Montag, 25. Mai 2015

Virgin Steele - Nocturnes Of Hellfire & Damnation



Band : Virgin Steele
Album : Nocturnes Of Hellfire & Damnation
Spielzeit : 79:34 Min.
Plattenfirma : Steamhammer / SPV
Veröffentlichung : 19.06.2015
Homepage : www.virgin-steele.com

Wertung : 8 von 10

Tracklist :
  1.  Lucifer's Hammer
  2. Queen Of The Dead
  3. To Darkness Eternal
  4. Black Sun - Black Mass
  5. Persephone
  6. Devilhead
  7. Demolition Queen
  8. The Plague And The Fire
  9. We Disappear
  10. A Damned Apparition
  11. Glamour
  12. Delirium
  13. Hymns To Damnation
  14. Fallen Angels

Was soll ich lange um den heissen Brei reden. Ich bin langjähriger Fan dieser fantastischen Band und hätte einer Fortsetzung des schwachen letzten Albums The Black Light Bacchanalia garantiert auch noch irgendetwas Positives abgewonnen. So sind wir Fans, was wir erstmal liebgewonnen haben...

Ich verpreche Euch aber, so objektiv wie möglich an die Sache heranzugehen. Wer noch nicht herausgefunden hat, worum es geht: Die Rede ist natürlich von Virgin Steele, dem Projekt eines begnadeten Mannes mit Hang zur Klassik und barbarisch-romantischen, altgriechischen Mythen und Mysterien. David DeFeis setzt diese musikalisch um und verspinnt teils kitschige Liebesgeschichten mit knüppelharten Gitarrenriffs und seiner mehrere Oktaven umfassenden Gesangsstimme. Das alles fast immer unter Einsatz seines mehr oder weniger präsenten Keyboards. So entstand seit der Veröffentlichung des ersten, selbstbetitelten Albums im Jahre 1982 ein Gesamtwerk, welches zu 80% Qualitätsmucke und tolle, dramatische Songs mit hohem Wiedererkennungswert enthält.

Die restlichen 20% erhielten wir Fans leider vor allem mit den beiden letzten Alben. Spirit Of Eden und vor allem The Black Light Bacchanalia enttäuschten viele Anhänger ob ihrer kalten, nahezu sterilen Produktion und Atmosphäre. DeFeis' Gesang ähnelte in dieser Phase eher einem maulkorbtragenden, altersschwachen Dackel als einem kraftstrotzenden, hungrigen Wolf der nichts anderes will als seine Beute zu packen.

Nun liegt Nocturnes Of Hellfire & Damnation entpackt auf meiner Festplatte und ich jauchze vor Glück. Die Band besteht neben ihrem Mastermind aus Edward Pursino an der Gitarre, Josh Block am Bass und Frank Gilchrist am Schlagzeug. Die Vier haben dankenswerterweise einen Riesenschritt in die richtige Richtung (nämlich zurück) gemacht und knallen mir soeben den furiosen Opener Lucifer's Hammer um die Ohren. Mr. DeFeis hat seine verlorengeglaubten Eier wiedergefunden, das wird gleich klar. Das Schlagzeug hört sich wieder an wie ein echtes Schlagzeug und nicht mehr wie eine Bontempiorgel. Bratzgitarren statt zurückhaltendem Gezupfe...hach wie schön das Leben doch ist. Das Ganze erinnert mich zaghaft an selige Invictus-Zeiten in rauh produziert. Ja, mir scheint fast, dass der gute David den Spies einfach mal umgedreht hat um sämtlichen Kritikern eins auf die Fresse zu geben.

Doch damit nicht genug, neben erwähnter Anlehnung an die Invictus / House Of Atreus I+II Phase kommt mit Black Sun - Black Mass ein Song ans Tageslicht, der vielleicht dem einen oder anderen Fan bekannt vorkommen dürfte. Black Mass hiess der Opener einer ziemlich obskuren Death-Metal Platte, die DeFeis alias "Damian Rath" 1985 mit seinem Exorcist Sideprojekt intonierte. Nightmare Theatre wird bei Discogs derzeit ab 35,-€ gehandelt.


Zurück zu Nocturnes Of Hellfire & Damnation. Der Querschnitt des Albums ist erstaunlich rauh und heavy ausgefallen. We Disapper groovt anfangs ungewohnt riffbetont daher, bevor ein wunderschöner Mittelteil diese Stimmung ablöst. Ed Pursino hat mehrere starke Auftritte, die in dieser Form ebenfalls vermisst wurden und David DeFeis' Gesang reicht teils gedoppelt oder gedreifacht, teils ohne technische Unterstützung an vergangene Zeiten heran. Das darauffolgende gesprochene A Damned Apparition verweist an selige Invictus-Zeiten, was für viele Anhänger dieser Band Balsam für die Seele gleichkommen wird...

Die Neue kommt in drei verschiedenen Versionen und Artworks auf den Ladentisch. Wer mich kennt weiss, wie ich zu diesem Thema stehe, aber egal. Die vorliegende Rezension entspricht bezüglich der Trackliste sowohl der 2LP- (blaues Vinyl), als auch der CD-Version im Jewelcase. Die LPs kommen inklusive einer CD, soweit ich das erkennen kann aber nicht inklusive der Bonustitel. Die CD-Digipak-Version wird diese Bonus-CD enthalten, über die ich an dieser Stelle nicht berichten kann, da nicht vorhanden. Was ich ebenfalls schlecht beurteilen kann ist die Produktion bzw. Soundqualität. Ich höre mir sämtliche Musik eigentlich auf einer halbwegs vernünftigen Stereoanlage an und muss in diesem Fall einer Sounddatei lauschen, die ich mir auf einen CD-Rohling gebrannt habe. Ehrlich gesagt bin ich eher enttäuscht als zufrieden. Das Ganze kommt ein wenig muffig und drucklos herüber, was aber umständehalber mit Vorsicht zu geniessen ist. Schade, aber nicht zu ändern.

Warten wir also auf den 19.Juni und lehnen uns bis dahin entspannt zurück. Alles in Allem knüpft Nocturnes Of Hellfire & Damnation erfreulicherweise wieder an bessere Zeiten an und bedarf einiger Durchläufe um es komplett zu entdecken.

Ich lausche derweil noch den letzten Sekunden der entspannten Schlussnummer Fallen Angels und vergebe gute acht Punkte für ein starkes "Comeback".


Bernd Fischer


Sonntag, 24. Mai 2015

Pig Irön - Sermons From The Church Of Blues Restitution


Band: Pig Irön
Album: Sermons From The Church Of Blues Restitution
Spielzeit: 50:18 min.
Plattenfirma: Off Yer Rocka
Veröffentlichung: 27.03.2015
Homepage: www.facebook.com/PIGIRONMC

Wertung: 6 von 10



Tracklist:

1. Wildcat Birdhead
2. One Million Mega Hurts
3. One Final Kiss
4. The Spell
5. The Devil In The Woodpile
6. Come To Me

7. High As A Pine
8. Tapestry
9. Take Your Burden To The Lord
10. Restitution Blues


Sehr lange Zeit habt ihr hier auf unserer Seite nicht mehr wirklich viel neuen Lesestoff bekommen. Dafür möchte ich mich entschuldigen, doch nun bin ich seit 3 Wochen in meinem neuen Job tätig und der Umzug ist auch endlich hinter mir. Damit habe ich wieder Zeit mich für euch mit guter Rockmusik zu beschäftigen. Und möchte euch gleich mal einiges zu einem bodenständigen erdigem Rockalbum erzählen.

Die Rede ist von PIG IRÖN und derem neuen Album mit dem endlos langen Titel "Sermons From The Church Of Blues Restitution". Was auf dem Cover stark nach 80er Jahre Heavy Metal aussieht, entpuppt sich als Classic Rock mit leichten Southern Rock Einschüben. Beim ersten Hördurchgang sind bei mir dann auch die Mundwinkel stark gen Himmel gewandert. Toller Sound, die Band versteht ihr Handwerk und der Opener "Wildcat Birdhead" weiß mit einem schönen lässigen Riff zu gefallen. Leider fehlt mir dann der griffige im Ohr bleibende Refrain. Egal, dachte ich mir. Einfach weiter, klingt ja vielversprechend. "One Million Mega Hurts" legt vom Härtegrad eine Schippe drauf und reißt mich dann mit seiner Energie auch wirklich mit. Als dann mit "One Final Kiss", um es gleich vorweg zu nehmen, das absolute Highlight des Albums meinen Ohren schmeichelt und nach über 6 Minuten dies noch immer tut, fühle ich mich fast dazu verführt von einem Rockjuwel zu sprechen. 

Wie ihr euch aber sicher denken könnt, kommt nun das große Aber. Denn die restlichen sieben Songs haben allesamt das gleiche Problem wie der Opener "Wildcat Birdhead" - es bleibt auch nach zigmaligem Hören einfach nichts hängen. Natürlich haben PIG IRÖN nicht alles auf einmal verlernt aber das Songwriting ist ein großes Problem bei den Briten. Live könnten einige der Stücke sogar krachen, auf Schillerscheibe tun sie es leider nicht. Durch das leichte Classic Rock Revival momentan sehen sich PIG IRÖN auch einer relativ großen und qualitativ guten Konkurrenz gegenüber und genau diese Duelle verlieren die Briten spätestens im Elfmeterschießen. Stücke wie die folkige Ballade "The Spell", das siebenminütige "Come To Me" haben zwar alle gute Momente zu bieten, können diese aber alle nicht über die gesamte Spielzeit halten. Und wenn man die sich doch ziemlich ähnelnden Gitarrenläufe zum siebten Mal hört, schalte ich zumindest manchmal glatt ab und lasse das Album völlig an mir vorbei laufen.

Als Hintergrundmusik bei einem Biker Treffen ist die Scheibe aber durchaus geeignet und zwei klasse Songs haben sich auch darauf verirrt. Viel mehr ist "Sermons From The Church Of Blues Restitution" dann für den geneigten Rocker nicht. Fans von BLACK LABEL SOCIETY, die dringend was für Ihre Anlage benötigen, dürfen aber gerne reinhören.


Markus

Dienstag, 14. April 2015

Deadheads - This is Deadheads First Album (It Includes Electric Guitars)


Band: Deadheads
Album: This Is Deadheads First Album (It Includes Electric Guitars)
Spielzeit: 30:51 min.
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 27.03.2015
Homepage: www.facebook.com/pages/Deadheads/300794403314751

WERTUNG: 7 von 10


Tracklist:
01. Baby Blues
02. My Demons
03. Freak Out
04. Ghost
05. Lose My Mind
06. Deadheads
07. Rock & Roll
08. Venom
09. Live On
10. Keep On Searching

Da haben die Jungs und Mädels von High Roller Records mal wieder ein gutes Näschen bewiesen, denn mit den Schweden von DEADHEADS haben Sie ein feines Trüppchen an den Start gebracht. Und ratet mal, was die Jungs bei Songtiteln wie "Rock & Roll" und "Freak out" auf eure Ohren loslassen? Genau, mitten in die Fresse Rock, eine Mischung aus Punk, Classic Rock, Rock & Roll und Boogie bekommt ihr mit ganz vielen elektrischen Gitarren (wie es der Albumtitel schon sagt) vor den Latz geknallt. 


Mit dem Opener "Baby Blues" haben die DEADHEADS auch schon die erste Granate am Start. Da zucken die Tanzbeine und die Nackenmuskeln ununterbrochen im Takt. Das folgende "My Demons" schlägt in die gleiche Kerbe und reisst mich mit seiner ungezügelten Energie einfach mit. "Freak Out" ist mit knapp über einer Minute Spielzeit arg kurz geraten und bleibt bei mir dann auch leider überhaupt nicht hängen. Eher ein nettes Intermezzo bevor das Highlight des Albums aus dem Sack gelassen wird. "Ghost" ist ein wunderbarer retro angehauchter Rocksong, der sich mit seinen feinen Melodien und den ersten ruhigeren Parts bei mir festbohrt. Absolut genial das Stück und zu keiner Sekunde langweilig.

"Lose My Mind" läuft danach wieder völlig an mir vorbei. Keine Ahnung, irgendwie schaffen es die unter 2-minütigen Stücke trotz der Reduktion auf das Wesentliche nicht, mich zu begeistern. Auch das folgende "Deadheads" ist mir auf Dauer und besonders nach dem siebten oder achten Hördurchlauf zu eintönig. Ein wenig mehr Abwechslung könnten die kurzen dreißig Minuten dann doch vertragen und das sind dann auch die zwei großen Kritikpunkte. Während "Venom" noch mit einigen passenden Tempowechseln punkten kann, laufen die letzten beiden Tracks auch ein wenig an mir vorbei und ich ertappe mich des Öfteren dabei, an etwas anderes zu denken und mich nicht mehr auf die Scheibe zu konzentrieren. 

Daher kann ich insgesamt auch nur gute 7 Punkte geben, das Potenzial für mehr sehe ich bei den DEADHEADS auf alle Fälle. Da die Jungs bereits am zweiten Album werkeln, bin ich mal gespannt was uns da noch alles in Zukunft erwartet. 

Markus 


Donnerstag, 9. April 2015

Van Halen - Live - Tokyo Dome in Concert (2 CD)

Band: Van Halen
Album: Tokyo Dome In Concert
Spielzeit:  119:51min

Plattenfirma: Warner
Veröffentlichung: 27.03.2015
Homepage:van-halen.com




Wertung: Sehr gute Livescheibe mit genialer Setlist. 
Ein ziemliches Brett!



Tracklist:
 
01. Unchained
02. Runnin' With The Devil
03. She's The Woman
04. I'm The One
05. Tattoo
06. Everybody Wants Some
07. Somebody Get Me A Doctor
08. China Town
09. Hear About It Later
10. Oh, Pretty Woman
11. You Really Got Me
12. Dance The Night Away
13. I'll Wait
14. And the Cradle Will Rock…
15. Hot For Teacher
16. Women In Love
17. Romeo Delight
18. Mean Street
19. Beautiful Girls
20. Ice Cream Man
21. Panama
22. Ain't Talkin' 'Bout Love
23. Jump




Kaum gibt es Van Halen seit gut 30 Jahren und schon gibt es eine Live-Scheibe mit David Lee Roth. Sarkasmus-Modus aus.
 In der Tat kaum zu glauben, dass eine Legende wie Van Halen erst anno 2015 erstmals eine Live-Scheibe mit ihrem Originalsänger am Mikro herausbringt. Unfassbar!
Im unmittelbaren Vergleich zur "Live-Right Here Right Now "-Scheibe mit Sammy Hagar zieht die neue Live-Scheiblette im Spurt daran vorbei.
Warum? Nun zum einen sind für mich die definitiven Van Halen Songs noch immer diejenigen vom Debut bis 1984. Und diese würdigt die Setlust ausgiebig und das sogar mit einigen rareren Songperlen wie "Romeo Delight" oder "Hear About It Later". Ansonsten sind natürlich alle Evergreens vertreten.
Zum Sound: Dieser ist sehr erdig und offenbar nicht großartig im Studio nachbearbeitet worden, so dass ein wirklich tolles Livefeeling durch die Boxen dröhnt. Eddie ist wieder voll auf der Höhe und auch das Schlagzeugwerk von Alex ist unmissverständlich "Top of the Game". 
Was vielen an der Scheibe etwas aufstößt ist der Gesang von Frontturner David Lee Roth, wobei ich die (teils sehr unfaire) Kritik absolut nicht nachvollziehen kann. Klar ist er kein Tenor oder Freddie Mercury aber das war schon immer der Fall bei ihm und das klingt auch anno 2013 (zu diese Zeitpunkt wurde aufgenommen) so. Teilweise hört er sich sogar besser an als auf alten Live-Aufnahmen, wenn man mal den direkten Vergleich zieht. Was ihn etwas "schräg" klingen lässt ist die Tatsache, dass er teilweise versucht, höhere Gesangslinien zu singen als auf den Originalaufnahmen, was manchmal doch zumindest gewöhnungsbedürftig klingt. Dass er Gesangslinien variiert oder teilweise auch nur vor sich hinmurmelt war auch schon zu früheren Zeiten der Fall und sollte nun nicht gegen den Meister verwendet werden. Fit wie ein Turnschuh ist der mittlerweile 60jährige Roth auf jeden Fall, da können sich so manch alte 80er-Wracks eine gehörige Scheibe von abschneiden.

Mein Hauptkritikpunkt liegt eher darin, dass man Michael Anthony sehr vermisst, nicht unbedingt am Bass (da macht Wolfgang Van Halen einen außerordentlich guten Job) sondern bei den Backing vocals. Da war sein Input doch stärker als mancher geglaubt hat und seine hohe charakteristische Stimme fehlt mir hier irgendwie.Nichts gegen Wolfie aber nochmal das Original-Lineup zusammenzutrommeln und eine Abschiedstour für die Fans zu machen wäre ja doch noch mal drin oder Jungs?

Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig ist das Artwork der Scheibe, dessen Konzept ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen kann. Kein einiges Live-Photo (weder Band noch Fans) sondern nur ein Dapfschiff sowie eine leere Konzerthalle gibt es als Cover  bzw. im Booklet zu sehen. Ansonsten kann man die (erstmals auf einer VH-Veröffentlichung) abgedruckten Texte mitlesen wobei diese mit Vorsicht zu geniessen sind, weil David Lee diese ja live durchaus etwas anders singt. Aber einmal ganz witzig auch die (nicht gerade vor Intelligenz strotzenden) Lyrics mitzulesen. Hat durchaus Unterhaltungswert.

Alles in Allem macht die Scheibe durchaus Laune. Die Setlist (angereichert mit ein paar Stücken der 2012er "A Different Kind Of Truth" Comeback CD) ist wie in Stein gemeißelt, der Sound top und es wurde wenig bis gar nichts  nachträglich im Studio eingespielt.

Inwieweit man aufgrund youtube und Co heutzutage noch auf eine Live-CD wartet lasse ich einmal unkommentiert. Eine Live DVD/BluRay als Kombi wäre mir mehr als recht gewesen aber mich frägt ja niemand.

Letztlich muss man trotzdem dankbar sein einmal wieder etwas aus dem Hause Van Halen in den Händen zu halten, auch wenn es "nur" eine Live-Platte ist. Dass die Jungs nochmal eine Studioscheibe eintüten wäre wünschenswert, ebenso dass sie vielleicht doch noch einmal nach Europa übersetzen. Letztmals mit Roth am Mikro waren sie da vor über 30 Jahren. Was für eine Schande! Aber man kann sich ja gut mit "Live - Tokyo Dome in Concert" trösten. Immerhin!

Martin

 


 


Dienstag, 7. April 2015

Grindhouse - Chapter One


Band: Grindhouse
Album: Chapter One
Spielzeit: 41:55 min.
Plattenfirma: RMB Records
Veröffentlichung: 20.03.2015
Homepage: www.grindhouse-band.com

Wertung: 7 von 10

Tracklist:

1. After Midnight
2. Ain’t Nobody (Rufus & Chaka Khan cover)
3. The Stunt
4. The Way Out
5. The Enemy
6. Nothing Gonna Stop Me
7. Titty Twister
8. Wild Dusk
9. What a Night


Es ist schön, endlich wieder neues Material von Ex-JADED HEART Frontmann Michael Bormann in Händen zu halten. Denn während mir seine Soloalben einfach zu poppig waren und er leider bei THE VOICE OF GERMANY knapp in den Battles ausschied (ich fand ihn in dieser Runde besser als seinen Konkurrenten), hat sich der hart rockende Output eher spärlich gehalten. Nun hat sich die italienische Hardrock Combo GRINDHOUSE (ja, ist nach den Filmen benannt) seine Dienste gesichert und wenn ich mir "Chapter One" so anhöre, haben die Herren Martolini und Ventimiglio (zwei der drei Gitarristen) richtig gehandelt. 


Denn Bormanns Stimme hebt einige der doch eher durchschnittlichen Songs zumindest auf ein gutes Level. Und damit fange ich gleich mal mit dem Kritisieren an. Denn gerade beim Songwriting hapert es doch so manches Mal und ich habe den Eindruck den einen oder anderen Song so ähnlich zumindest schon mal gehört zu haben. Besonders STEELHOUSE LANE kommen mir öfter in den Sinn. Leider wirkt das komplette Album nicht in sich homogen. Und doch gebe ich knappe 7 Punkte. 

Wahrscheinlich wundert ihr euch schon. Nein, das hat nicht nur mit Bormanns guter Gesangsleistung zu tun, GRINDHOUSE haben es auf "Chapter One" zumindets geschafft doch ein paar Perlen zu verstecken. So ist das RUFUS & CHAKA KHAN Cover "Ain't Nobody" verdammt gut gelungen und hat seine Disco Hülle fast völlig abgeworfen, um sich als klassischer Hardrock Song in neuem Gewand zu präsentieren. Auch "The Enemy" läuft bei mir gerade beim Joggen sehr häufig und ist ein Song, der erst nach mehreren Durchläufen zündet, mir dann vom Groove, der Melodie und der entsprechenden Härte aber zusagt. 

Schade nur, dass man eigentlich beim gesamten Album nicht hört, dass hier drei Gitarristen am Werk sind. Und dann gibt es noch das famose "Titty Twister", welches sich bei mir sehr schnell in die Gehörgänge gefräst hat. "Nothing Gonna Stop Me" hat neben einem viel zu häufigen schwachen mehrstimmigen Choruseinsatz auch seine guten Momente und das lässige "Wild Dusk" zaubert auch so manches kurzes Lächeln auf mein Gesicht. 

Leider fehlen in der Endabrechnung dann aber doch ein paar gute Refrains und einige Songwritingqualitäten, um ein besseres Ergebnis einzufahren. Fans der alten JADED HEART dürfen zumindest ein Ohr riskieren, von einem Meilenstein der Hardrock Geschichte ist das erste Kapitel aber leider noch meilenweit entfernt. Aber vielleicht gelingt den Italienern beim zweiten Anlauf noch eine faustdicke Überraschung, Potenzial ist zumindest vorhanden.


Markus

Freitag, 3. April 2015

The Poodles - Devil In The Details



Band: The Poodles
Album: Devil In The Details
Spielzeit:  45:58 min.
Plattenfirma: 
Gain Records (Sony Music)

Veröffentlichung: 27.03.2015
Homepage: Thepoodles.se


Wertung:  7,5 von 10 Punkten 

 
Tracklist:

01. Before I Die
02. House Of Cards
03. The Greatest
04. Crack In The Wall
05. (What The Hell) Baby
06. Everything
07. Stop
08. Need To Believe
09. Alive
10. Life Without You
11. Creator And Breaker
12. Borderline



Die Hunde sind zurück und liefern gewohnt hochqualitative Kost für den nach neuem Futter lechzenden Hörer. Ausgestattet mit neuem Bassmann fällt mir auf "Devil In The Details"  erstmal die sehr poppig gehaltene Hochglanzproduktion auf. Teilweise könnte man da fast schon "überproduziert" dazu sagen, aber das Wort nehme ich einmal nicht in den Mund.

Manche Tracks sind schon fast als reiner Pop zu bezeichnen, so wäre "(What The Hell) Baby" gesungen von Katy Perry ein todsicherer Hit, ist aber von der Produktion her auch wirklich in deren Stil angesiedelt und von daher auf Anhieb doch etwas gewöhnungsbedürftig wie ich finde. An manchen Stellen wurden die Gitarren richtig wegrationalisiert und mit Effekten zugekleistert.

Das klingt alles erstmal recht negativ, wird aber durch das doch recht gute Songwriting mehr als wettgemacht. Gewöhnt man sich erst einmal an die poppigere Ausrichtung so entdeckt man doch die eine oder andere songwriterische Perle auf "Devil In The Details".

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Poodles ihren eigenen Stil haben, weit weg von der üblichen Scandi-Melodicrock-Mucke, die doch mittlerweile recht austauschbar geworden ist. Hymne wie "Crack In The Wall" oder "Everything" schüttelt man nicht alle Tage aus dem Ärmel und gehören mit zum besten in der gesamten Poodles-Discographie. Abwechslung wird groß geschrieben, sei es mit dem hektischen "House Of Cards", dem knalligen "Creator and Breaker" oder dem (erneut) sehr poppigen "Stop". Die Scheibe macht durch die Bank Spass und wird in einer härteren Umsetzung auf der Bühne sicherlich noch besser rüberkommen.

Die Lead-Single "The Greatest" erinnert mich etwas an U2 von der Gitarre her und dürfte auch einen passablen Radiohit abgeben. sofern es Radiostationen gibt, die noch gute Rockmusik spielen.

Komischerweise findet man auf der ganzen CD keine einzige richtige Schnulze, die bislang noch auf jeder Poodles-CD zu finden war, lediglich "Borderline" lässt die Scheibe etwas ruhiger ausklingenl, ohne dass man nun dazu "Ballade" sagen könnte. Überraschend jedenfalls und vielleicht sogar ein kleiner Kritikpunkt, da dann dorch irgendwas Kuscheliges fehlt.

Nach wie vor macht es gute Laune, den Jungs zuzuhören ohne sich dabei zu langweilen. Diese Gefahr ist absolut nicht gegeben. Eine leicht härtere Grundausrichtung ohne die flotten Melodien zu vernachlässigen würde ich mir beim nächsten Album aber trotzdem wünschen. 

Nun aber erst einmal "Devil In the Details" wirken lassen und sich auf die bevorstehende Euro-Tour freuen!



Martin






Mittwoch, 1. April 2015

Eldorado - Babylonia Haze


Band: Eldorado
Album: Babylonia Haze
Spielzeit: 54:28 min.
Plattenfirma: East West Records
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: www.eldoradorockband.com

WERTUNG: 9 von 10


Tracklist:
01. Mad Woman
02. Evil People
03. Breathe the Night
04. Goodbye & Carry On
05. I'll Be Satisfied
06. Flowers of Envy
07. Resurrection Song
08. You Don't Wanna Need Her
09. Karma Generator
10. Moon Girl

Ist es Werbung in eigener Sache, wenn ich euch eine Band vorstelle, für die ich schon seit Jahren als sogenannter Backer im Crowdfunding tätig bin? Ich denke, das ist ok, denn ich bin einfach ein riesiger Fan ihres Sounds, der leider in Germany noch nicht all zu viele Plattenteller erreicht hat. Die Madrilenen von ELDORADO haben bereits drei Alben veröffentlicht (wobei die beiden letzteren in zwei Versionen, englisch und spanisch, erhältlich sind) und mich schon mit dem Debüt "En Busca De Eldorado" völlig gefangen genommen. Die perfekte Kombination aus 70s Hardrock mit modernen Elementen und einem irren Gespür für Melodien hat mich 2008 einfach umgehauen. Auch die Nachfolgealben bieten qualitativ hochwertige Rockmucke, die jedenfalls bei mir, fast täglich rauf und runter läuft. Daher ware es nun an der Zeit endlich eine neue Scheibe aufzulegen. 


Und auch "Babylonia Haze" (bzw. dessen spanischer Zwilling "Karma Generator") bietet alles, was ELDORADO in meinen Ohren so einzigartig macht. Wobei nun der 70s Rock Anteil höher als bei den vorangegangenen Scheiben ist und ich etwas länger gebraucht habe, um Zugang zu finden. Das treibende "Mad Woman" zeigt sogleich, wohin der Hase läuft. Sänger Jesus Trujillo setzt seine markant rauhe Stimme wieder gekonnt ein, Bassist Cesar Sanchez pumpt zusammen mit Drummer Christian Giardino (der anscheinend eben ersetzt werden musste) eine ordentliche Groovespur und die Riffs von Andres Duende sind abermals über jeden Zweifel erhaben. Es hat ja wirklich seinen Grund, dass wir mit "Breathe The Night" (einen wunderbaren Halbballade) und dem genialen "You Don't Wanna Need Her" ELDORADOs neues Album bereits zwei Mal als unseren Tipp der Woche auf Radio Paranoid präsentiert haben. 

Gerade in einer Zeit als die 70er Jahre Retro Bands fast wie Pilze aus dem Boden schießen, ist es eine Wohltat für die Ohren, dass ELDORADO diesen Sound modern angereichert in das 21. Jahrhundert transportieren. Schwache Songs sucht ihr auf "Babylonia Haze" abermals zum Glück vergebens und wer mit fetten Kopfhörern auf den Ohren das melancholische Meisterwerk "Flowers Of Envy" hört, wird sicherlich von Glückshormonen überschüttet. Ebenfalls erwähnen möchte ich noch die wunderschöne Ballade "Moon Girl", die diese 55 Minuten einfach nur träumerisch abschließt. Es gibt für mich nur einen einzigen Grund nicht die volle Punktzahl zu vergeben: Ich glaube, dass ELDORADO noch besser werden. Und es gibt für euch keinen einzigen Grund euch dieses Album nicht allerschnellstens zu kaufen und eine wundervolle spanische Band zu unterstützen, die einfach weiß, wie richtiger Rock zu klingen hat. 

Übrigens sind ELDORADO demnächst in deutschen Gefilden auf Tour. Also Pflichttermin für alle. Doch nun höre ich auf mit dem Gelaber und höre mir die Scheibe einfach wieder von vorne an. Das ist Genuss pur.

Markus



Montag, 16. März 2015

Europe - War Of Kings

Band: Europe
Album: War Of Kings
Spielzeit:  54:11 min.
Plattenfirma: UDR/Hellback Recording

Veröffentlichung: 06.03.2015
Homepage: europetheband.com




Wertung:  8,5 von 10 Punkten 


Tracklist:

1. War Of Kings
2. Hole In My Pocket
3. The Second Day
4. Praise You
5. Nothin To Ya
6. California 405
7. Days Of Rock n Roll
8. Children Of The Mind
9. Rainbow Bridge
10. Angels (With Broken Hearts)
11. Light Me Up
12. Vasastan (Bonus Track Deluxe Edition)




Auch wenn es auch anno 2015 noch immer Stimmen gibt, die wollen, dass Europe ihren süßlichen 80er Sound wiederbeleben: Es wird nie mehr dazu kommen und das ist gut so, und wer derartigs haben will, der labt sich an Eclipse und Konsorten. Mir ist jedoch eine glaubhafte Band im Hier und Jetzt jedenfalls lieber und auch auf "War Of Kings" beweisen Europe, dass sie wohl die glaubhafteste 80er Truppe überhaupt ist. Hier ist eine Band am Werk, die Spass daran hat, klassischen Rock zu zelebrieren. So werden die reinen Melodicfreaks wohl auch diesmal wieder enttäuscht umkehren und behaupten, dass da zu wenig für sie dabei ist. Tja Jungs, da verpasst ihr aber einiges, denn die Platte hat Melodien und Hooks im Überfluss, braucht aber zugegeben einige Durchläufe , ehe sich einem diese auch wirklich endgültig erschließen. Aber soviel Zeit haben die meisten MelRockfreaks anscheinend nicht mehr um sich mit einer Platte eingehend zu beschäftigen.

"War Of Kings" startet fulminant mit dem Titelsong, einer schweren groovigen Hymne und bereits hier fällt auf, dass die Produktion vom Rival-Sons-Hausproduzenten  Dave Cobb absolut top und voluminös ausgefallen ist, viel besser als beim (auch nicht schlechten) "Bag Of Bones"-Vorgänger.
Besonders toll dabei das melodische Solo von Meister Norum, der auf dem neuen Silberling wieder alle Register zieht und der heimliche (oder auch nicht so heimliche) Star der Veranstaltung ist.

Mit "Hole In My Pocket" wird die Geschwindigkeit erhöht. Die harte Abgehnummer hat auch eine klasse Melodie und wird live sicherlich ein absoluter Abräumer werden.
Mit "The Second Day" gibts eine erste Verschnaufpause, wobei auch hier der Chorus gut ins Ohr geht  und Joey Tempest zeigt, dass er auch heutzutage noch zu den Top-Vokalisten im Rockbereich gehört.
"Praise You" fällt  für mich etwas ab, auch eine eher langsame Nummer, die aber im Chorus irgendwie so vor sich hin wimmert. Wenn man einen Kritikpunkt an der Scheibe anbringen möchte, dann sicherlich den, dass es zu viele Songs im gleichen Rythmus gibt, die dann etwas zu langsam angelegt sind. Noch ein oder zwei flottere Tracks hätten das Ganze doch noch ein bisschen auflockern können.

"Nothin To Ya" macht wieder Boden gut, der Chorus kickt, während "California 405" der ideale Wegbegleiter für eine Highwayfahrt durch die Staaten darstellt, einr sehr schöner relaxter Song.

Die Suche nach dem Übertrack hat mit "Days Of Rock and Roll" ein Ende. Auch wenn der Song sehr stark von Lizzy und vor allem Ufo's "Doctor Doctor" beeinflusst ist (manche böse Zungen würden sogar behaupten "abgekupfert") so ist das doch ein wirklicher Hammer, der die Repeattaste herausfordert. Das als Opener bei den Livegigs und die Menge steht Kopf. Sehr geil gemacht!

"Children Of The Mind" erinnert einmal mehr an Purple meets Bad Company. Mic Michaeli's Keys sind meist Hammond-Sounds und die mag man oder mag man nicht. Ich liebe Sie! Mehr als einmal fühlt man sich da an selig Jon Lord erinnert!

"Rainbow Bridge" überrascht durch seine orientalischen Anklänge ala "Kashmir", ehe mit "Angels (With broken Hearts)" die einzige Ballade der Platte abgeliefert wird,

"Light Me Up" beendet den offiziellen Teil der Scheibe zwar wieder mit etwas schnellerem Tempo, ist aber trotzdem der schwächste Song des Albums, auch hier lässt der Chorus doch leicht zu wünschen übrig. 

Wer sich für die Deluxe-Edition entschieden hat, bekommt mit "Vasastan" noch einen erstklassigen Instrumental-Rausschmeisser ins Gepäck, auf dem Maestro Norum wieder zeigt, wo der Hammer hängt.

Lobend zu erwähnen (gerade bei der Deluxe Edition) die tolle Aufmachung (hochwertiges Digipack) und die liebevolle aufwändige künstlerische Gestaltung. Für Leute wie den Rezensenten, der im Zeitalter der Datenfiles so etwas noch zu schätzen weiß, mehr als nur ein extra-Schmankerl.

Mit einigen Abstrichen sowie ein klein wenig Fan-Bonus kann ich "War Of Kings" ohne schlechtes Gewissen 8,5 Punkte verpassen.

Martin







Dienstag, 10. März 2015

Mahalia Barnes & The Soul Mates Featuring Joe Bonamassa - Ooh Yeah (The Betty Davis Songbook)



Band : Mahalia Barnes & The Soul Mates Featuring Joe Bonamassa
Album : Ooh Yeah (The Betty Davis Songbook)
Spielzeit : 49:41 Min.
Veröffentlichung : 20.02.2015
Plattenfirma : Provogue / Mascot / Rough Trade

Wertung : 10 von 10

Trackliste :
  1. If I'm In Luck I Might Get Picked Up
  2. Steppin' In Her I.Miller Shoes
  3. In The Meantime
  4. He Was A Big Freak
  5. Your Mama Wants You Back
  6. Game Is My Middle Name
  7. Nasty Gal
  8. Ooh Yea
  9. You Won't See Me In The Morning
  10. Anti-Love Song
  11. Walking Up The Road
  12. Shoo-B-Doop And Cop Him

Heilige Sch***** ! 

Da hat mir der Postbote aber mal ein dickes Brett, ach was...eine halbe Holzhandlung hat er mir in den Briefkasten bugsiert. Und der Kerl muss echt geschwitzt haben, dermaßen fett und zentnerschwer ist der Soul-/Funk-/R&B-Mix, den Mahalia, Tochter von Jimmy Barnes (u.a. Cold Chisel) hier abliefert.

Wer also mag und gern mal fernab altgedienter Rockgefilde stöbern möchte, vielleicht auch schon von Ike & Tina Turner gehört hat, darf, sorry...MUSS hier auf jeden Fall zugreifen. Die gute Mahalia hat sich zwar nicht an Tinas Schatzkiste vergriffen, dafür aber die in Rockkreisen eher etwas unbekanntere Betty Davis (nicht zu verwechseln mit Bette Davis) ins Herz geschlossen. Und deren Werk verarbeitet sie hier aufs Feinste !

Von der ersten bis zur letzten Minute trieft pure Energie aus Ooh Yeah heraus und infiziert meine Gehörgänge. Ganz ehrlich, ich werde in den nächsten Tagen mal meine Temptations, Turners, Reddings und Mayfields hervorkramen, aber ich glaube nicht dass eine Platte davon dermaßen viel Power hat, die selbst aus langsameren Nummern wie In The Meantime noch herauskrabbelt.

Kraft allein macht natürlich noch lange kein Spitzenalbum aus, und schon sind wir bei den Soul Mates und Joe Bonamassa. Die energiegeladene Mahalia-Röhre wird dankenswerterweise von einem konsequent fetten und basslastigen 70er Jahre-Fundament getragen, dass es fast einer Zeitreise in selige Stax-Zeiten gleichkommt. Das Ganze ginge nicht ohne professionelle Unterstützung, und die hat sich Mahalia gleich mehrfach geholt. Die Soulmates begleiten die Soulröhre schon länger und strotzen vor Spielfreude, hinzu kommt der allmächtige Labelkollege Joe Bonamassa plus Daddy Jimmy, der Walking Up The Road seine Stimme verlieh. Das Ganze hat vom Produzenten Kevin Shirley einen modernen, aber auf's wesentliche reduzierten Sound verpasst bekommen, dass es eine wahre Freude ist. Hört einfach mal in den Teaser rein und macht Euch ein eigenes Bild...



Jetzt wisst Ihr, warum ich nicht auf einzelne Songs eingehen möchte. Die Scheibe begeistert mich vom Anfang bis zum Ende, vielleicht auch deshalb, weil ich vergleichsweise selten zu Soul greife und plötzlich Nachholbedarf verspüre. 

Den allerdings sättigt Ooh Yeah mit jedem Durchlauf und somit halte ich als Sammler natürlich längst Ausschau nach Platten der Urheberin, Betty Davis. Bei aller Freude sollte nämlich nicht vergessen werden dass die Songs ein Leben vor Mahalia Barnes hatten und im Original einen Reiz hatten, dem sich die Australierin nicht entziehen konnte:  

"Ich bin seit Jahren ein Fan von Betty Davis. Als ich ihre Songs zum ersten Mal hörte, war ich hin und weg. Sie ist wild, frei, garstig, rau, funky, intensiv, kraftvoll und sexy zugleich. Ich liebe die Besetzung und auch die Backgroundgesänge. Ich wollte schon immer ein Album machen, das so klingt wie eines von ihren."

Ganz nebenbei, Betty Davis wird aufgrund ihres Modebewusstseins gerne als klamottentechnische Ideengeberin heutiger Sternchen namens Madonna oder Lady Gaga bezeichnet. Aber nicht nur dass sie sich zu kleiden wusste, sie hatte eine Wahnsinnsstimme und gilt zudem als die Person, die dem Fusion-Jazz auf die Beine half, indem sie Miles Davis innerhalb eines Ehejahres mit ihrem Funk infizierte. Resultat: Bitches Brew

Aus diesem Grunde hier der Ooh Yeah Opener im Original:



Ich verabschiede mich einstweilen von Euch und lege zunächst für den Rest des Jahres eine kreative Pause ein. Ich bin froh, ein grandioses Album wie dieses für mein Break erwischt zu haben. 

Zehn Punkte !


Bernd Fischer

Freitag, 27. Februar 2015

Wolfpakk - Rise Of the Animal

Band: Wolfpakk
Album: Rise Of The Animal
Spielzeit:  58:49 min.
Plattenfirma:
Afm Records (Soulfood)
Veröffentlichung: 27.02.2015
Homepage: http://www.wolfpakk.net/index.php/de/



Wertung: 8 von 10 Punkten


Tracklist:

01. Riders Of The Storm
02. Sock It To Me
03. Monkey On Your Back
04. Highlands
05. Black Wolf
06. Somewhere Beyond
07. Running Out Of Time
08. Grizzly Man
09. High Roller
10. Rise Of The Animal
11. Universe



Also wer der Meinung ist das "Uns Tobi" bei seinen Avantasia-Projekten immer zu arg auf die Kacke haut was das Namedropping und die Gastmusiker angeht, der soll sich bei dem dritten Wolfpakk-Album mal ganz fest anschnallen. 
1,2,3 und los gehts:

Vocals: Michael Kiske (ex-Helloween, Unisonic), Andi Deris (Helloween), Ted Poley (Danger Danger), Joe Lynn Turner (ex-Rainbow/Deep Purple), Rick Altzi (Masterplan), David Reece (ex-Accept), Charlie Huhn (Foghat/, ex-Gary Moore), Don Dokken (Dokken), Marc Storace (Krokus), Michaela Schober, Jean-Marc Viller (Callaway) 

Bass: Bob Daisley (ex-Black Sabbath/Gary Moore), Al Barrow (Magnum), Barend Courbois (Blind Guardian). 

Gitarre: Jeff Watson (Night Ranger), Ryan Roxie (Alice Cooper), Bernie Torme (Ozzy Osbourne), John Norum (Europe), Doug Aldrich (ex-Whitesnake/Dio/Foreigner), Axel Rudi Pell, Martin Rauber. 

außerdem: Chris Ivo (Jaded Heart; Keyboards), Pablo Allen (Skiltron; Dudelsack) Drums: Mike Terrana (Tarja Turunen), Mark Schulman (Billy Idol, Foreigner), Simon Philips (ex-Toto), Chris Slade (ex-AC/DC), Gereon Homann. 

....wieder erholt? Das ist schon eine Hausnummer, wer sich hier alles Instrumente und Mikro gegenseitig in die Hand drückt. Meist sind solche Allstar-Projekte durchaus mit Vorsicht zu genießen und entsprechen nicht selten so gar nicht den Erwartungen. Michall Voss wäre aber nicht Vossibär, wenn er aus der Mischung an Hochkarätern auch ein entsprechendes Album fabriziert hätte und das ist "Rise Of The Animal" auf jeden Fall.

Die Eröffnungsnummer beginnt im besten "Painkiller"-Stil und erinnert auch etwas an Primal Fear.  Auf "Sock It To Me " ist Krokus-Haudegen  Marc Storace zu hören, der dem straighten Rocker das gewisse Etwas verleiht. Er ist auch im Video zu sehen (siehe unten).
Leider ist dem Presse-Info nicht beigefügt, wer auf welchem Song singt oder spielt, so dass man das als Reviewer ohne physische CD leider nur erraten kann.

Auf dem mit (echten??) Dudelsäcken versehenen "Highlands" ist jedoch unverkennbar Joe Lynn Turner vertreten, seine Stimme ist doch sehr charakteristisch.

 Trotz der vielen Mitmusikanten wirkt die Scheibe wie aus einem Guss und nicht wie Flickwerk. Die Abwechslung bleibt aber trotzdem nicht auf der Strecke. So wechseln sich stampfende Banger der Marke "Black Wolf" mit eingängig-melodischem ala "Running out of Time" ab und auch der "Grizzly Man" gibt sich die Ehre.
"Somewhere Beyond" hat dann sogar leichte Anleihen bei Blind Guardian genommen.

Wer auf  dem Titelsong seine Stimmbänder einsetzt braucht man beim Hören wohl niemandem zu sagen. Da schwebt Meister Kiske wieder ein und singt alles, was sich ihm in den Weg stellt, nieder. Der Mann hats nach wie vor drauf, egal ob er das nun aus vollster Überzeugung singt oder nicht. Der Song könnte auch auf einer Avantasia - CD enthalten sein. Sehr gut und speedbetont mit langsamen Mittelteil. Ein würdiger Titeltrack.

Wer dann noch abschließend Lust auf eine Frauenstimme hat, dem sei ebenfalls geholfen. Musical-Star Michaela Schober (Tanz der Vampire) ist auf dem hymnischen "Universe" zu hören und liefert eine unaufdringliche aber dennoch hochwertige Performance ab. Die Gitarrenparts erinnern teilweise an seelige Queen-Zeiten.

Alles in allem eine Scheibe ohne große Schwachstellen. Vielleicht fehlen ein oder zwei Übersongs, aber dennoch ist "Rise Of the Animals" uneingeschränkt zu empfehlen und den Kauf auch wert!

Martin




 

 


Donnerstag, 26. Februar 2015

Hundred Seventy Split - The Road


Band : Hundred Seventy Split
Album : The Road
Spielzeit : 72:33 + 46:33 Min.
Plattenfirma : Corner House Records
Veröffentlichung : 13.02.2015
Homepage : www.hundredseventysplit.com

Wertung : 9 von 10

Trackliste : 

CD1

  1. Where The Blues Began
  2. Pork Pie Hat
  3. Let The River Flow
  4. The Smoke
  5. Gonna Dance On Your Tombstone
  6. Going Home
  7. Fifty Thousand Miles Beneath My Brain
  8. Love Like A Man
  9. The World Won't Stop
  10. The Sound Of Goodbye
  11. The Devil To Pay
CD2

  1. Good Morning Little Schoolgirl
  2. Poison
  3. No Deal
  4. Tennessee Plates
  5. Do You Wish You Were At Woodstock
  6. I'm Going Home
  7. Bad Blood
  8. King Of The Blues

Ich stelle mir ja manchmal diese gewissen Fragen wie: Sind die ehrenwerten Pfade unserer geliebten Rockmusik nicht längst total ausgelatscht ? Ist nicht der Pioniergeist der Bands bzw. Musiker, die wir seit Generationen verehren, lange schon der nüchternen Wiederbelebung Ihrer Vermächtnisse durch plagiierende Nachfolger gewichen ? 

So gesehen sicherlich richtig, aber schmeckt Mutters Erbsensuppe nicht auch mit jedem Jahr besser ? 

Und genau deshalb kann eine Platte wie die der Briten Hundred Seventy Split, auf der genau dieses Aufkochen alter Songs mit Hingabe vollzogen wird, einen durchaus positiven Geschmack hinterlassen. Nämlich dann, wenn Kunst auf Spielfreude trifft und beide einen tollen Tag und fähige Tontechniker erwischen.

So geschehen auf dem aktuellen Livedokument The Road, einer Doppel-CD voller Klassiker der ehemaligen Band zweier Protagonisten von Hundred Seventy Split. Die Rede ist von  Ten Years After, Bassist Leo Lyons gründete die Band 1960 zusammen mit dem 2013 verstorbenen Alvin Lee (R.I.P.) und führte diese noch bis vor Kurzem in verschiedenen Besetzungen fort. Dazu gehörte unter anderem Sänger und Gitarrist Joe Gooch, dessen wunderbares Organ und Gitarrenspiel wir auf der vorliegenden CD bewundern dürfen. Im Grunde ist also die Band Hundred Seventy Split eine weitere Inkarnation von TYA.
Um jedoch sämtlichen Missverständnissen vorzubeugen, sei erwähnt, dass die Band nebst erwähnter Klassiker ebenso hörenswerte Nummern ihrer bisher erschienenen HSS-Studioalben The World Won't Stop (2010) und Hundred Seventy Split (2014) in der Setlist hatte. 


Und so bekommen wir die Ohren mit einem ganz feinen Rock mit immer wiederkehrendem Bluesfundament, quasi mit dem "Soundtrack of my Life" (Originalton Leo Lyons) einer Band gepudert, die Vergangenheit und Gegenwart zu kombinieren weiss. Typisch für Powertrios auch der Sound der Jungs. Reduziert auf's Wesentliche und sehr kraftvoll punchen und jammen sich Hundred Seventy Split durch sämtliche Songs und nehmen sich immer wieder die Zeit für Soloeinlagen. So brilliert Joe Gooch im knackigen Going Home mit einem ausufernden Gitarrensolo und liefert Drummer Damon Sawyer in Let The River Flow ein anfänglich etwas holpriges Trommelsolo ab. Ausflüge dieser Art gönnen sich die über sämtliche Zweifel erhabenen Musiker glücklicherweise immer wieder und machen dem Publikum als auch dem Hörer vor der Anlage eine Riesenfreude. 

Getragen vom präzisen und abgrundtiefen Bass Leo Lyons' im Zusammenspiel mit einem punktgenauen Schlagzeug gehören die Momente wie so oft natürlich der Gitarre. Joe Gooch zelebriert sein unfassbares Können immer und immer wieder. Ich kann mich an seinen Einlagen gar nicht satt genug hören und bin einfach nur stinksauer, nicht vor der Bühne gestanden zu haben.



Glücklicherweise haben wir mit dem Doppelpack aber einen perfekt klingenden Zusammenschnitt der letztjährigen Tour vorliegen, der wie ein am Stück mitgeschnittenes Konzert rüberkommt und nichts anderes tut als Freude zu bereiten.

Ich bin ehrlich, die alten Songs haben es mir von Anfang an angetan und gehören zu meinen Highlights. Love Like A ManI'm Going Home oder Fifty Thousand Miles Beneath My Brain entfachen noch immer eine Faszination, der ich mich nur äusserst schwer entziehen kann. Ich bin mir aber absolut sicher, dass jüngere Songs wie The Sound Of Goodbye oder Gonna Dance On Your Tombstone alsbald nachziehen werden.

In diesem Sinne.


Bernd Fischer

Donnerstag, 19. Februar 2015

Led Zeppelin - Physical Graffity (3 CD 40th Anniversary Edition)

Band: Led Zeppelin
Album: Physical Graffity (3 CD 40th Anniversary Edition)
Spielzeit: CD1: 39:27 min  /  CD2: 43:36 min / Companion Disc: 41:26 min

Plattenfirma: Atlantic Records / Swan Songs Records / Warner Music Entertainment
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: ledzeppelin.com



Wertung: 
Die wohl beste Led Zeppelin Scheibe im 
edlen Re-Issue-Format!



Tracklist:


Disc 1 - CD [2014 Remaster of Original Album]:
01. Custard Pie
02. The Rover
03. In My Time Of Dying
04. Houses Of The Holy
05. Trampled Under Foot
06. Kashmir



Disc 2 - CD [2014 Remaster of Original Album]:

01. In The Light
02. Bron – Yr Aur
03. Down By The Seaside
04. Ten Years Gone
05. Night Flight
06. Wanton Song
07. Boogie With Stu
08. Black Country Woman
09. Sick Again



Disc 3 – CD [Companion Audio Disc – Unreleased Studio Outtakes & Rough Mixes]:
01. Brandy & Coke [‘Trampled Under Foot’ – initial rough mix]
02. Sick Again [early version]
03. In My Time Of Dying [initial rough mix]
04. Houses Of The Holy [rough mix with overdubs]
05. Everybody Makes It Through [‘In The Light’ - early version / in transit]
06. Boogie With Stu [Sunset Sound mix]
07. Driving Through Kashmir [‘Kashmir’ rough orchestra mix]








Und weiter geht es Schlag auf Schlag mit den Led-Zep-Reissues. Diesmal steht das 1975er Doppelalbum "Physical Graffity" an. Jeder hat ja so sein Led Zeppelin Lieblings-Album und dieses Monumentalwerk ist mein persönliches Highlight der Zeppelin'schen Discographie. Waren die Luftschiffe ja schon immer an vorderster Front dabei, was Abwechslungsreichtum angeht, so wird mit diesem Album wohl der Vogel abgeschossen. Die Kreativität kannte keine Grenzen, so dass das Ganze sogar für ein Doppelalbum ohne jegliche Schwachstelle ausreichte.

Wer Heavy-Rock braucht , ist beim Opener "Custard Pie" oder im "Wanton Song"  gut aufgehoben,den Heavy-Bluesern wird "In My Time of Dying" wohlige Schauer über den Rücken jagen. Wer es etwas ruhiger haben möchte, der ist beim Country- und Reggae-beeinflussten "Down By The Seaside" gut aufgehoben. Psychedelisch beginnt "In The Light", steigert sich am Schluss jedoch noch hin zu  einer orgiastische Hymne.

Über allem thront jedoch DIE Zeppelin'sche Hymne schlechthin, das atemberaubende "Kashmir". Was für ein Song! Für mich das beste Led Zeppelin Stück, das es gibt. Ein Wahnsinn, mit welcher Hingabe sich Plant zu dem orientalischen Orchester gesellt und Jimmy Page seine Gitarrenriffs drüberlegt. Atemberaubend erhaben!

Die Scheibe klingt wie aus einem Guss, obwohl einige Ideen von Sessions zu vorherigen Alben stammen, was man aber in keinster Weise hört. An Abwechslungsreichtum kommen hierbei wohl nur noch Queen heran. Ist man beim flott-coolen Rausschmeisser "Sick Again" angekommen will man sofort wieder die Repeat-Taste drücken. Bei einem Doppelalbum ein wirklich gutes Zeichen, die Zeit vergeht aufgrund der allerorten vorhandenen Abwechslung wie im Fluge. Es ist eine richtige Abenteuerreise, auf die man sich beim Hören dieser Scheibe begibt.

Für die harten Fans natürlich am Wichtigsten: Wie ist der Sound ? Was gibt es an Bonusmaterial und wie ist die Aufmachung ?
Soundtechnisch ist das Remastering jetzt nicht ganz so spektakulär wie die bereits erschienenen Vorgänger, was wohl auch daran liegt, dass sich die Originalscheibe bereits auf allerhöchstem Niveau befand. Zum Glück hat Meister Page, der wiederum das Ganze höchstpersönlich begleitet hat, nicht den Fehler gemacht und Remastering mit "nur lauter" gleichgesetzt. Im Gegenteil, der Sound kommt schön ausgewogen und kaum lauter aus den Lautsprechern als bei der bisherigen Veröffentlichung, dennoch kommt einem manches einen Zacken knackiger vor. Dezent aber gut verbessert!

Die Companion Disc als Disc 3 liefert zwar einmal mehr keine GANZ neuen Tracks aber es sind erneut Sachen dabei, die es einem Die-Hard-Fan schwer machen dürften, an der Veröffentlichung vorbeizugehen.
Allem voran würde ich in vorliegendem Fall die "In The Light Early Version" , hier betitelt mit "Everybody Makes It Through". Der Anfang ist hierbei wirklich komplett anders als beim fertigen Song, erst später nimmt er seine bekanntere Form ein. "Kashmir" kommt mit einer etwas mehr orchesterbetonten Fassung zum Zuge. "Sick Again" kommt in einer heftigen instrumentalen Rohfassung schön rauhbeinig rüber. Bei den übrigen Stücken muss man schon etwas genauer hinhören, um die feinen Unterschiede zu erkennen. Es macht aber durchaus Laune, die verschiedenen Versionen nacheinander zu hören.

Das Artwork des mir vorliegenden 3-CD-Deluxe Sets ist der Vinylausgabe nachempfunden, also mit den ausgestanzten Fenstern und dem Inlay wie bei der Doppel-Lp. Wunderschön detailliert gemacht. Man sollte nur pfleglich damit umgehen, aber das macht man als Sammler doch seit jeher oder? Das Booklet liefert einige schöne Studio- und Livefotos in Farbe sowie schwarzweiß. Äußerst stilvoll aufgemacht.

Es ist für jeden Geldbeutel und Geschmack wieder eine Version vorhanden. Entweder man greift auf das Vinyl zurück, das "Normale" Doppel-CD Set, die 3-CD-Version oder gar dasSuper-Deluxe Boxset, das folgendes beinhaltet:


o Remastertes Doppelalbum auf CD im replizierten Original-Cover.
o Companion-Audio auf CD im Pappschuber mit neuer Cover Gestaltung.
o Remastertes Doppel-Album auf 180g-Vinyl im Cover der Erstpressung.
o Companion-Audio auf 180g-Vinyl in einer Hülle mit neuer Cover Gestaltung.
o High-Definition Audio Download-Card mit allen Inhalten in 96kHz/24 bit-Auflösung.
o 96-seitiges, gebundenes Buch mit selten oder nie gezeigten Fotos und Memorabilien.
o Hochqualitativer Druck des Original-Album-Covers, von denen die ersten 30.000     

   Exemplare individuell nummeriert sind.

Hier die einzelnen Versionen noch im Bild:

Doppel CD:
Doppel-LP:


3 CD Version:
3 LP Version:



Super Deluxe Boxset:  




Hier sollte somit jeder fündig werden. Wer das Teil noch nicht im Original hatte sollte dies nun schleunigst nachholen. Harte Fans stellen es sich aber auch ohne mit einer Wimper zu zucken ein Weiteres Mal ins Regal. Es lohnt sich!


Martin









Mittwoch, 18. Februar 2015

Kid Rock - First Kiss

Band: Kid Rock
Album: First Kiss
Spielzeit: ?? min. (nur Stream zur Verfügung gehabt)
Plattenfirma: Warner Music
Veröffentlichung: 20.02.2015
Homepage: www.kidrock.com

WERTUNG: 8,5 von 10


Tracklist:
1. First Kiss
2. Good Times, Cheap Wine
3. Johnny Cash
4. Ain't Enough Whiskey
5. Drinking Beer With Dad
6. Good Times Lookin' For Me
7. Best Of Me
8. One More Song
9. Jesus And Bocephus
10. FOAD (Bonus Track)
11. Say Goodbye (Bonus Track)

Ich hoffe mal nicht, dass ich euch KID ROCK noch groß vorstellen muss. Denn neben seiner "Tätigkeit" als Ex von Pamela Anderson hat er ja doch schon so einige Top Ten Hits weltweit gehabt. Zumindest "All Summer Long" dürfte jeder von euch schon im Radio gehört haben. Und genau dieses Stück ist der richtige Aufhänger zum neuen Album "First Kiss". Denn die Zeit als KID ROCK noch rebellisch Southern Rock mit HipHop mixte ("American Bad Ass") sind lange vorbei. Wie bereits auf dem Vorgänger "Born Free" zu hören, konzentriert sich der mittlerweile 44-jährige immer stärker auf klassische Country Musik. Aber, und da unterscheidet er sich doch noch von den meisten, mit einem modernen Anstrich, gerade was die Percussion angeht. 


Doch kommen wir zu den Songs auf "First Kiss". Der Opener und Titelsong lässt einen schön von der Vergangenheit träumen, als man noch Teenager war, also im Grunde das gleiche Erfolgsrezept wie bei "All Summer Long" - und es geht wieder auf, wenn mir persönlich auch der allerletzte Kick fehlt. Doch das BRYAN ADAMS Eröffnungsriff sorgt auf alle Fälle für ein breites Grinsen im Gesicht. "Good Times, Cheap Wine" hat dann viel mehr Country-Pop Schlagseite und hätte in den 80ern auch von BILLY RAY CYRUS stammen können. Irgendwie ganz nett und dass Country Music momentan auch in Europa angesagt ist, beweisen ja die Holländer THE COMMON LINNETS. Das folgende "Johnny Cash" präsentiert dann aber KID ROCK in absoluter Höchstform. Diese genialen Hooks, dieser gute Laune-Sommer-Feeling Sound und der irre eingängige Refrain und schon haben wir einen Hit, der bei mir sicher auf so mancher Sommer Party laufen wird. Einfach nur geil. Bei "Ain't Enough Whiskey" gibt es dann gleich leichte Blues Rock Anleihen und ein weiterer Kneipen-Mitsing-Song ist kreiert. Macht Spaß. 

Ein wenig zu viel klassischer HANK WILLIAMS lässt das folgende "Drinking Beer With Beer" für meine Ohren dann doch zu zuckersüß und pathetisch werden. Aber im Grunde macht KID ROCK hier auch nicht wirklich viel verkehrt. Denn seine Jünger werden davon begeistert sein. Ach ja, weitere Stücke, die unbedingt zu erwähnen sind, sind das ruhige aber vollkommen gelungene "Best Of Me" und der zweite Bonustrack "Say Goodbye". Bei beiden Liedern zeigt KID ROCK, dass er einfach irre gute Songs schreiben kann. Ach ja, und für die Schimpfwörter-Quote des Albums sorgt dann "FOAD" (Fuck Off And Die), welches ähnlich wie bei TENACIOUS D diese in einen sanften Song verpacken. "First Kiss" ist also definitiv eine sichere Bank für alle Southern Rock-Country Liebhaber geworden, bei dem mir persönlich der Rock Anteil etwas zu kurz ausfällt. Doch wer auf Bands wie 38 SPECIAL oder die VANZANT Brüder steht, darf blind zugreifen.

Ach, mein letzter Wermutstropfen ist das in meinen Augen leider unsäglich billig wirkende Coverartwork geworden. Aber das macht in der heutigen Zeit der Downloads wahrscheinlich einfach nicht mehr soviel aus. Guten Gewissens kann ich hier also fette 8,5 Punkte zücken und bin mir sicher - der Sommer kommt bald.  
    
Markus