeit des Trios ist einfach bemerkenswert und außergewöhnlich!

Die drei Musiker setzen sich, mit dieser sensationellen Leistung, ganz weit von der Konkurrenz ab und sie halten, für mich wenigstens, das RETRO ROCK ZEPTER ganz fest in ihren Händen.
 

Ich hatte ein solch starkes Album nicht erwartet und bin absolut begeistert von dem neuen Werk!!

Sorry KADAVAR, SPIRITUAL BEGGARS & Co. ... Ihr seid zwar tolle Bands, aber die Niederländer sind momentan die GEILSTEN!

Neben der neuen DEEP PURPLE ist "Hidden From View" eine absolut zwingende CLASSIC ROCK PFLICHTVERANSTALTUNG!

Von meiner Seite gibt es 3 Blümchen ins Haar, dazu 2 Backenbärte, 1 Spitzkragen - Hemd und 3 Schlaghosen.

Götz


Sonntag, 5. Mai 2013

Tom Keifer - The Way Life Goes


Interpret:  Tom Keifer
Album: The Way Life Goes
Spielzeit: 51:58 min.
Plattenfirma: Rykodisc (Warner)

Veröffentlichung: 17.05.2013
Homepage: www.tomkeifer.com

 


WERTUNG: 9 von 10

 
Tracklist:


1. Solid Ground
2. A Different Light
3. It’s Not Enough
4. Cold Day In Hell
5. Thick And Thin
6. Ask Me Yesterday
7. Fools Paradise
8. The Flower Song
9. Mood Elevator
10. Welcome To My Mind
11. You Showed Me
12. Ain’t That A Bitch
13. The Way Life Goes
14. Babylon



Stolze 26 Jahre ist meine erste "Begegnung" mit Tom Keifer und Cinderella her. Beim 1987er Monsters Of Rock Festival in Nürnberg trat am frühen Nachmittag eine bunte Truppe auf, die den ganzen Laden gehörig rockte und mir bis heute gehörig in Erinnerung blieb. Was für ein Gig! Leider habe ich die Jungs nie mehr erleben dürfen, denn die für 1991 geplante Tour mit Slaughter wurde wegen des Golf-Krieges abgesagt, die Tour mit Judas Priest Ende der 80er ebenfalls. Leider gab es danach wirklich nicht mehr viel Möglichkeiten, Tom & seine Jungs in Europa zu sehen. 
Was die bunte Truppe schon immer von den anderen damalige Hairbands abhob, war die Tatsache, dass die Mucke gehörig Tiefgang hatte trotz des unbestrittenen Partyfaktors. "Long Cold Winter" gehört nach wie vor zu meinen Platten für die berühmte einsame Insel. Mit "Heartbreak Station" wandte man sich dann erdigeren und leicht country-beeinflußten Tönen zu, ehe dann nach der 1994er Top-Scheibe "Still Climbing" Schluss war. Danach gab es noch Planungen für ein weiteres Album aber aufgrund der Streitigkeiten mit dem Ex-Label kam seit sage und schreibe 19 Jahren keine neue Studionote von Tom Keifer mehr auf den Markt.
Warum ich hier so viel über Cinderella schreibe obwohl es doch ein Kiefer-Solo-Album ist? Ganz einfach - die Musik ist SEHR nahe   dem "Heartbreak Station" Album von 1990 anzusiedeln, der Sound ist sehr trocken(mehr dazu später) und die Song teilweise ausgesprochen melancholisch, ohne jedoch die Rocker außen vor zu lassen. Was man so hört und liest, sind einige der Lieder auf "The Way Life Goes"  für ein weiteres Cinderella Opus geschrieben worden und das hört man dann schon raus.
 Auch ein Grund für die lange Abstinenz von neuem Material waren Tom Keifer's langjährige Stimmbandprobleme , die erst nach mehrern Op's wieder in Form gebracht werden konnten. Ein wenig hat sich die Stimme von Tom dadurch sicherlich verändert, so durchdringend schrill (positiv gemeint!) ist sie nicht mehr, er singt doch etwas relaxter wie in früheren Zeiten, aber das steht ihm durchaus gut zu Gesicht

"Solid Ground" ist ein guter rockiger Einstieg in die nächste knappe Stunde, der Song ist bluesig angehaucht und mit guten Chören ausgestattet. Bereits als zweites Stück gibt es die erste Ballade zu hören. Wie schon aus der Vergangenheit bei Juwelen wie "Nobody's Fool" oder "Don't Know What You Got 'til It's Gone" gewohnt, haben Tom's Balladen einfach Stil und Tiefgang und sind alles andere als kitschig. So auch das zusammen mit seiner Frau verfasste, durchdringende "A Different Light" mit seinem formidablen Chorus.
"It's Not Enough" drückt danach wieder aufs Gaspedal, gehört zu den härteren Songs der Scheibe und erinnert an alte Glanztaten seiner Hauptband. Und auch beim nachfolgenden "Cold Day In Hell" schwelgt man angenehm in der Vergangenheit, mich erinnert der Chorus an "Shelter Me" der Herzbrecher Station- Cd. 
"Thick and Thin" wäre in den 80ern mit einem pompösen Video auf MTV-Dauerrotation ein todsicherer Hit geworden, eine majestätische Pianoballade. Die Scheibe fährt balladesk fort mit dem country-angehauchten "Ask Me Yesterday", welches zusammen mit Jim Peterik und Tom's Frau verfasst wurde. "Fool'sParadise" ist ein groovender, langsamer und sehr schwerer Rocker.  
Die nächste Peterik/Keifer Komposition wurde bereits vorab veröffentlicht und lautet auf den Namen "The Flower Song" , auch eine recht ruhige meist akustitsche Nummer. Danach wird der Hebel aber wieder auf ROCK umgestellt: "Mood Elevator" ist ein treibendes hartes Stück Musik, und auch "Welcome To My Mind" wird diejenigen zufriedenstellen, die Tom rockig mögen. "You showed Me" ist die letzte Ballade des Albums, vielleicht dann doch eine ruhige Nummer zu viel, denn sie unterscheidet sich von der Machart her nicht großartig von "Thick and Thin". "Ain't That a Bitch" bluest anschließend wieder schön vor sich hin, hier ist Tom's Stimme fast wieder so rauh und "schnodderig" wie wir ihn von früher kennen und lieben.
Am Titelsong gefallen mir vor allem die Tempowechsel zwischen Versen und dem Chorus. Sind die Strophen ultra-slow ausgefallen, nimmt der Track im Chorus plötzlich gewaltig Fahrt auf. Zu Recht der Titeltrack und mit das Highlight der Platte.  Der flotte Rausschmeisser "Babylon" überrascht mit einem genialen Saxophon-Solo und hinterläßt ebenfalls einen sehr starken EIndruck.

Negativpunkte gibts auch zu vermelden, wenn auch eher mit der Lupe. Der Wesentlichste stellt für mich die Produktion dar, die zwar sicher gewollt-erdig-back-to-basics sein soll und auch gut zum Großteil der dargebotenen Musik passt. Jedoch klingt bei manchen Songs (nicht allen) das Schlagzeug doch sehr, sehr dünn und irgendwie seltsam verzerrt, als ob es sich um eine schlechte mp3-Kopie handeln würde. Ich bespreche hier aber die "Normale" CD-Ausgabe.  Wie oben schon angesprochen hätte man vielleicht eine ruhige Nummer weglassen können, ich kann jedoch insgesamt keinen schlechten Songs auf der CD erkennen, alles bewegt sich auf sehr hohem Niveau, wie man es sich nach derartig langen Pause von Tom auch erhofft hatte.

Somit vergebe ich für "The Way Life Goes" starke 9 Punkte und hoffe inständig auf ein paar intime Europa-Gigs des Barden. Ich wäre auf jeden Fall dabei. Ein letztes Wort sprechen dann aber die Fans. Es ist zu hoffen, dass die Scheibe gut ankommen wird.  


Martin